Schuld und Erlösung

Janik fand sich auf einer Blüten Wiese mit warmer Sonne in seinem Gesicht und fühlte sich
unerwartet leicht und unbekümmert.
Die düsteren Gedanken, so vieler quälender Jahre, sie schienen für immer verflogen.
Ruhelosen Nächte, in denen er durch die dunklen Wälder jagte, immer auf der Flucht vor seinem
eigenen Schatten.
Doch nichts, was eben noch wie Blei auf seiner Seele lag, vermochte er nun wahrzunehmen.
Ein Unglück, ein großes Unglück war es wohl.
Dennoch für ihn seit dieser Nacht kein Schlaf mehr zu finden.
Mit Alkohol suchte er sich anfangs zu betäuben, aber niemals wurde dessen Wirkung groß
genug, um Ängsten und Körper die ersehnte Ruhe zu gewähren.
Bis gänzlich dessen Wirkung verspielt und ihm nichts übrigblieb, als in den nächtlichen Wald
hinauszulaufen und immer weiter zu laufen und zu laufen.
Hinter jedem Baum, hinter jedem Strauch, hinter jedem Felsen schien sein Schicksal auf ihn zu warten.
Dreißig seiner so wertvollen Lebensjahre waren auf diese Weise schon verloren.
Keine Sekunde der Rast, die ihm durch die Erinnerung an das Geschehene vergönnt gewesen wäre.
Dort vorn, hinter dem mächtigen Stamm, ein Schatten, das Dunkel jener Nacht als sie in Streit
gerieten.
Weiter lief er immer schneller, jede Richtung war ihm gleich, nur weg von diesem Schatten.
Des Morgens dankbar wäre er gewesen, wenn die Sonne ihn aus seiner nächtlichen Pein zu erlösen
suchte.
Schlaf aber konnte auch der Tag nicht bringen, doch wich für kurze Zeit, die Angst vor der verlorenen
Nacht.
Um dann erneut, wie ein gehetztes Reh, in den dunklen Wald zu entfliehen.
Lag dort eine leblos Gestalt unter dichtem Gebüsch?
Ein zerschmetterter Körper wie der seines alten Freundes Malek?
Hinfort von diesem Busch und jenem Augenblick als Janik die Wut packte und dieser den Malek und
Ihn zur Wand hin stieß.
Ein Unfall war es doch, da war er sicher, am Morgen neben Malek, als er der Nacht und des
Schreckens gewahr wurde.
Im Blut Seines regungslosen Freundes.
Getrunken hatten sie wieder einmal, sein alter Freund Malek und er.
Von Kindesbeinen an kannten sie sich schon.
Waren zusammen aufgewachsen als Nachbarn im weiten leeren Land.
Niemanden gab es hier draußen, außer den beiden Freunden.
So war es erst auch gar nicht aufgefallen, als Maleks Land im Sommer nicht bestellt war.
Und auch im Herbst zur eigentlichen Erntezeit noch nicht
Über Felsen und leblose Bäume stolperte er angsterfüllt durch das Entsetzen der Dunkelheit.
Einsamkeit durchzog diese Gegend, Heimat für beide seit Ihrer Geburt.
Und nun die erdrückende Last des Wissens, um das vorgefallene.
Ängstlich über das was geschehen, suchte er in der folgenden Nacht, Malek und seine eigene Schuld
ihn den tiefen des nahen Waldes zu vergraben
Wo mit Verlassenheit und deren Weite, die namenlose Gruft seines Freundes, und Janiks eigenes
Vergehen, sich der Welt nicht offenbarte.
Schneller als seine Gedanken floh er durch den nächtlichen Wald.
Eine Dunkle Kontur bäumte sich vor ihm auf, ihm den Weg zu verstellen.
Bildnis seines vergebenen Suchens, dem Freund die fehlende Gunst eines gesegneten
Gedenkens und sich selbst das Gestehen der Schuld zu ermöglichen?
Oder doch nur grauer Fels im Schleier der gehetzten Finsternis?
Nacht für Nacht, zahllos Stunden in denen er versuchte hatte, den Verborgenen wiederzufinden.
Immer fieberhafter irrte er in seinen schlaflosen Nächten durch die Wälder.
Strauchelnd, an Ästen und dichtem Gehölz, gedrängt vom Hunger der Erlösung.
Zahllose Jahre waren seither vergangen.
Noch bevor ihn das eigene Grauen der Nacht, erneut in den Wald entließ, war er wohl eingeschlafen in
der Dämmerung des endenden Tages, reglos in seinem Sessel sitzend.
Das erste Mal nach so langen Zeiten.
Wo tiefster Winter gestern noch nach Haus und Feldern griff, lag nun ein reges Blütenmeer.
Unwissend der Erinnerung, wie er jene Wiese, im Sonnenschein betreten hatte.
War dies nun gänzlich frei von Bedeutung, fühlte er weder sorge, noch Angst, sondern Freiheit und
Harmonie.
Er lief die Wiese entlang, den Hügel hinunter, der leuchtenden Sonne entgegen.
Unbestellt blieben seine Felder in diesem Sommer und waren es auch noch im Herbst.
Auffallen aber wollte dies hier niemandem.
Im Frühling des folgenden Jahres kamen Gerüchte auf.
Auch Janik sei nun wohl, dem kargen und einsamen Leben hier draußen, in die große Stadt entflohen.
Langsam wuchs der nahe Wald über Felder und sein Haus.
Niemand setzte je einen Fuß in diese abgelegene, und einsame Gegend.
Und niemand warf einen Blick durch Janiks Fenster und auf den Sessel, in Janiks
Stube, in dem er nun endlich Ruhe fand.

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Hi,
ein sehr ungewöhnlicher Text, in Teilen beinahe wie ein Gedicht.
Sprachlich eher unmodern, doch zur vermeintlichen Gedichtform passend.

Ein paar Fehler fallen auf:
Blüten Wiese – Blütenwiese
Ruhelosen Nächte, – ruhelose
leblos Gestalt – leblose
Blut Seines regungslosen – seines
beide seit Ihrer Geburt – ihrer
um das vorgefallene – Vorgefallene
Eine Dunkle Kontur – dunkle
abgelegene, und einsame – ohne Komma vor dem und

Und sonst?

Die düsteren Gedanken, so vieler quälender Jahre, sie schienen für immer verflogen. – Eine Vorwegnahme des Endes. Das gefällt mir.
Einen Teil deines Textes finde ich nach dem ersten Lesen verwirrend. Die düsteren Gedanken schienen für immer verflogen, aber er findet dennoch keinen Schlaf und betrinkt sich. Das leuchtet nicht ganz ein oder vielleicht doch durch „schienen“. Der Schein trügt also.

Der Unfall mit Todesfolge lässt ihm keine Ruhe, sodass er an den Ort des Geschehens zurückkehrt, oder? Nee. Er hat seinen Freund offenbar im Affekt umgebracht. „suchte er in der folgenden Nacht,“ – In der Nacht nach dem Mord oder in der Nacht bzw. den vielen Nächten, in denen er nicht schlafen kann?
Irgendwann kann er dann doch schlafen. Aha. Den Schlaf des Todes offenbar.
Wenn ich so darüber nachdenke, während ich schreibe, ist er vermutlich an Altersschwäche gestorben und hatte sich unzählige Jahre gequält.
Nun denn. Muss ich morgen noch mal lesen.

Liebe Grüße
Suse

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Hab’s nun auf mich wirken lassen, bin aber keinen Schritt weiter. Magst du, @Timmo etwas zu deinem Text zu meiner Erhellung sagen? Bin gespannt.

Hallo Suse, erst mal ein ganz großes Dankeschön für die sehr konstrucktive Kritik.
Lösung des ersten Rätzels, starke Rechtschreibschwäche!!! :woozy_face:
Werde die Korrekturen gleich einarbeiten.
Ja, der Text ist nicht ganz einfach zu lesen.
Ich liebe diese Schreibweise, behersche sie aber leider nicht besonders.
Ich versuche mal den Text verständlicher zu machen, ohne ihn seiner Seele zu berauben.
Sage dir dann bescheit, zum lesen. :slightly_smiling_face:

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Nervt dich vermutlich. Macht aber nichts. Lässt sich im Laufe der Zeit verbessern.

Also, ein Teil deiner Analyse ist schon sehr richtig.
Der Unfall mit Todesfolge lässt ihm seit Jahren keine Ruhe.
Er hat seinen Freund im Affekt (betrunken) getötet.
In der Nacht nach dem Mord verschart er die Leiche seines Freundes irgendwo im Wald!
In den vielen schlaflosen Nächten versucht er seiner Schuld zu entfliehen und schliesslich, den einst verscharten Freund wieder zu finden um ihn würdig zu Begraben.
Ja genau, das ist der Anfang und das Ende der Geschichte, er liegt tot in seinem Sessel und weiss es nur noch nicht.
Deine letzte Annahme ist genau richtig, er ist gestorben (worann auch immer) und hatte sich unzählige Jahre mit der Schuld am Tod seines freundes gequält.

Freut mich, dass ich nicht ganz daneben lag. Dann können wir die Sätze noch mal aufdröseln. Ich glaube, da ist auch mit den Zeiten einiges durcheinander oder jedenfalls verwirrend.

Habe es ganz leicht modifiziert, probiere es jetzt noch mal, ob es ein wehnig besser zu verstehen ist.
Text folgt gleich.

Janik fand sich auf einer Blütenwiese mit warmer Sonne in seinem Gesicht und fühlte sich

unerwartet leicht und unbekümmert.

Die düsteren Gedanken, so vieler quälender Jahre, sie schienen für immer verflogen.

Ruhelose Nächte, in denen er durch die dunklen Wälder jagte, immer auf der Flucht vor seinem

eigenen Schatten.

Doch nichts, was eben noch wie Blei auf seiner Seele lag, vermochte er hier nun wahrzunehmen.

Ein Unglück, ein großes Unglück war es damals wohl.

Und doch für ihn seit dieser Nacht, vor so langer Zeit, kein Schlaf mehr zu finden.

Mit Alkohol suchte er sich anfangs zu betäuben, aber niemals wurde dessen Wirkung groß

genug, um Ängsten und Körper die ersehnte Ruhe zu gewähren.

Bis gänzlich dessen Wirkung verspielt und ihm nichts übrigblieb, als in den nächtlichen Wald

hinauszulaufen und immer weiter zu laufen und zu laufen.

Hinter jedem Baum, hinter jedem Strauch, hinter jedem Felsen schien der schicksalhafte Schatten

jener Nacht auf ihn zu warten.

Dreißig seiner so wertvollen Lebensjahre waren auf diese Weise schon verloren.

Keine Sekunde der Rast, die ihm durch die Erinnerung an das Geschehene vergönnt gewesen wäre.

Dort vorn, hinter dem mächtigen Stamm, ein Schatten, das Dunkel jener Nacht als sie in Streit

gerieten.

Weiter lief er immer schneller, jede Richtung war ihm gleich, nur weg von diesem Schatten.

Des Morgens heimgekehrt zur eigenen Stube, wäre er dankbar gewesen, wenn die Sonne ihn aus

seiner nächtlichen Pein zu erlösen suchte.

Schlaf aber konnte auch der Tag nicht bringen, doch wich für kurze Zeit, die Angst vor der verlorenen

Nacht.

Um dann erneut, wie ein gehetztes Reh, dem eigenen Wissen, in den dunklen Wald zu entfliehen.

Lag dort eine leblose Gestalt unter dichtem Gebüsch?

Ein zerschmetterter Körper wie der seines alten Freundes Malek?

Hinfort von diesem Busch und jenem Augenblick als Janik die Wut packte und dieser den Malek, und

Ihn zur Wand hin stieß.

Ein Unfall war es doch, da war er sicher, am Morgen neben Malek, als er der Nacht und des

Schreckens gewahr wurde.

Im Blut seines regungslosen Freundes.

Getrunken hatten sie wieder einmal, sein alter Freund Malek und er.

Von Kindesbeinen an kannten sie sich schon.

Waren zusammen aufgewachsen als Nachbarn im weiten leeren Land.

Niemanden gab es hier draußen, außer den beiden Freunden.

So war es erst auch gar nicht aufgefallen, als Maleks Land im Sommer nicht bestellt war.

Und auch im Herbst zur eigentlichen Erntezeit noch nicht

Immer wieder stolperte Janik über Felsen und leblose Bäume angsterfüllt durch das Entsetzen der

Dunkelheit.

Einsamkeit durchzog diese Gegend, Heimat für beide seit ihrer Geburt.

Und nun die erdrückende Last des Wissens, um das Vorgefallene.

Ängstlich über das was geschehen, suchte er in der darauf folgenden Nacht, Malek und seine eigene

Schuld ihn den tiefen des nahen Waldes zu vergraben

Wo mit Verlassenheit und deren Weite, die namenlose Gruft seines Freundes, und Janiks eigenes

Vergehen, sich der Welt nicht offenbarte.

Schneller als seine Gedanken floh er durch den nächtlichen Wald.

Eine dunkle Kontur bäumte sich vor ihm auf, ihm den Weg zu verstellen.

Bildnis seines vergebenen Suchens, dem Freund doch noch die fehlende Gunst eines gesegneten

Gedenkens und sich selbst das Gestehen der Schuld zu ermöglichen?

Oder doch nur grauer Fels im Schleier der gehetzten Finsternis?

Nacht für Nacht, zahllos Stunden in denen er versuchte hatte, den Verborgenen Freund

wiederzufinden.

Immer fieberhafter irrte er in seinen schlaflosen Nächten durch die Wälder.

Strauchelnd, an Ästen und dichtem Gehölz, gedrängt vom Hunger der Erlösung.

Zahllose Jahre waren seither vergangen.

Noch bevor ihn erneut das eigene Grauen der Nacht, in den Wald entließ, war er wohl

Eingeschlafen, in der Dämmerung des endenden Tages, reglos in seinem Sessel sitzend.

Das erste Mal nach so langen Zeiten.

Wo tiefster Winter gestern noch nach seinem Haus und Feldern griff, schien nun ein reges Blütenmeer

zu liegen.

Unwissend der Erinnerung, wie Janik jene Wiese, im Sonnenschein betreten hatte.

So schien dies nun gänzlich frei von Bedeutung, fühlte er weder sorge, noch Angst, sondern Freiheit

Und Harmonie.

Er lief die Wiese entlang, den Hügel hinunter, der leuchtenden Sonne entgegen.

Unbestellt blieben seine Felder in diesem Sommer und waren es auch noch im Herbst.

Auffallen aber wollte dies hier niemandem.

Im Frühling des folgenden Jahres kamen Gerüchte auf.

Auch Janik sei nun wohl, dem kargen und einsamen Leben hier draußen, in die große Stadt entflohen.

Langsam wuchs der nahe Wald über Felder und sein Haus.

Niemand setzte je einen Fuß in diese abgelegene und einsame Gegend.

Und niemand warf einen Blick durch Janiks Fenster und auf den Sessel, in Janiks

Stube, in dem er nun endlich Ruhe fand.

Janik fand sich auf einer Blütenwiese mit warmer Sonne in seinem Gesicht und fühlte sich unerwartet leicht und unbekümmert. – Es hört sich so an als wüsste Janik nicht so richtig wie er auf die Blütenwiese gekommen ist, also wie ein Schlafwandler. Wenn du das meinst, dann fehlt wieder, also eine Form von wiederfinden.

Ein Unglück, ein großes Unglück war es damals **wohl. Und doch für ihn seit dieser Nacht, vor so langer Zeit, kein Schlaf mehr zu finden. – Die fett markierten Wörter sind für mich ein Widerspruch. Wohl und doch würde ich streichen.

Ich glaube, dein Text ist nun etwas deutlicher. Nun müsstest du für meinen Geschmack noch sinnvolle Absätze einbauen, damit es rund wird.

Hallo Suse, das macht Spaß!

Also, genau genommen ist Janik in diesem Moment bereits Tot und die Blumeniese und der Sonnenschein, sein Weg ins letzte Licht. Wesshalb er auch den Schmerz und die jahrelange Pein nicht mehr spürt. Das weiß Janik aber natürlich nicht.

" Ein Unglück, ein großes Unglück war es damals **wohl. "
Das es ein Unglück war sagt sich Janik immer wieder selbst, um sich seine eigene Unschult zu beteuern.
Das " wohl " steht dafür, das er es selbst nicht glaubt.
Trotz seiner versuchten selbstverläugnung findet er seit dieser Nacht aber keinen ruhiegen Schlaf mehr.

Und ja, du hast recht, es ginge auch ohne „wohl“ und „doch“!

Sinnfolle Absätze in einen Text einbauen, dafür bin ich genau der Richtige. :woozy_face:

Gruß, Timmo. :slightly_smiling_face:

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Aha. Also müsste das wohl auch stehen bleiben. Dann bastele ich mal Absätze hin und du guckst anschließend, ob du sie auch so setzen würdest.
Absätze kommen, ganz grob gesagt, immer da hin, wo ein neuer Sinnabschnitt beginnt.

Das freut mich sehr. Mir macht es auch Spaß.

Habe es gerade selber Mal verucht.
Bin sehr gepannt auf deine Version, vielleicht bekomme ich ja doch noch raus wie das funktioniert.
:upside_down_face:

Komme heute nicht mehr dazu. Bin gespannt auf die Unterschiede. Bis mogen.
Suse

Janik fand sich auf einer Blütenwiese mit warmer Sonne in seinem Gesicht und fühlte sich
unerwartet leicht und unbekümmert. Die düsteren Gedanken, so vieler quälender Jahre, sie schienen für immer verflogen. Ruhelose Nächte, in denen er durch die dunklen Wälder jagte, immer auf der Flucht vor seinem eigenen Schatten. Doch nichts, was eben noch wie Blei auf seiner Seele lag, vermochte er hier nun wahrzunehmen. Ein Unglück, ein großes Unglück war es damals wohl.

Und doch für ihn seit dieser Nacht, vor so langer Zeit, kein Schlaf mehr zu finden. Mit Alkohol suchte er sich anfangs zu betäuben, aber niemals wurde dessen Wirkung groß genug, um Ängsten und Körper die ersehnte Ruhe zu gewähren. Bis gänzlich dessen Wirkung verspielt und ihm nichts übrigblieb, als in den nächtlichen Wald hinauszulaufen und immer weiter zu laufen und zu laufen. Hinter jedem Baum, hinter jedem Strauch, hinter jedem Felsen schien der schicksalhafte Schatten jener Nacht auf ihn zu warten.

Dreißig seiner so wertvollen Lebensjahre waren auf diese Weise schon verloren. Keine Sekunde der Rast, die ihm durch die Erinnerung an das Geschehene vergönnt gewesen wäre. Dort vorn, hinter dem mächtigen Stamm, ein Schatten, das Dunkel jener Nacht als sie in Streit gerieten.

Weiter lief er immer schneller, jede Richtung war ihm gleich, nur weg von diesem Schatten. Des Morgens heimgekehrt zur eigenen Stube, wäre er dankbar gewesen, wenn die Sonne ihn aus seiner nächtlichen Pein zu erlösen suchte. Schlaf aber konnte auch der Tag nicht bringen, doch wich für kurze Zeit, die Angst vor der verlorenen Nacht. Um dann erneut, wie ein gehetztes Reh, dem eigenen Wissen, in den dunklen Wald zu entfliehen.
Lag dort eine leblose Gestalt unter dichtem Gebüsch? Ein zerschmetterter Körper wie der seines alten Freundes Malek? Hinfort von diesem Busch und jenem Augenblick als Janik die Wut packte und dieser den Malek, und ihn zur Wand hin stieß. Ein Unfall war es doch, da war er sicher, am Morgen neben Malek, als er der Nacht und des Schreckens gewahr wurde. Im Blut seines regungslosen Freundes. Getrunken hatten sie wieder einmal, sein alter Freund Malek und er.

Von Kindesbeinen an kannten sie sich schon. Waren zusammen aufgewachsen als Nachbarn im weiten leeren Land. Niemanden gab es hier draußen, außer den beiden Freunden. So war es erst auch gar nicht aufgefallen, als Maleks Land im Sommer nicht bestellt war. Und auch im Herbst zur eigentlichen Erntezeit noch nicht. Immer wieder stolperte Janik über Felsen und leblose Bäume angsterfüllt durch das Entsetzen der Dunkelheit.

Einsamkeit durchzog diese Gegend, Heimat für beide seit ihrer Geburt. Und nun die erdrückende Last des Wissens, um das Vorgefallene. Ängstlich über das was geschehen, suchte er in der darauf folgenden Nacht, Malek und seine eigene Schuld ihn den tiefen des nahen Waldes zu vergraben wo mit Verlassenheit und deren Weite, die namenlose Gruft seines Freundes, und Janiks eigenes Vergehen, sich der Welt nicht offenbarte.

Schneller als seine Gedanken floh er durch den nächtlichen Wald. Eine dunkle Kontur bäumte sich vor ihm auf, ihm den Weg zu verstellen. Bildnis seines vergebenen Suchens, dem Freund doch noch die fehlende Gunst eines gesegneten Gedenkens und sich selbst das Gestehen der Schuld zu ermöglichen? Oder doch nur grauer Fels im Schleier der gehetzten Finsternis?

Nacht für Nacht, zahllos Stunden in denen er versuchte hatte, den Verborgenen Freund wiederzufinden. Immer fieberhafter irrte er in seinen schlaflosen Nächten durch die Wälder. Strauchelnd, an Ästen und dichtem Gehölz, gedrängt vom Hunger der Erlösung.

Zahllose Jahre waren seither vergangen. Noch bevor ihn erneut das eigene Grauen der Nacht, in den Wald entließ, war er wohl eingeschlafen, in der Dämmerung des endenden Tages, reglos in seinem Sessel sitzend. Das erste Mal nach so langen Zeiten.

Wo tiefster Winter gestern noch nach seinem Haus und Feldern griff, schien nun ein reges Blütenmeer zu liegen. Unwissend der Erinnerung, wie Janik jene Wiese, im Sonnenschein betreten hatte. So schien dies nun gänzlich frei von Bedeutung, fühlte er weder sorge, noch Angst, sondern Freiheit und Harmonie. Er lief die Wiese entlang, den Hügel hinunter, der leuchtenden Sonne entgegen. Unbestellt blieben seine Felder in diesem Sommer und waren es auch noch im Herbst.

Auffallen aber wollte dies hier niemandem.Im Frühling des folgenden Jahres kamen Gerüchte auf. Auch Janik sei nun wohl, dem kargen und einsamen Leben hier draußen, in die große Stadt entflohen. Langsam wuchs der nahe Wald über Felder und sein Haus. Niemand setzte je einen Fuß in diese abgelegene und einsame Gegend. Und niemand warf einen Blick durch Janiks Fenster und auf den Sessel in Janiks Stube, in dem er nun endlich Ruhe fand.

Janik fand sich auf einer Blütenwiese mit warmer Sonne in seinem Gesicht und fühlte sich
unerwartet leicht und unbekümmert. Die düsteren Gedanken, so vieler quälender Jahre, sie schienen für immer verflogen. Ruhelose Nächte, in denen er durch die dunklen Wälder jagte, immer auf der Flucht vor seinem eigenen Schatten. Doch nichts, was eben noch wie Blei auf seiner Seele lag, vermochte er hier nun wahrzunehmen.

Ein Unglück, ein großes Unglück war es damals wohl. Und doch für ihn seit dieser Nacht, vor so langer Zeit, kein Schlaf mehr zu finden. Mit Alkohol suchte er sich anfangs zu betäuben, aber niemals wurde dessen Wirkung groß genug, um Ängsten und Körper die ersehnte Ruhe zu gewähren. Bis gänzlich dessen Wirkung verspielt und ihm nichts übrigblieb, als in den nächtlichen Wald
hinauszulaufen und immer weiter zu laufen und zu laufen. Hinter jedem Baum, hinter jedem Strauch, hinter jedem Felsen schien der schicksalhafte Schatten jener Nacht auf ihn zu warten.

Dreißig seiner so wertvollen Lebensjahre waren auf diese Weise schon verloren. Keine Sekunde der Rast, die ihm durch die Erinnerung an das Geschehene vergönnt gewesen wäre.

Dort vorn, hinter dem mächtigen Stamm, ein Schatten, das Dunkel jener Nacht als sie in Streit gerieten. Weiter lief er immer schneller, jede Richtung war ihm gleich, nur weg von diesem Schatten. Des Morgens heimgekehrt zur eigenen Stube, wäre er dankbar gewesen, wenn die Sonne ihn aus seiner nächtlichen Pein zu erlösen suchte. Schlaf aber konnte auch der Tag nicht bringen, doch wich für kurze Zeit, die Angst vor der verlorenen Nacht. Um dann erneut, wie ein gehetztes Reh, dem eigenen Wissen, in den dunklen Wald zu entfliehen.

Lag dort eine leblose Gestalt unter dichtem Gebüsch? Ein zerschmetterter Körper wie der seines alten Freundes Malek? Hinfort von diesem Busch und jenem Augenblick als Janik die Wut packte und dieser den Malek, und ihn zur Wand hin stieß. Ein Unfall war es doch, da war er sicher, am Morgen neben Malek, als er der Nacht und des Schreckens gewahr wurde. Im Blut seines regungslosen Freundes.

Getrunken hatten sie wieder einmal, sein alter Freund Malek und er. Von Kindesbeinen an kannten sie sich schon. Waren zusammen aufgewachsen als Nachbarn im weiten leeren Land. Niemanden gab es hier draußen, außer den beiden Freunden. So war es erst auch gar nicht aufgefallen, als Maleks Land im Sommer nicht bestellt war. Und auch im Herbst zur eigentlichen Erntezeit noch nicht

Immer wieder stolperte Janik über Felsen und leblose Bäume angsterfüllt durch das Entsetzen der Dunkelheit.

Einsamkeit durchzog diese Gegend, Heimat für beide seit ihrer Geburt. Und nun die erdrückende Last des Wissens, um das Vorgefallene. Ängstlich über das was geschehen, suchte er in der darauf folgenden Nacht, Malek und seine eigene Schuld ihn den tiefen des nahen Waldes zu vergraben
Wo mit Verlassenheit und deren Weite, die namenlose Gruft seines Freundes, und Janiks eigenes Vergehen, sich der Welt nicht offenbarte.

Schneller als seine Gedanken floh er durch den nächtlichen Wald. Eine dunkle Kontur bäumte sich vor ihm auf, ihm den Weg zu verstellen. Bildnis seines vergebenen Suchens, dem Freund doch noch die fehlende Gunst eines gesegneten Gedenkens und sich selbst das Gestehen der Schuld zu ermöglichen? Oder doch nur grauer Fels im Schleier der gehetzten Finsternis? Nacht für Nacht, zahllos Stunden in denen er versuchte hatte, den Verborgenen Freund wiederzufinden. Immer fieberhafter irrte er in seinen schlaflosen Nächten durch die Wälder. Strauchelnd, an Ästen und dichtem Gehölz, gedrängt vom Hunger der Erlösung. Zahllose Jahre waren seither vergangen.

Noch bevor ihn erneut das eigene Grauen der Nacht, in den Wald entließ, war er wohl Eingeschlafen, in der Dämmerung des endenden Tages, reglos in seinem Sessel sitzend. Das erste Mal nach so langen Zeiten.

Wo tiefster Winter gestern noch nach seinem Haus und Feldern griff, schien nun ein reges Blütenmeer zu liegen. Unwissend der Erinnerung, wie Janik jene Wiese, im Sonnenschein betreten hatte. So schien dies nun gänzlich frei von Bedeutung, fühlte er weder sorge, noch Angst, sondern Freiheit und Harmonie. Er lief die Wiese entlang, den Hügel hinunter, der leuchtenden Sonne entgegen.

Unbestellt blieben seine Felder in diesem Sommer und waren es auch noch im Herbst. Auffallen aber wollte dies hier niemandem. Im Frühling des folgenden Jahres kamen Gerüchte auf. Auch Janik sei nun wohl, dem kargen und einsamen Leben hier draußen, in die große Stadt entflohen.

Langsam wuchs der nahe Wald über Felder und sein Haus. Niemand setzte je einen Fuß in diese abgelegene und einsame Gegend. Und niemand warf einen Blick durch Janiks Fenster und auf den Sessel, in Janiks Stube, in dem er immer noch saß, in Frieden und Ruhe.

Das wäre jetzt meine Version.
Das Lustige ist, das sich beide unterschiedlich lesen, nur weil die Absätze anders sind. :upside_down_face:

Ganz lieben Dank noch mal für die tolle Unterstützung.
Gruß, Timmo.

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Ja. Absätze machen mehr aus als man zunächst denkt.