Schreibtipp des Tages

Die Story ist iÜ wirklich cool: KI im Klassenzimmer ersetzt Lehrende. Um es mit Reinhard Mey zu singen: „und ein Finger schreibt ins gerinnende Blut: auch althergebrachte Methoden sind gut!“

1 „Gefällt mir“

Kehren wir zum Thema zurück. :grinning:

Du schreibst schneller, wenn du nicht ständig zurückliest. Die pure Rohschrift wird länger, aber vollständiger. Erst in der zweiten Phase, der Revision, wird geschnitten, was nicht dient. Diese Methode entlastet den psychischen Druck. Du musst nicht gut schreiben, du musst nur schreiben.

4 „Gefällt mir“

Der größte Feind des Autors ist das weiße Blatt, denn da kann man nichts überarbeiten. Daher Schreiben, egal was!

Wenn mir das komplette Bild für ein Kapitel fehlt, schreibe ich in der Rohfassung ungeachtet der Grammatik, der Logik, irgendwelcher Regeln einfach drauf los.
Aus den Stichpunkten werden bald Sätze, dann Bilder. Fehlen mir die passenden Worte für eine Textstelle, so wird mein Gedanke in eckiger Klammer niedergeschrieben. Es darf in der Sprache geschludert werden und ein Wechsel der Zeitform ist nicht selten.

Am Ende steht das Rohmaterial - viel Masse.

Manchmal lohnt es sich diesen Brocken ruhen zu lassen. Das Bild des Kapitels/ Werkes reift in einem wie ein guter Wein nach.

Wenn die Zeit gekommen ist, dann nehme ich mir dieses Rohmaterial wieder vor.
Einmal drüberlesen, dann Augen zu und Kopfkino an.

Passt das geschriebene Bild zu meiner Vorstellung? Wie werden die Sinne angesprochen? Wie sind die Emotionen? Passt die Atmosphäre? Gibt’s Ballast? …
Fragen sind meine Werkzeuge, die mich Schritt für Schritt dem Ziel ein Stück näher bringen.

Was am Ende übrig bleibt, das weiß ich nie genau. Ein Kapitel ist schließlich nie zu 100% fertig.

Aber eines bin ich mir gewiss: Mit jedem Wort, dass ich egal in welcher Phase eines Kapitels geschrieben habe, komme ich meinem Ziel ein Stück näher.
Der Handlung ein passendes Ende zu geben.

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Irgendwo habe ich mal den Tipp gelesen, mit dem Schreiben aufzuhören, wenn man noch genau weiß, wie die Geschichte von dort an weitergeht. Für mich ist das ein unglaublich wertvoller Tipp, weil ich oft Probleme mit dem Einstieg habe (und ja, meinen Anfängen einer Geschichte liest man das an, die ersten paar Abschnitte einer Kurzgeschichte oder eines Romans, oder manchmal sogar eines Kapitels, wenn es eine neue Situation einleitet, sind IMMER meine schwächsten).

Seit ich diesen Tipp befolge, klappt es viel besser. Ich höre einfach einen Abschnitt vor dem Ende einer Szene auf. Da weiß ich genau, welchen Abschnitt ich beim nächsten Mal schreiben muss und habe den Einstieg schon vorbereitet.
Vielleicht hilft das noch jemanden?

5 „Gefällt mir“

Nicht linear schreiben.

Vielleicht nicht für jeden etwas. Wenn ich im Flow bin, aber zum Beispiel eine einfache Szene meinen Fluss hemmt, setzte ich fett einen Platzhalter (z.B. der Spaziergang, Leo erzählt von dem Keller der Waldhütte) und erzähle weiter den Teil, der mir jetzt auf dem Herzen liegt.
Leo kann dann später auserzählen, was er denn im Waldhaus gesehen hat - und warum eine Waldhütte überhaupt einen Keller hat…

4 „Gefällt mir“

Davon habe ich auch schon gehört, doch das umzusetzen fällt mir schwer. Ich schreibe buchstäblich bis mir die Augen zufallen :sweat_smile:

Wiederum gibt’s auch mal Nächte (meistens am Wochenende) wo ich so im Flow bin, dass ich das ins Bett gehen fast vergesse :see_no_evil: Die Morgenröte erinnert mich dann daran, du könntest jetzt mal ins Bett gehen, dann kommt das ABER und dann komme ich auf 2-3 h Schlaf :hear_no_evil:
Doch durch die Euphorie, soviel die Nacht geschafft zu haben, merke ich am nächsten Tag das Defizit nicht.

Unter der Woche zwinge ich mich dagegen ins Bett und spiele dort die aktuelle Szene im Kopf durch.

Das mach ich oft und gerne. Manchmal hilft es mir auch, die stockende Szene aus der Perspektive eines anderen Protas oder eines neutralen Erzählers zu beschreiben. Auf jeden Fall aber scheinen mir regelmässige Pausen und Notizen für die nächste Szene das stärkste Element zu sein, den Schreibfluss aufrecht zu erhalten.
Und da gestern gleich in zwei Threads Hemingway zitiert wurde, hier noch ein Tipp vom grossen Meister: „Besoffen schreiben, nüchtern überarbeiten!“

3 „Gefällt mir“

Frage oder Tipp? Schreibt jemand grundsätzlich im „Normseiten-Modus“?
Ich liebäugele damit weil es viele Korrekturen und Bezüge leichter macht.
Hat das Nachteile für irgendetwas?

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Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Aber ich glaube Änderungen im Normseitenmodus werden nicht mit dem Hauptdokument synchronisiert.

1 „Gefällt mir“

Ich habs ein paar mal probiert, komm aber mit dem „Courier“-Font optisch nicht zurecht. Außerdem verlier ich den Überblick über das endgültige Ausmaß im Layout. Daher schreibe ich lieber gleich im im gewählten Buchformat. Versende ich eine Kurzgeschichte, dann wähle ich als letzte Version immer die Normseite. Einen wirklichen Vorteil kann ich als Autor nicht sehen (vielleicht aber das Lektorat?). Einen Nachteil aber auch nicht. Das finde ich ist eines der schönen Dinge an Papyrus, dass man sich das Aussehen des Manuskriptes nach Belieben einrichten kann.
Auch die Charakterkarten nutze ich gerne, die Zeitleiste gar nicht und Notizen schreibe ich direkt in den Text oder auf Notizzettel. Das sieht dann so aus (und damit fahre ich persönlich am besten):

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Ich schreibe eigentlich immer auf A4. Bin ich von Word bzw. OpenOffice aus dem Büro so gewöhnt. Alles andere kommt mir komisch vor.

Wirkliche Schreibtipps habe ich nicht. Meine Vorlieben sind halt nicht zwingend zu verallgemeinern. Zu allem Überfluss ändern sie sich zum Teil auch noch.
:man_shrugging:t2:

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Tagestipp (klingt, als würde man jeden Tag nach einem anderen Muster schreiben) kann ich nicht geben, jeder muss seinen eigenen Weg suchen und wird ihn gewiss auch finden. Nur das: Viel schreiben, wie auch viel (Unterschiedliches) lesen! Unser Internetanbieter hat uns eineinhalb Tage im Stich gelassen, was ausreichte, um mich meinem Geburtstagsgeschenk zu widmen.
Der letzte Kurzroman dieser Sammlung von Stephen King passt zur Threadfrage. Demnach benötigt man für einen Roman nur eine Idee, eine abgelegene Waldhütte, in der man alleine, durch meteorologische Kapriolen von der Außenwelt abgeschnitten und hochfiebernd einen Deal mit einer Ratte macht. Köstlich! Ich kann es kaum erwarten, dass Vodafone mir zum nächsten Buch verhilft. :upside_down_face:

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Hab ich letzt ausprobiert, als ich EXAKT nur eine Normseite schreiben durfte für einen Wettbewerb. Sagt mir aber überhaupt nicht zu. Kann aber auch daran liegen, dass ich das eben sonst nicht mache und mich schwertu mit Veränderungen.

Ich habe überhaupt kein Problem mit Veränderungen, finde die Normseiten zum Schreiben der Rohfassung jedoch auch suboptimal.