Vielleicht nicht für jeden etwas. Wenn ich im Flow bin, aber zum Beispiel eine einfache Szene meinen Fluss hemmt, setzte ich fett einen Platzhalter (z.B. der Spaziergang, Leo erzählt von dem Keller der Waldhütte) und erzähle weiter den Teil, der mir jetzt auf dem Herzen liegt.
Leo kann dann später auserzählen, was er denn im Waldhaus gesehen hat - und warum eine Waldhütte überhaupt einen Keller hat…
Davon habe ich auch schon gehört, doch das umzusetzen fällt mir schwer. Ich schreibe buchstäblich bis mir die Augen zufallen
Wiederum gibt’s auch mal Nächte (meistens am Wochenende) wo ich so im Flow bin, dass ich das ins Bett gehen fast vergesse Die Morgenröte erinnert mich dann daran, du könntest jetzt mal ins Bett gehen, dann kommt das ABER und dann komme ich auf 2-3 h Schlaf
Doch durch die Euphorie, soviel die Nacht geschafft zu haben, merke ich am nächsten Tag das Defizit nicht.
Unter der Woche zwinge ich mich dagegen ins Bett und spiele dort die aktuelle Szene im Kopf durch.
Das mach ich oft und gerne. Manchmal hilft es mir auch, die stockende Szene aus der Perspektive eines anderen Protas oder eines neutralen Erzählers zu beschreiben. Auf jeden Fall aber scheinen mir regelmässige Pausen und Notizen für die nächste Szene das stärkste Element zu sein, den Schreibfluss aufrecht zu erhalten.
Und da gestern gleich in zwei Threads Hemingway zitiert wurde, hier noch ein Tipp vom grossen Meister: „Besoffen schreiben, nüchtern überarbeiten!“
Frage oder Tipp? Schreibt jemand grundsätzlich im „Normseiten-Modus“?
Ich liebäugele damit weil es viele Korrekturen und Bezüge leichter macht.
Hat das Nachteile für irgendetwas?
Ich habs ein paar mal probiert, komm aber mit dem „Courier“-Font optisch nicht zurecht. Außerdem verlier ich den Überblick über das endgültige Ausmaß im Layout. Daher schreibe ich lieber gleich im im gewählten Buchformat. Versende ich eine Kurzgeschichte, dann wähle ich als letzte Version immer die Normseite. Einen wirklichen Vorteil kann ich als Autor nicht sehen (vielleicht aber das Lektorat?). Einen Nachteil aber auch nicht. Das finde ich ist eines der schönen Dinge an Papyrus, dass man sich das Aussehen des Manuskriptes nach Belieben einrichten kann.
Auch die Charakterkarten nutze ich gerne, die Zeitleiste gar nicht und Notizen schreibe ich direkt in den Text oder auf Notizzettel. Das sieht dann so aus (und damit fahre ich persönlich am besten):
Ich schreibe eigentlich immer auf A4. Bin ich von Word bzw. OpenOffice aus dem Büro so gewöhnt. Alles andere kommt mir komisch vor.
Wirkliche Schreibtipps habe ich nicht. Meine Vorlieben sind halt nicht zwingend zu verallgemeinern. Zu allem Überfluss ändern sie sich zum Teil auch noch.
Tagestipp (klingt, als würde man jeden Tag nach einem anderen Muster schreiben) kann ich nicht geben, jeder muss seinen eigenen Weg suchen und wird ihn gewiss auch finden. Nur das: Viel schreiben, wie auch viel (Unterschiedliches) lesen! Unser Internetanbieter hat uns eineinhalb Tage im Stich gelassen, was ausreichte, um mich meinem Geburtstagsgeschenk zu widmen.
Der letzte Kurzroman dieser Sammlung von Stephen King passt zur Threadfrage. Demnach benötigt man für einen Roman nur eine Idee, eine abgelegene Waldhütte, in der man alleine, durch meteorologische Kapriolen von der Außenwelt abgeschnitten und hochfiebernd einen Deal mit einer Ratte macht. Köstlich! Ich kann es kaum erwarten, dass Vodafone mir zum nächsten Buch verhilft.
Hab ich letzt ausprobiert, als ich EXAKT nur eine Normseite schreiben durfte für einen Wettbewerb. Sagt mir aber überhaupt nicht zu. Kann aber auch daran liegen, dass ich das eben sonst nicht mache und mich schwertu mit Veränderungen.
Die Kunstfraufessor meinte: „Wenn dir mal nichts einfällt, weil Schreibblockade oder Demenzschub oder so, dann denk daran, du bist Teil einer Generation, die schon als Jugendliche dreiseitige Aufsätze schrieben. Aus dem Kopf. Mit Kugelschreiber. In der grossen Pause!“
(Ich liebe mein Kind, aber musste sie wirklich Lehrerin werden?)
Aktuell schreibe ich so minimalistisch wie möglich. Ohne Format. Ohne Ablenkung. Text wandert wie bei einer Schreibmaschine nach oben weg. Hier der Ultrafokus, eines nicht erhältlichen Schreibprogramms.
Papyrus kommt dann bei der Überarbeitung zu Tage. Erst in A4 (wird ohnehin einiges umformuliert, erweitert, gestrichen (manche Testleser wollen es als A4 doc Dokument. ) … , ganz am Ende im Buchformat, um den Buchsatz im Blick zu haben.
Goldwaagen stehen sowieso im Verdacht, sehr pingelig zu sein.
Und der beste Stil nutzt bekanntlich nix, wenn die Story nichts hergibt.
Da liegt zur Zeit auch mein Augenmerk. Verbessern geht später immernoch, wenn es dann wirklich notwendig sein sollte.
Darum mein Tipp:
Träumt bewusst eure Geschichten, erinnert euch daran und schreibt es auf!
Schreibtipp: spielt mit Vergleichen, Metaphern, Bildern.
Benutzt nicht alles, aber spielt damit, albert herum, probiert aus.
Manchmal ist ein Goldstück dabei.