Reele Einschätzung beim Buchverkauf

Liebe:r Leser:in,

mich würde sehr interessieren, welche Erwartungen beim Verkauf des eigenen Werks bestehen.

Als (unbekannte:r) Autor:in sind bestimmt gewisse Ansprüche, Erwartungen und wünsche bezüglich der Veräußerung in Stückzahl angedacht.

Wie planst DU die Stückzahl?

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Ich habe meinen Roman nicht „für die Allgemeinheit“ veröffentlicht, sondern ihn lediglich (bei epubli) drucken lassen und dann persönlich verteilt.
Vorab hatte ich meine Verschenkexemplare (an Testleser, Spezialisten zu bestimmten Themen, den Gestalter des Titelbildes, Eltern und Geschwister …) geplant und eine Rundmail an meinen gesamten Bekanntenkreis verschickt. Die Vorbestellungen haben mir eine Grundlage für die Kalkulation gegeben. Letztlich habe ich im Januar 200 Exemplare bestellt, mittlerweile eine zweite Auflage von 50 Exemplaren nachgeschoben.
Ich glaube aber, dass es schwierig ist, diese Zahl zu generalisieren.

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Das kann man planen? Davon wusste ich nix…
Mein erster „Verlag“ versprach mir einen Gewinn ab dem 500sten verkauften Buch. Hey, dachte ich naiv wie eine Kaulquappe, das sollte kein Problem werden! Es gingen dann ca. 120 über den Ladentisch. Bei No. 2 hatte ich schon in paar Connections, bei den nachfolgenden ein paar mehr und es baute sich - bzw. tut es wohl hoffentlich immer noch -ein kleiner Leserkreis auf. Als Selfpublisher bin ich immer vorsichtig herangegangen. Mittlerweile bestelle ich häppchenweise ca. 200 bis 300 Bücher die ich selbst verticke, dann geht noch so dies und das in den Buchhandlungen dieser Republik und bei zwei Verkaufstellen auf der Insel.

Oh, ich denke bei jedem Roman, das isser jetzt,genau darauf hat die Welt gewartet, da gehen mal die Zahlen abstrus nach oben. Es gibt höchst erfolgreiche Selfpublisher, aber die sind dünn gesät. Wenn Du die Stückzahlen meinst, die ein Verlag ordert, also so richtig einer, nicht sonne windige Wurstbude auf dem Lidl-Parkplatz, dann werden die schon wissen, was sie tun. Das hängt natürlich auch mit der Werbung zusammen, die der Verlag für Dein Werk in Gang setzt. Oder auch nicht. Lagerhaltung ist teuer. Bei einem Book on demand entfällt das natürlich und man bleibt selten auf Dutzenden von Exemplaren sitzen. Im Allgemeinen wird vorsichtig mit 2000 bis 3000 Stück gestartet, aber diese Zahlen sind nicht ganz neu, seitdem hat sich auf dem Buchmarkt viel getan.

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Könnte man das planen, lieber @Friederich würde wohl jeder eine Millionenseller-Auflage planen, sich eine Sonnenliege kaufen und nichts mehr tun.
Du kannst lediglich die Finger von Druckkostenzuschussverlagen lassen. Und hoffen und werben und aktiv werden und Klinken putzen.

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Ich denke, direkt planen kann man das wohl nicht.
Aber man kann schon etwas tun, um die Chancen zu erhöhen.
Es heißt, James Cameron habe das Drehbuch zu Titanic selbst geschrieben, weil er wollte, dass es ein Erfolg wird. (Wahrscheinlich hat er anderen Drehbuchschreibern nicht getraut.)

Wenn du wirklich erfolgreich sein willst, musst du das Anfängerstadium des Schreibens weit hinter dir lassen. Du musst so schreiben, dass ein Verlag dein Manuskript nehmen würde - mindestens. Wenn du selbst veröffentlichst, weil Verlage dein Manuskript aufgrund von Anfängerfehlern ablehnen würden, hast du keine Chance auf große Stückzahlen. (Wenn du von einem Verlag angenommen wirst, heißt das aber auch noch lange nicht, dass dein Buch ein Megaseller wird.)
Wenn du also deine Chancen sehr verbessern willst - arbeite am Handwerk. Drehbücher in Hollywood gelten als ziemlich erfolgreich. Und das liegt daran, dass sich die Autoren ans Handwerk halten. Vielleicht kommt dabei kein Jahrhundertwerk heraus und auch kein Anwärter für den Literaturnobelpreis, aber diese Autoren bedienen den Geschmack der Massen. Und die Massen sollen dein Buch ja kaufen.
Also: Lerne das Handwerk.

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Das ist sicherlich die Grundlage, leider ist jedoch ein meisterhaftes Werk immer noch kein Erfolgsgarant. Es gehört eben auch Glück dazu, womit wir wieder bei der Unplanbarkeit wären.

Habe ich ja gesagt.
Aber warum haltet ihr euch immer so sehr an den Dingen auf, auf die ihr keinen Einfluss habt, anstatt euch um die Dinge zu kümmern, die ihr beeinflussen könnt?
„Das Glück ist mit den Tüchtigen“, heißt es. Und Cameron hat seinen Erfolg durchaus geplant. Er stand auch unter mächtigem Druck, denn Titanic war nicht billig. Der Film musste die Unkosten wieder einspielen. Und sollte Gewinn machen.
Lieber @Friederich, tu alles, was in deiner Macht steht, dann sorgt eine höhere Macht möglicherweise für das Glück …

Ja. Eben. Hab dir mit meiner Aussage zugestimmt. Wollte dich unterstützen.

Ach? Mach ich das?

Zumindest deutet deine Argumentation darauf hin.

Nein, nein. Sollte nicht so sein.

Ohne Verlag unplanbar und selbst diese verkalkulieren sich, siehe die viel zu niedrige Startauflage von Harry Potter oder diverse Bücher, deren Nichtverkaufbarkeit totgeschwiegen wird bzw. die Blamage der Fehleinschätzung. Meine Empfehlung wäre die Bücher erst nach Bestellung zu drucken. So etwas wird bei Unternehmen angeboten, bei denen sich auch unkompliziert ebooks verkaufen lassen. Ansonsten ganz fest die Daumen drücken.

Nach den letzten philosophischen Hörbüchern, die ich so konsumiert habe, würde ich den beiden Damen oben Recht geben und noch folgendes anfügen: Erfolg lässt sich nicht planen, daher macht es keinen Sinn, unnötig Energie auf die Frage zu verschwenden. Beeinflusse, was du beeinflussen KANNST, nicht, was sich nicht beeinflussen lässt. Und falls es ein Misserfolg wird, empfehle ich das Buch „Die Schönheit des Scheiterns“ zu lesen. Wer oft scheitert hat bessere Aussichten es eines Tages richtig zu machen als jemand, der es noch nie versucht hat. Warum? Weil er die Erfahrung gemacht hat, wie es NICHT geht. Damit hat er den anderen bereits etwas voraus.

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Ich kann mir nicht vorstellen, einen Buchverkauf zu planen. Darum gefällt mir die Variante selfpublishing gut.

Das Beispiel von Harry Potter schwirrte mir ebenfalls durch meine Gedankenwelt.

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Du solltest dir dennoch vergegenwärtigen, dass ein solcher Erfolg die Ausnahme ist, nicht die Regel. Als unbekannter Autor ohne große Werbemöglichkeiten und Kontakte würde ich, wenn man Verwandte und Freunde abzieht, auf Verkaufszahlen im ein- bis vier-, maximal fünfstelligen Bereich tippen. Alles darüber hinaus (also ein Bestseller) wäre wie ein sechser im Lotto und ohne einen Verlag, der durch anfänglich gute Verkaufszahlen aufmerksam wird, wahrscheinlich gar nicht zu bewerkstelligen, so zumindest meine nüchterne Einschätzung.

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