Probleme mit dem Buchdesigner

Hallo in die Runde,

ich habe hier gerade große Probleme mit dem Buchdesigner. Eigentlich wollte ich dem Buch nur 3mm Bleed hinzufügen, aber wenn ich dafür den Buchdesigner verwende zerschießt er mir mein gesamtes Format. Ich verwende für Titel, Kapitelüberschriften, Seitenzahlen, und Buchtitel im Header eine eigene Schriftart. Im Buchdesigner, würde er nun gerne alle meine Schriftarten mit „Amarante“ überschreiben. Ich will das aber nicht. Warum macht er das? Kann ich nicht einfach das Format des Buches ändern, ohne dass mir der Designer in der Schriftarten herumändert?? Ich kann die Schrift auch nicht umändern, meine eigene Schriftart wird in den Listen nicht angezeigt.
Vermutlich habe ich irgendetwas übersehen …
Also noch einmal ganz einfach: Ich würde dem Format nur gerne 3mm Bleed hinzufügen und sonst absolut gar nichts ändern. Wie bekomme ich das hin?

Zum Thema „Anschnitt/Beschnitt/Bleed“ gibt es ein paar Hinweise im Handbuch unter „10.3.2 Bilder müssen bluten – extra Anschnitt-Rand“. Vielleicht hilft Dir das ein bisschen weiter.

Ja, das habe ich schon gelesen. Ich habe jetzt einfach testweise im Buchdesigner 3mm Bleed eingestellt. Er hat das auch irgendwie eingerechnet, aber als ich nochmal in den Buchdesigner ging stand Bleed wieder auf 0mm, dafür hat er die Ränder jeweils um 3mm erhöht. Das ist ja aber nicht Sinn der Sache: Wenn die Druckerei jetzt 3mm wegschneidet wird mein Buch ja kleiner als geplant. Wenn überhaupt müsste man das Buch dann jetzt jeweils 3mm größer einstellen, damit die zusätzlichen 3mm Rand weggeschnitten werden können.
Mann … ich steig hier echt nicht durch … das Handbuch läßt mich an dieser Stelle ziemlich im Regen stehen…

Der Gute Berti hatte dazu mal eine Broshüre erstellt. Schnupper gerne mal rein. Ich möchte behaupten, dass es dort auch um Bleed ging.

Gruß Leon

2 „Gefällt mir“

Hallo Phalke,
ich habe eben auf dem großen A-lternativmarkt nach Lektüre für die Buchbearbeitung gestöbert und folgenden Titel entdeckt:

„Layout mit Papyrus Autor: das Praxisbuch“ Das Buch kommt in Taschenbuch und E-book Format daher. Ein versuch um dich weiter zu bringen, wäre es doch wert :slight_smile:

Ich hab das auch mal einem Papyrus 12-Nutzer empfohlen und mir dann sagen lassen, dass das Buch sich nur auf Papyrus 11 bezieht, weil genau der Buchdesigner bei Version 12 neu ist.

2 „Gefällt mir“

Eiy, stimmt du hast recht, das hab ich nicht beachtet :dotted_line_face: :smiley:

Der Buchdesigner muss die Ränder erhöhen, denn sonst funktioniert der Anschnitt nicht.

Beispiel: Eine A5-Seite hat die Maße 148,5 x 210 mm und ich stelle umlaufend 10 mm Rand ein. Die nutzbare Fläche ist deshalb 128,5 x 190 mm.

Wenn jetzt der Anschnitt von 3 mm dazukommt, muss das Papier auf jeder Seite um 3 mm vergrößert werden und wird zu 154,5 x 196 mm. Da sich die Randeinstellung auf die Papiergröße bezieht, muss der Rand auf jeder Seite um 3 vergrößert werden, also umlaufend 13 mm – und genau das macht der Buchdesigner. Die zusätzlichen 3 mm werden ja später in der Druckerei wieder abgeschnitten.

Die aktuelle Papiergröße und die Ränder kannst du unter Dokument > Seitenlayout und auf der Unterseite „Papierformat“ kontrollieren.

3 „Gefällt mir“

Die Anleitungen für das Layout mit Papyrus 11 lassen sich auch auf Papyrus 12 anwenden, weil die neuere Version mit dem Buchdesigner zwar etwas neues gelernt, aber nichts von den alten Fähigkeiten eingebüßt hat.

3 „Gefällt mir“

Das ist ja aber auch genau, was Du vom Buchdesigner willst - stellst Du 3 mm Bleed ein, dann erhöht er das Papierformat um eben diese 3 mm, damit eben das nicht passiert:

Da hast Du dann übersehen, dass das Papierformat entsprechend größer wird, um eben diese 3 mm - denn dafür ist der Bleed ja da, dass er dann von der Druckerei weggeschnitten wird - so gehen Bilder dann auch wirklich bis in den Rand und haben keine unschönen „Blitzer“.

Bleed = Anschnitt hat immer die Konsequenz, dass das Papierformat um eben den Bleed anwächst UND die Ränder entsprechend mit. Im Netto veränderste also nix.
Du hast aber so Platz, um Deine Bilder über den Rand ins „Nichts“ hineinragen zu lassen, so dass ein minimal unpräziser Schnitt (und das sind sie immer) nicht unschöne Ränder ergibt.

Und aufpassen, verschiedene Print-on-Demand Dienstleister haben unterschiedliche Bleed-Anforderungen - wenn Du das selbst einstellst und keines der Buchdesigner-Vorlagen nimmst, musst Du darauf achten, ob’s jetzt 3 mm oder 3,25 mm werden sollen.
Arbeitest Du mit Papyrus-Vorlagen, ist das automatisch korrekt gesetzt.

Du kannst ja die gewünschte Schriftart einstellen, für Überschriften wie auch den Fließtext. Stelle auf das, was Du haben möchtest, also bspw. Open Sans für Überschriften und Garamond für den Fließtext.

So kann der Buchdesigner dann präzise ausrechnen und Dir vollautomatisch einstellen, welche Mikro-Änderungen er im Abstand manipulieren muss, damit Dein Text auch registerhaltig wird. So sind dann alle Zeilen von linken und rechten Seiten immer auf gleicher Höhe.
Das sieht dann harmonisch und professionell aus, und es scheinen auch von den Rückseiten keine schwarzen Schatten durch, wenn das Papier der Seiten recht dünn ist.

Willst Du das - warum auch immer - nicht, dann kannst Du Dir Papierformat und Ränder auch selbst „zu Fuß“ einstellen, wie glucose schon schrieb, im „Seitenlayout“ Dialog.

3 „Gefällt mir“

Ja, das macht Sinn – verwirrend ist nur, dass es eine Box für „Bleed“ gibt, dieser Wert dort aber nicht drin stehen bleibt, wenn man das das nächste Mal öffnet, sondern auf 0 gesetzt wird und bei Rand addiert. Gut wenn man weiß, dass das Bleed-Eingabefeld im Grunde nur ein Berechnungsbefehl ist: „Nimm den Wert und addiere ihn auf die Ränder), dann ist es ja ok. Das war mir nur nicht klar und ich war einigermaßen verwirrt, dass meine Einstellungen bei dem nächsten öffnen"weg“ waren.

Ah ok … ich glaube ich verstehe das Konzept des Buchdesigner jetzt erst, durch Eure Postings. Der Buchdesigner ist im Grunde nur eine übersichtliche GUI, mit ein paar Automatik-Batch-Funktionen (wie die Bleed Einstellung). Am Ende wird aber letztlich nur die Papierformat-Größe (an die ich auch über Dokument -Seitenlayout - Papierformat) und die Ränder (an die ich auch über Dokument - Seitenlayout - Seitenlayout rankomme) eingestellt.
Die „Bleed“ Funktion addiert einfach den eingestellten Wert in der Randeinstellung und erhöht außerdem die Seitengröße entsprechend.
Und wenn ich das mit den Schriften richtig verstehe, werden da (temporär?) die Absatzformate, die ich angelegt habe mit den Einstellungen im Buchdesigner überschrieben? Das kapiere ich noch nicht ganz. Die Formatvorlagen bleiben dabei doch gleich und sobald ich einem Absatz wieder meine Formatvorlage zuweise sind die Einstellungen im Buchdesigner wieder weg und ich habe Durcheinander, oder verstehe ich das Konzept an dieser Stelle doch noch nicht?

Zusammengefasst: Der Buchdesigner ist im wesentlichen eine schicke GUI in der alles für das Seitenlayout einfach und übersichtlich zusammengefasst ist – ich kann das aber alles auch manuell über Dokument – Seitenlayout einstellen (und das macht der Buchdesigner im Hintergrund im Grunde auch).

So … jetzt bleibt nur noch eine Frage. Ich habe das jetzt mal testweise alles so gemacht und versucht bei Tolino hochzuladen mit der Angabe „Buchblock hat Beschnitt“ (oder so ähnlich). Bei der Prüfung kommt jetzt aber die Fehlermeldung: PDF besitzt keine Bleed-Box und keine Trimbox.

P.S. Ach so noch etwas … entschuldigt, dass mein Ton im ersten Post etwas verschnupft war. Ich habe nix kapiert, einige Dinge haben sich (für mich) unvorhersehbar verstellt, der Upload bei Tolino hat nicht geklappt und das Handbuch blieb an dieser Stelle recht vage. Danke, dass ihr trotzdem so konstruktiv geholfen habt – ich denke ich bin im Verständnis jetzt einen Schritt weitergekommen.

2 „Gefällt mir“

Nee. Das ist viel mehr.

Das wird schon alles komplett eingestellt, incl. Platz und Platzierung für Seitenziffer und Kopfzeile etc. - Papierformat im sinnvollen Zusammenhang mit den Rändern.

Will man Grafiken bis an den Rand, schafft ein Klick auf Bleed den passenden Platz.

Dann werden die sinnvollen Schriften angeboten, mit gut lesbaren Zeichensätzen in Zeilenabständen mit möglichst idealem optischen Durchschuss (vereinfacht: Weiß- und Grauwerte der Zeilen ca. 1:1).

Und dann wird all das so gesetzt, Überschriften und Fließtext, dass gute Abstände und vor allem eine Registerhaltigkeit der Zeilen zueinander passieren.

Die Registerhaltigkeit und die Wahl passender Überschriften kriegst Du alleine kaum so einfach hin, mit den anderen Dialogen wie dem Seitenlayout.

Die Fonts und Formate werden dann aber auch absolut gesetzt, nicht temporär - dafür aber kann man diese ja jederzeit beliebig neu einstellen.
Das passiert mit den Standard-Formaten, die sollte man dann auch weiter benutzen - wenn Du das umformatierst, ergibt es ja wenig Sinn, dann wieder Deine eigenen Formate einzuspielen.

1 „Gefällt mir“

Ich vermute, dass das PDF-Exportmodul von Papyrus noch nichts vom Beschnitt weiß und einfach nur das größere Papierformat sieht, das der Buchdesigner eingerichtet hat. Deshalb werden weder Trimbox noch Bleedbox in die PDF-Struktur geschrieben.

Die Trimbox gibt die Maße des Endformats an, nachdem der Beschnitt durchgeführt wurde. Die Bleedbox ist entsprechend das Endformat plus Beschnitt, also das vergrößerte Papierformat.

Bei Papyrus-PDFs sind Bleedbox und Papierformat identisch. Wenn man dem Empfänger aber mitteilt, wie groß der Beschnitt ist, dann sollte er in der Lage sein, die Trimbox selbst auszurechnen. Oder verweigert Tolino die Annahme des PDF, weil Bleedbox und Trimbox fehlen?

1 „Gefällt mir“

Jap. Tolino verweigert die Annahme einer PDF ohne korrekt gesetzte Bleedbox.

Dann sollte das unbedingt nachgerüstet werden @Leon @Ulli

Und wenn wir gerade dabei sind: tolino verweigert auch die Annahme von PDFs in denen Kapitelmarker sind. Wenn man das beim Export auch gerade noch mit abwählen könnte.