Interessantes Problem @Der Autor – und ich hatte genau dasselbe. Bei meinem neuen historischen Roman (erscheint Ende August bei Fischer TB) verwende ich verschiedene personale Perspektiven – und ich habe zu Beginn irgendwie aus dem Bauch heraus den Antagonisten, „Julius Mertens“ meistens „Mertens“ genannt. XY sagt Mertens, denkt Mertens, tut Mertens. Manchmal aber auch Julius – wenn er im Gespräch mit einem Freund war, zum Beispiel. Bei den anderen Figuren (es ist eine Familiengeschichte) habe ich jedoch meistens die Vornamen verwendet – und manchmal den Vor- und Nachnamen. Bis mich meine Lektorin darauf hinwies, dass es das intuitive Wahrnehmen der Erzählperspektive durch die LeserInnen behindert (und die Identifikation mit der jeweiligen Hauptfigur) wenn ich da so inkonsequent bin. Ich habe mich dann entschieden und bin auch beim Antagonisten vom ersten Auftritt an auf den Vornamen gewechselt und bin dann dabei geblieben. Den Vornamen finde ich dann doch besser, niemand denkt ja von sich als „Frau Meier“ oder „Herr Müller“. Das schafft Distanz und ich will ja, dass meine LeserInnen auch mit dem Antagonisten mitgehen können. Meinem Roman hat es jedenfalls gut getan. Was ich nämlich überhaupt nicht mag, ist, wenn in einem Roman der Name der Perspektive in der Kapitelüberschrift steht, weil man es anders nicht gebacken bekommen hat ![]()
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