So, das ist jetzt das „Neue Kapitel 1“.
Hadere mit mir noch, ob der erste Satz stehenbleiben soll, oder nicht.
Kann es sein, dass ich manche Reaktionen/ Aktionen der Figuren zu detailliert beschreibe?
Vielleicht fällt dem einen oder anderen noch was anderes auf.
Kapitel 2 habe ich auch noch mit dran gehängt, auch wenn es noch nicht kleine Ecken und Kannten hat.
Julia
Kapitel 1
Peggy WagnerIm Haus hing der Duft von frisch aufgebrühtem > Kaffee.
Peggy wärmte sich die Hände an der Tasse, atmete den Dampf tief ein. „Beep. Es ist Freitag, 6:00 Uhr. Die Nachrichten. Berlin. Die JVA Nord wurde wegen eines Großbrandes vollständig evakuiert. Seither fahndet die Polizei landesweit nach Petra Schwarz. Sie warnt Autofahrer in und um Berlin davor, Anhalter mitzunehmen. Hinweise zur flüchtigen Person sofort an jede Polizeidienststelle melden.“ Peggy schüttelte den Kopf und drehte das Radio leiser. Berlin war weit weg. Hierher würde die sich garantiert nicht verirren.Peggy nippte am Kaffee. Über ihr rumpelte es. Tom, ihr kleiner Wirbelwind. Sie schmunzelte. Lara würde wahrscheinlich noch im Bett liegen. Typisch für einen Teenager. In der nächsten Sekunde polterte Tom die Treppe herunter. Mit breitem Grinsen stürmte er in die Küche und umschlang ihre Taille. „Guten Morgen, Mama!“ Sein Schwung zwang sie einen Schritt zurück. Der heiße Kaffee schwappte über den Rand. Peggy donnerte die Tasse auf die Anrichte, zog Tom eng an sich und fuhr ihm durch die strubbeligen Haare. Trocken. Gott sei Dank.
„Nicht so doll, Mama!“ Er wand sich in ihrer Umklammerung.
Ihr kleiner Tommy. Sie drückte ihn fest, küsste seinen Schopf und ließ ihn los. Tom setzte sich an den vorbereiteten Frühstückstisch, kippte sein Lieblingsmüsli „Crunchy Flakes“ in die Schale und goss Milch drüber.
„Wo bleibt denn deine Schwester?“
Er zuckte mit den Schultern und schob sich einen Löffel voll Müsli in den Mund.
Peggy seufzte und verließ die Küche. Sie stieg auf die erste Treppenstufe. Oben quietschte eine Tür. 6:10 Uhr zeigte die Wanduhr neben der Treppe. Oh. Heute pünktlich?
„… da muss ich Mum fragen“, murmelte Lara im Obergeschoss.
Peggy grinste und ging zurück in die Küche zu Tom, der seine Schüssel auffüllte.
Kurz darauf schlurfte Lara mit dem Handy am Ohr herein.
Schwarz gefärbter Pixie-Cut, dunkel umrandete Augen, knallroter Lippenstift, ein weites Holzfällerhemd und Jeans mit zerrissenen Knien. Die beiden sahen sich in die Augen.
Peggy ertränkte eine Bemerkung mit Kaffee. Jeder musste seine eigenen Erfahrungen sammeln. Nicht sie ging so in die Schule, sondern Lara.
„Bis später. Melde mich wegen heut Abend.“ Lara legte das Handy beiseite. Sie setzte sich zu Tom an den Tisch und goss sich eine Tasse Milch ein.
Er rümpfte die Nase: „Iiii! Du stinkst!“
„Tom, du …“ Peggy verstummte. Dieser vertraute Duft. Antons teures Parfum. „Hast du dich wieder, ohne zu fragen, an Papas Sachen bedient?“
Lara griff sich ein Brötchen, zog die Schultern hoch. „Joah.“
Peggy blies die Backen auf, stieß die Luft mit einem Schnauben aus und biss in ihr Marmeladenbrötchen. Jetzt keine Moralpredigt.
Lara schmierte Butter auf ihres, rümpfte beim Anblick der Wurst die Nase und belegte es mit Käse. „Du, Mama. Wegen heute Abend – dürfte ich nicht doch bei Karin übernachten?“
„Lara, das hatten wir doch geklärt.“
„Ja, aber dann müsste ich schon 21:00 Uhr den Zug nehmen. Außerdem könnten wir so noch quatschen. Seit Karin in Müllrose zur Schule geht, sehen wir uns fast gar nicht mehr.“
„Ihr telefoniert doch täglich zwei Stunden, ist das kein Quatschen?“
Lara rollte mit den Augen. „Das ist was völlig anderes.“
„Ach, so.“ Noch nach dem Gespräch mit Lara hatten Anton und sie gestern Abend wegen der Übernachtung diskutiert. Er war strikt dagegen. Und sie? Wieso sollte Lara nicht dürfen? Sie war alt genug. Und so müsste sie im Dunkeln nicht alleine durch halb Brandenburg gondeln. „Na gut. Dann will ich mal nicht der Spielverderber sein.“
„Danke!“ Lara sprang vom Stuhl auf und umarmte sie.
Peggy lächelte.
Tom schlürfte den letzten Rest Milch aus seiner Schüssel und stellte diese ab. „Ich weiß genau, warum du da schlafen willst! Liebes Tagebuch. Bald ist Karins Geburtstag und dann sehe ich endlich Kai wieder. Seine Augen funkeln wie-“
Lara schlang den Bissen hinunter. „Halt die Klappe, du Kröte!“ Sie griff nach ihm. Tom war schneller, tauchte ab und lachte.
„Was in meinem Tagebuch steht, geht niemanden was an!“, rief sie und kroch ihm unter dem Tisch hinterher.
„Mich geht alles an!“
Lara langte nach ihm.
„Lahme Ente!“ Er wich ihr aus, tanzte um Peggy rum und streckte die Zunge raus.
„Schluss jetzt, ihr beiden.“
Lara schnaubte, setzte sich und starrte vor sich hin. Tom blieb wie angewurzelt stehen. Peggy sah ihn an. „Lara hat recht. Was in ihrem Tagebuch steht, geht dich nichts an. Und das weißt du.“ Er zog eine Schnute und blickte zu Boden. „Und nun zu dir.“ Peggy dämpfte die Stimme. „Du weißt, wie neugierig dein Bruder ist. Verstecke es einfach.“
Lara holte Luft, schwieg aber.„So. Und jetzt zackig, ihr müsst in zwanzig Minuten an der Haltestelle sein.“
Tom kletterte auf seinen Stuhl, fischte aus der Verpackung eine Handvoll Flocken und stopfte sie sich in den Mund.
Lara trank den letzten Schluck Milch. Peggy setzte sich zu ihr und knetete den Ehering. Sie beugte sich zu ihr hinüber und hielt kurz inne.
Lara stellte die Tasse ab. „Was ist denn, Mama?“
„Nun, wegen … Kai. Ich glaub, da müssten wir … noch was besprechen.“
Lara verdrehte die Augen: „Ich bin über ‚die Bienchen und Blümchen‘ bereits aufgeklärt und passe auf.“ Sie grinste Peggy an. „Und für den Fall der Fälle habe ich immer was dabei.“
Peggy hustete und räusperte sich.
„Was hast du denn immer dabei?“, fragte Tom seine Schwester.
„Ähm, … meine Regenjacke.“ Lara gluckste und zwinkerte ihr zu.
„Wusste gar nicht, dass es heute regnen soll.“
Er sprang vom Stuhl auf. „Ich brauche ja noch Zeitung für Kunst! Wo ist die?“
„Wie immer im Papiermüll.“
Tom verschwand in der Vorratskammer der Küche. Kurz darauf kam er mit einem Bündel Zeitungspapier raus. Er starrte die oberste auf dem Stapel an und rannte gegen die Tischkante.
„Aua!“ Er rieb sich die Schulter und legte die Zeitung vor Peggy auf den Tisch. „Mama, da bist du doch drauf! Warum war die im Müll?“
Lara beugte sich drüber. „Stimmt, Mama.“ Sie tippte auf eine Person in der zweiten Reihe.
100 Jahre ‚Tischlerei Hammer‘! – Tradition in dritter Generation lautete die Schlagzeile. „Ja, ich weiß. Aber ich sehe so komisch darauf aus.“
„Warum denn das, Mama? Der Hosenanzug steht dir!“
„Und dein Blick ist auch lustig.“ Tom imitierte Peggys Lächeln vom Foto. Alle lachten über seinen schielenden Gesichtsausdruck. „Ich werde das behalten.“ Er legte die Ausgabe mit dem Bild auf dem Tisch ab und packte die restlichen Bündel in seinen Ranzen.
„Dann mach das.“ Peggy schaute auf ihre Armbanduhr. „Doch ihr müsst euch jetzt wirklich fertigmachen, sonst verpasst ihr die Straßenbahn und kommt zu spät.“Keine fünf Minuten später fiel die Haustür ins Schloss und Peggy war im Haus alleine. Sie atmete durch.
In der Küche goss Peggy sich den restlichen Kaffee ein. Sie faltete die alte Zeitung auf und trank einen Schluck. Was störte sie an dem Foto? Es war nicht das Outfit. Sondern ihr aufgesetztes Lächeln. Die reinste Maske.
Sie räumte ihre Tasse und das benutzte Geschirr in die Spülmaschine und schaltete den Timer ein. Aus dem Büro holte Peggy den Firmenlaptop. Beim Verlassen des Raumes rammte sie sich das Keyboard von Tom in die Seite. „Autsch!“ Peggy rieb sich die Stelle. Warum konnte er das nicht wie besprochen wegräumen? Im Flur schlüpfte sie in ihre Turnschuhe und stutzte beim Anblick der Familiengalerie. Wo war die Zeit nur geblieben?
Peggy schnappte sich Handtasche und den Autoschlüssel vom Ford. Sie schloss hinter sich die Haustüre ab und stieg in den Wagen. Mit einem kurzen Stottern sprang der Motor an. Peggy legte den Rückwärtsgang ein. 7:20 Uhr. Ein Morgen wie jeder andere.
Kapitel 2
20 Minuten später parkte Peggy den roten Kombi auf dem Betriebsgelände der Tischlerei „Hammer“ in Brieskow-Finkenheerd. Peggy zog die Laptoptasche aus dem Fußraum und stieg aus. Sie schritt auf die Werkshalle zu, aus der das Kreischen der Kreissäge über das Gelände hallte. Der Duft von frisch gesägtem Holz und Leim wehte ihr durch das Tor entgegen. Peggy grinste und drückte den grünen Knauf neben dem Eingang. Eine Hupe übertönte den Lärm. Die Maschinen verstummten und die Männer drehten sich zu ihr um. Peggy zog ihn wieder heraus. Das Signal erstarb. „Guten Morgen alle beisammen!“, rief sie in die Runde.
Der Tischler an der Kreissäge schüttelte seinen Lockenschopf. „Morgen Peggy, musste das sein?“
„Ja, Marco! Sonst ignoriert ihr mich.“
„Wo du recht hast, hast du recht.“
„Ha! Ha!“ Sie wandte sich ab und ging zum Bürogebäude neben der Halle.
Ute Hammer lehnte in der Eingangstür und grinste. „Du konntest es mal wieder nicht sein lassen.“
„Du kennst mich. Und noch hat sich keiner bei dir oder deinem Vater darüber beschwert.“ Sie fielen sich in die Arme und Peggy folgte ihr ins Gebäude.
„Warum auch? Du bist zuverlässig und bei allen sehr beliebt.“ Ute öffnete ihre Bürotür und blieb im Rahmen stehen. „Anders als diese Petra Schwarz.“
„Von der habe ich im Radio gehört. Hoffe, die fassen sie bald.“ Ute runzelte die Stirn. „Was hast du denn?“
„Bist du vielleicht mit ihr … verwandt?“
„Wie kommst du auf diesen Unsinn?“
„Hast du das Foto von ihr noch nicht gesehen?“ Sie zog ihr Handy aus der Jeanstasche, wischte darauf herum. „Hier!“ Damit hielt sie Peggy das Smartphone vor die Nase.
‚Großbrand in der JVA-Nord in Berlin! Häftling Petra Schwarz flüchtig!‘ Peggy starrte auf das Fahndungsfoto. Ihr stellten sich die Nackenhaare auf. Eine schlanke Frau mit schulterlangen, dunkelblonden Haaren und eisblauen Augen blickte ihr entgegen. Peggy atmete hörbar aus. Die sah ja aus wie sie! Das Gesicht war blasser und eingefallener als ihres. Und sie hatte deutlich mehr Falten. Sie reichte Ute das Handy zurück. „Das bin ich nicht! Das sieht sogar ein Blinder mit ’nem Krückstock!“
Utes sah zwischen Peggy und dem Handy hin und her. Sie zog die Augenbrauen hoch. „Bist du dir da sicher …?“
Sie grinste breit. „Ist ja schon gut. Du bist die Unschuld vom Lande.“ Ute lachte.
Peggy zog eine Schmollschnute und presste die Lippen aufeinander. „Du bist doof.“ Sie knuffte ihr in die Seite, prustete und lachte mit Ute mit, dass es durch den ganzen Flur hallte.Aus der Tür neben Utes Büro schaute ein älterer Mann heraus. Eine Schiebermütze bedeckte sein lichtes Haar. Über seine tief sitzende Brille musterte er die beiden abwechselnd. „Darf man wissen, was hier so lustig ist?“
Das Lachen verstummte. Peggy hielt sich den Bauch und wischte sich eine Träne von der Wange.
„’Tschuldige, Paps! Hab Peggy gerade ihr Bild in den heutigen Schlagzeilen gezeigt.“ Ute gluckste. „Einfach absurd.“
Günther Hammer schob die Brille mit dem Zeigefinger auf den Nasenrücken. „Ich weiß nicht, was daran komisch ist, Ute. Dieses Bild ist der reinste Rufmord. Sowohl für Peggy als auch für uns. Die ganze Region hat das Zeitungsfoto von unserem Jubiläum gesehen. Kunden rufen hier an und fragen allen Ernstes, ob neuerdings eine Verbrecherin unsere Buchhaltung führt. Begreifst du jetzt die Tragweite dieser Verwechslung?“
Ute schluckte und Peggy senkte mit hängenden Schultern den Blick. Seit 15 Jahren arbeitete sie hier und nun sollten sie wegen ihr die Kunden verlieren.
Günther legte seine Hand auf ihre Schulter. „Keine Sorge, wir werden dich nicht fallen lassen.“ Er lächelte sie mit gepressten Lippen an. „Aber wir müssen demnächst auf alles gefasst sein!“
Peggy nickte und zog die Mundwinkel etwas hoch.
„Ja, so gefällst du mir! Und jetzt Schluss mit Trübsal blasen. Wir konzentrieren uns wieder auf die Arbeit. Nächste Woche Freitag um 10:00 Uhr ist das Jahresabschlussgespräch mit der Bank. Da müssen wir glänzen. Peggy, ich verlasse mich da auf deine Expertise. Frohes Schaffen euch beiden.“ Er verschwand in seinem Büro.
Die beiden schwiegen und sahen sich an.
„Howgh! Paps hat gesprochen.“, feixte Ute.
„Hör auf. Dein Vater meinte das Ernst. Wegen mir könnte hier bald alles den Bach runtergehen!“
„Ach, ihr müsst aufhör’n den Teufel stets überall an die Wand zu malen! Diese Petra ist irgendwo, aber bestimmt nicht …!“
Die Tür zum Chefbüro öffnete sich einen Spalt breit. „Nein! Eine Petra Schwarz beschäftige ich nicht! Ich weiß, dass die Frau auf …“
Ute kniff die Lippen zusammen und zog die Tür zu. Im Flur herrschte Stille. Totenstille.
„Keine Sorge, wir stehen hinter dir!“ Sie bemühte sich um ein Lächeln, doch ihr starrender Blick verriet ihre Sorgen.
„Und jetzt kümmerst du dich um die verdammten Zahlen! Ohne dich als Buchhalterin wären wir aufgeschmissen! Keiner jongliert mit denen so geschickt wie du.“
Peggy lächelte und stutzte: „Wann war der Termin? Nächste Woche Freitag? Ich hoffe, nicht zu spät. Da ist das Konzert von Tom!“
„10:00 Uhr. Aber ich kann den Part von dir auch übernehmen!“
„Ach nein, das fängt doch erst 17:00 Uhr an. Das passt schon!“ Peggy betrat ihr kleines Refugium, stellte neben dem massiven Schreibtisch die Tasche ab und setzte sich auf den Bürostuhl. Nachdem der PC hochgefahren war, öffnete sie das Postfach. Das Telefon klingelte. „Tischlerei Hammer, Buchhaltung, Peggy Wagner. Schönen guten–“
„Hugo von Möller & Möller hier. Peggy! Endlich erreiche ich dich!“ Seine Stimme überschlug sich fast. „Was ist das für eine Scheiße mit dem Artikel?“
Peggy kniff die Lippen zusammen und hielt den Hörer ein Stück vom Ohr weg. „Ähm … der Artikel? Der vom Jubiläum? Das war –“
„Ich rede von dem Artikel von heute! Mit deinem Bild. Das ist überall!“
Peggy schloss die Augen. Holte tief Luft und zählte langsam bis drei.
„Hast du‘s überhaupt schon geseh‘n? Ich schick dir nen Link.“
Schon tauchte im Postfach ganz oben eine E-Mail aus dem Nichts auf. Betreff: ÖFFNEN!!! Mit steifer Hand führte sie den Cursor drauf.
„Und? Hast du’s? Das ist doch eine Sauerei …“
„Moment!“ Sie brauchte zwei Anläufe, um die Nachricht mit Doppelklick zu öffnen. Und noch mal drei Versuche für den Link.
Zeile für Zeile baute sich die Seite auf. Pixel für Pixel nahm das Bild Gestalt an.
Da war sie wieder. Die Frau von Utes Handy. Die gleiche Abbildung. Straftäterin Petra Schwarz auf der Flucht!
Letzte Nacht brach die verurteilte Straftäterin Petra Schwarz aus der JVA Nord in Berlin aus. Sie …
„Wieso sieht die aus wie du?“ Seine Stimme klang dumpf, wie durch Watte.
… verursachte eine Explosion … Aufstand … diverse Verletzte … Polizei ermittelt. … auf dem Laufenden.
„Hab gerad gelesen. Was hast du gesagt?“
„Warum sie so wie du aussieht?“
Auf diese Frage hätte sie selbst gern eine Antwort gehabt. Aber das konnte sie ihm nicht sagen. „Ach das. Wir sind an der Sache dran. Das wird sich bald geklärt haben. Günther hat schon alles Nötige in die Wege geleitet“ Sie hielt kurz inne. „Ich muss Schluss machen! Es ruft jemand an. Hören uns.“ Peggy legte auf und starrte auf ihre zittrigen knöchelweißen Hände.
An ihrer Bürotür klopfte es. Ute trat ohne Aufforderung ein, wie immer.
„Ist bei dir alles in Ordnung? Hugo hat sich bei mir gemeldet, weil er sich Sorgen um dich macht. Du seist am Telefon gerade so komisch gewesen.“
Peggy drehte den Bildschirm zu Ute herum und sah sie mit feuchten Augen an. „Sie ist ein Monster! Und alle glauben ich sei sie!“, schluchzte Peggy.
Ute eilte zu Peggy hin und drückte sie fest an sich. „Ach du.“
Tränen liefen Peggy über ihre Wangen. „Was passiert hier, Ute?“
„Ein Missverständnis. Ein bitterböses Missverständnis. Doch das werden wir zusammen schaukeln.“