Wenn ich KI nutze, sage ich das selbstverständlich dazu. So sammle ich auf einer Website meine KI-Musik. Die Musik stammt von Suno, die Grafik von Midjourney, das Design der Website von Claude Code. Das steht auch auf der Website selbst, und ich würde es auch schreiben, wenn ich nicht dazu verpflichtet werde (was hier eher fraglich ist).
Für meine Texte benutze ich für die Rechtschreibung LanguageTool, weil ich mich wegen meiner Neuropathie ständig vertippe.
Nur die Texte, die stammen zu 100% von mir, obwohl ich Claude beigebracht habe, in meinem Stil zu schreiben und die Texte tatsächlich aussehen, als ob ich sie geschrieben haben könnte. Trotzdem verwende ich das nicht. Aber für meine Website über Supernaturalismus, an der ich gerade arbeite, lasse ich Claude Kritik üben. Das Design der Website wiederum stammt auch von Claude, weil die KI das, wofür ich eine Woche oder mehr benötige, in einer halben Stunde besser hinbekommt als ich es könnte.
Texte von einer KI und auch Website-Designs erkennt man ohnehin sehr gut. Wobei ich auch hier Claude beigebracht habe, genau das zu vermeiden, was eine Website nach KI aussehen lässt.
Wenn ich PC-Probleme habe, frage ich Claude. Ich bin gerade auf Linux umgestiegen, und Claude konnte Probleme in Minuten lösen, für die ich Stunden gebraucht hätte. Machen wir uns nichts vor: Wir Menschen wurden zu dem, was wir sind, weil wir Werkzeuge verwenden. Ohne Werkzeuggebrauch wären wir längst ausgestorben. Das heißt nicht, dass jedes Werkzeug immer nur positive Auswirkungen hatte, aber über eine gewisse Zeit wird es besser, außer, wenn es um Krieg geht. Man kann Werkzeuge zum Aufbau und zur Zerstörung verwenden. Außerdem gilt das englische Sprichwort: A fool with a tool is still a fool.
Wir passen uns an die Werkzeuge an, die wir selbst erfinden. Was bedeutet, dass wir uns anpassen oder aussterben, genau das, was sich ohnehin nicht vermeiden lässt. Ich bin jetzt 67, und ich kann den Gebrauch von KI nur mit einem Wort beschreiben: GEIL. Davon habe ich immer geträumt und nie die Hoffnung gehabt, dass ich es noch erleben würde. Klar ist der Start holperig, wie bei jedem neuen Werkzeug.
Selbstverständlich gibt es auch Nachteile, und wie immer geht es darum, den Gebrauch zu erlernen und die Nachteile zu vermeiden und die Vorteile auszuweiten. Das mag die Intelligenz mancher überfordern, aber das war auch schon immer so. Intelligenz kann man allgemein als die Fähigkeit definieren, sich geistig an neue Gegebenheiten anzupassen. KI ist noch nicht selbst intelligent, obwohl ich manchmal über die Antworten von Claude staune, es ist eher ein Hilfsmittel, seine eigene Intelligenz zu steigern, indem man stupide Tätigkeiten delegiert. Damit kann man sein Potenzial besser ausnutzen und sich um die Dinge kümmern, bei denen Intelligenz wirklich gefragt ist.
Dazu gehört m. A, nach das Schreiben von Büchern. Man muss sich entscheiden: Was kann eine KI besser oder schneller als ich, wo bin ich gefragt? Was eine KI besser kann, lass eine KI machen, was ein Mensch besser kann, sollte ein Mensch machen, und die Grenze verschiebt sich permanent.
Ich habe 19 Jahre als Systemanalytiker gearbeitet. Hätte ich damals über eine KI wie Claude verfügt, hätte ich die Arbeit von 19 Jahren vermutlich in zwei oder drei Jahren geschafft. Ich wurde immer gefragt, wie ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann, Arbeitsplätze wegzurationalisieren (was ich tatsächlich nie gemacht habe). Meine Antwort damals wie heute lautet:
Eine Arbeit, die eine Maschine erledigen kann, ist keinem Menschen zuzumuten.
An dieser Ansicht hat sich für mich nichts geändert.