Meine Alternative zum Zeitstrahl

Wow, Andreas, das ist ja richtig tricky! Coole Idee, selbst für einen alten Macianer wie mich :ok_hand:t2:

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Und auf den zweiten fällt er dann aufgrund der Beschränkungen unter „What UK’s Kalender can’t do“ wieder raus, insbesondere das proprietäre Format ist für mich mittlerweile ein NoGo.

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@AndreasE,
besonders spannend ist für mich, dass du in dieser Arbeitsweise ausschließlich in Szenen und nicht in Kapiteln arbeitest?
Das ist eine Diskussion, die wir beim Design viel haben: Ab wann ist die Einordnung in Kapitel hilfreich und denkt man als Autor überhaupt in Kapiteln beim Bau der Handlung selbst? Die Antwort scheint „eher nein“ zu sein.
Würden wir den „Ballast“ der obersten Hierarchie „Kapitel“ in Funktionen wie dem Zeitstrahl erst einmal verlieren, ginge Sortierung deutlich einfacher. Mehrere Szenen innerhalb eines Kapitels passieren zu unterschiedlichen Zeitpunkten und schon muss man sich grafisch überlegen, wie man die Zugehörigkeit zwischen Kapitel und Szene noch gebacken kriegt.
Wenn man diesen Schritt geht, muss man aber sicherstellen, dass auch mit Szenen gearbeitet wird, statt nur mit Kapiteln. Dazu überlegen wir noch, wie man die Szenenkreation attraktiver macht, als sie gerade ist.

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Ich habe die Verwendung des Zeitstrahls für ein aktuelles Projekt verworfen, da er für mich keine intuitive Lösung ermöglicht hat.

Das Projekt ist eine knappe Darstellung der sinfonischen Entwicklung von der sog. Mannheimer Schule bis hin zur Hochklassik (plus/minus ein paar Jahre). Hierfür hätte mir eine Auflösung in Jahre (unterteilt in Quartale) völlig gereicht. Noch feiner wäre bei diesem Zeitraum zu unübersichtlich.

Dazu wollte ich „mal schnell“ und vor dem Schreiben die Lebensdaten der in diesem Zeitraum relevanten Musiker (Richter, Stamitz, Cannabich, Haydn, Mozart, usw.) und die der Herrscher erfassen, für die die Musiker tätig waren oder von denen sie alimentiert wurden.

Zu den einzelnen Personen wären Zeitspannen einer bzw. mehrerer Akteure an verschiedenen Höfen (wie der Düsseldorf Hofmusik, aus der die Mannheimer Hofmusik bzw. Orchester hervorging) gekommen, dazu auch einzelne geschichtliche Daten wie bspw. solche mit Bezug zur französischen Revolution,

Diese Zeiträume und -punkte hätte ich nach der Erfassung gerne aufsteigend sortiert.

Erst danach hätte ich mit den verschiedenen Inhalten begonnen, also mal ein Kapitel mit einer Person, mal eine spezielle Phase mit mehreren Musikern. Und diese hätte ich dann erst in die finale Struktur sortiert.

Also Projekt mit einem leeren Dokument angelegt, Zeitstrahl aufgerufen und direkt an der Auflösung und am direkten Dokumentenbezug gescheitert. Ich hatte ja noch keinen einzigen Satz geschrieben und wollte bzw. konnte zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Kapitelstruktur anlegen.

Das dann in Excel zu erfassen hat mich noch nicht einmal ein Drittel der Zeit gekostet, die ich mit dem Zeitstrahl abgemüht habe.

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Ja, beim Planen der Handlung denke ich tatsächlich ausschließlich in Szenen, denn in einem Roman sind die Szenen* die entscheidenden Bausteine. Kapitel dagegen sind im Grunde entbehrlich; es gibt viele Romane, die überhaupt nicht in Kapitel unterteilt sind. Manchmal gibt es Zusammenhänge, die es anbieten, eine Reihe von Szenen zu einem Kapitel zusammenzufassen (eine bestimmte Perspektive, ein bestimmter Zeitabschnitt o.dgl.), aber meistens ist es nur eine Art „Lesehäppchen“ – wobei man als Autor, fies wie man ist, gern eine Szene an den Schluss stellt, die mit einem Cliffhanger endet, um Leser zu verführen, zu sagen „ach, ein Kapitel geht noch“.

Wann unterteile ich in Kapitel? Beim Schreiben. Wenn ich das Gefühl habe, „hier passt es“.

Bei meinen Versuchen, mit dem Zeitstrahl zu arbeiten, habe ich die Kapitel ohnehin sofort ausgeschaltet. Die Kapiteleinteilung hat in der zeitlichen Übersicht nichts verloren – was, wenn von fünf Szenen darin zwei Rückblenden sind, die Jahre vorher spielen? Das kann man sinnvoll überhaupt nicht darstellen.

Überdies: Wie die Szenen auf Kapitel aufgeteilt sind, ersieht man ja bestens aus dem Navigator.


*Definition einer Szene: Etwas, das zu 1 bestimmten Zeitpunkt an 1 bestimmten Ort passiert, meistens unter Beteiligung einer oder mehrere Personen.

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Ich hab mich beim Plotten und Schreiben mittlerweile völlig von Kapiteln verabschiedet und arbeite nur mit Szenen.
Ist sicher absolute Geschmackssache, ich finde aber, dadurch schreibt es sich fokussierter und irgendwie auch ‚flüssiger‘. Ein bisschen so, als wäre man ein zu starres Korsett losgeworden und kann sich nun mehr auf die einzelnen Punkte konzentrieren.

Die Einteilung in Kapitel mache ich dann, wenn mehrere Szenen am Stück stehen und ich denke, ok, hier beginnt jetzt ein neuer Tag oder auch etwas ganz anderes, hier könnte jetzt auch ein neues Kapitel kommen.

Mit dem Papyrus-Zeitstrahl bin auch auch noch absolut nicht warm geworden - was ich sehr schade finde!

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Ich plane auch ausschließlich in Szenen. Die Kapiteleinteilung nehme ich dann erst während des Schreibens vor, bei Perspektivwechseln, an inhaltlich passenden Stellen und auch ein wenig an der Länge der Abschnitte orientiert. Der Zeitstrahl ist für mich leider auch nicht so richtig brauchbar, ich arbeite da ebenfalls mit einer schnöden Excel und trage die Handlungszeit dann später einfach in den Szenentitel mit ein.

Die Lösung von @AndreasE sieht toll aus, leider nutze ich Apple nicht und der Listenexport ist natürlich das besondere Bonbon. Ich wäre also sehr dankbar, wenn der Zeitstrahl irgendwann eine Aufwertung erfahren könnte und eine ähnlich komfortable Darstellung bieten würde :slight_smile: Oder eben ein Feature, das wie ein geteilter Kalender der Protagonisten funktioniert!

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Arbeite auch nur mit Szenen.

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