Mein erstes Projekt "Unter seiner Haut – gezeichnet!"

Liebe Community, zunächst möchte ich mich noch einmal herzlich für die freundliche Begrüßung hier in der Community bedanken. Ich habe mich über die netten Rückmeldungen sehr gefreut.

In einer Rückmeldung hieß es: „Bin gespannt, ob Du mal eine Kostprobe einstellst.“
Ja, es gibt bereits erste Szenen. Allerdings sind das noch sehr frühe Rohfassungen. Da es sich um mein erstes größeres Schreibprojekt handelt, möchte ich mir die Zeit nehmen, zunächst an Struktur, Ton und handwerklicher Klarheit zu arbeiten, bevor ich etwas als Leseprobe veröffentliche. Ich möchte ungern Text einstellen, der noch nicht einmal meinen eigenen Ansprüchen standhält.

Gern teile ich jedoch eine kurze inhaltliche Skizze meines aktuellen Projekts:


Unter seine Haut – gezeichnet!
(Arbeitstitel, Band 1 einer geplanten Reihe)

Kurz vor seinem zehnten Geburtstag verliert ein lebensfroher Junge etwas, das sich nicht benennen lässt: Vertrauen in seinen eigenen Körper. Über Jahre hinweg missbraucht ein väterlicher Freund seine Nähe – und mit jeder Grenzüberschreitung zieht sich der Junge weiter in sich selbst zurück. Was nach außen wie stille Reife wirkt, ist in Wahrheit ein Überleben im Inneren.

Mit neunzehn begegnet er Zoe. Zum ersten Mal fühlt sich Nähe nicht bedrohlich, sondern warm und echt an. Doch je tiefer ihre Verbindung wird, desto lauter werden die Erinnerungen, die er nie wirklich erinnert hat. Flashbacks durchbrechen zärtliche Momente. Sein Körper fühlt sich fremd an, als gehöre er nicht mehr ihm. Manchmal betrachtet er sich von außen, abgespalten von dem, was geschieht.

Ohne es bewusst zu verstehen, wächst in ihm die Überzeugung, nicht gut genug für sie zu sein. Er glaubt, sie zu beschmutzen, ihr etwas von ihrem Leuchten zu nehmen – nur indem er sie berührt. Während sie spürt, dass ihn etwas quält, bleibt er hinter einer Mauer aus Schweigen gefangen.

Als die Nähe unerträglich wird, greift er nach einem belanglosen Anlass und beendet die Beziehung. Nicht aus fehlender Liebe – sondern aus einem Gefühl tief verwurzelter Unwürdigkeit.

„Unter seine Haut – gezeichnet!“ ist die Geschichte eines jungen Mannes, dessen Vergangenheit in seinem Körper weiterlebt. Ein stiller Roman über Scham, Dissoziation und die zerstörerische Macht unausgesprochener Gewalt – und über eine Liebe, die an etwas zerbricht, das keinen Namen bekommen durfte.

Herzliche Grüße

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Ein anspruchsvolles, aber sehr wichtiges Thema hast du dir da ausgesucht. :+1:

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Hui! Das klingt sehr anspruchsvoll und erfordert sicher auch einiges an Recherchearbeit. Hut ab, dass du dir gerade für deinen Erstling ein solch komplexes Thema ausgesucht hast.

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Wow, das ist starker Tobak. Ein Thema, das wichtig ist und erzählt werden muß.
Ich wünsche dir gutes Gelingen.
Zum Thema, mit seinen eigenen Ansprüchen, dass ist eine Gradwanderung, vielen ist nicht bewusst, wie gut sie schon sind, wenn sie einfach nur erzählen.

Herzlich willkommen bei uns.

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„…dessen Vergangenheit in seinem Körper weiterlebt.“ - wer solche Sätze schreiben kann, der hat meine Aufmerksamkeit. Die hatte solero_x_itaxerxes schon mit seinem Vorstellungstext geweckt. Das Thema nötigt mir großen Respekt ab. Bin sehr gespannt.

Liebe Community,

auch hier vielen Dank für eure lieben Rückmeldungen.

Ich freue mich sehr darüber, habe aber gleichzeitig das Gefühl, Erwartungen geweckt zu haben, denen ich nicht gerecht werden kann.

Ich fühle mich wohl, wenn ich in meine Figuren eintauche und ihre Rollen übernehmen kann, wobei ich zugeben muss, dass diese Arbeit in Teilen auch autobiografische Züge trägt.

Ich stehe noch ganz am Anfang, habe keine Ahnung, was ein Plot eigentlich ist, oder äußere Spannung bedeutet. Ich schreibe einfach aus dem Bauch heraus meine Szenen, nicht chronologisch und nicht wissen ob ich sie jemals in einer chronologisch Reihenfolge zu einen fertigen Erzählung zusammenfügen kann. Letzteres ist aber mein Anspruch.

Um zu erfahren ob ich überhaupt das Rüstzeug zum schreiben habe oder ich mich nicht doch lieber wieder meine anderen Hobbys zuwenden und das schreiben lassen sollte, möchte ich mal eine kleine Szene zeigen.

Ich bitte um ehrliche Meinungen

Herzliche Grüße

----Mini Leseprobe----

Der alte Steinbruch lag wie eine vergessene Narbe im Wald. Die Felswände standen dunkel gegen den Abendhimmel, als hätten sie das Licht längst aufgegeben. Zwischen den Bäumen hing der Geruch von feuchter Erde und kaltem Stein.

Rians Auto stand abseits auf dem Schotterweg, halb verborgen zwischen Kiefern.

Drinnen war es warm.

Die Musik lief leise, nur ein ruhiger Beat, mehr Puls als Melodie. Die Beleuchtung des Autoradios tauchte den Innenraum in ein gedämpftes Orange.

Rian saß weit zurückgelehnt auf dem Beifahrersitz.
Zoe saß auf seinem Schoß, quer über ihn, ein Knie neben seiner Hüfte, das andere auf dem Sitz. Ihr Gewicht war vertraut. Richtig. Ihr Haar streifte sein Gesicht, wenn sie sich bewegte.

„Du siehst aus, als würdest du gleich einschlafen“, murmelte sie.

„Mit dir auf mir? Unmöglich.“

Sie lächelte, beugte sich hinunter und küsste ihn. Erst flüchtig. Dann langsamer. Ihre Lippen schmeckten nach Pfefferminz. Ihre Hand glitt in seinen Nacken.

Rians Hände lagen an ihrer Hüfte. Er spürte die Wärme ihres Körpers durch den dünnen Stoff. Spürte, wie selbstverständlich sie bei ihm war.

„Woran denkst du?“ fragte sie.

„Dass ich hier bleiben will“, sagte er. „Mit dir.“

Sie küsste ihn wieder. Länger diesmal. Ihre Finger wanderten über seine Schulter, seine Brust, zögerten am Saum seines Hemdes.

Er nickte kaum sichtbar.

Stoff raschelte.
Haut auf Haut.

Wärme.

Dann war da dieser Druck.

Alt.
Vertraut.
Nicht eingeladen.

Er war nicht mehr im Auto.

Nur für einen schmalen Augenblick – aber lang genug.

Zu eng.
Zu nah.
Nicht bewegen.

Sein Körper spannte sich an, bevor er begriff warum. Die Musik klang dumpf, als käme sie durch Wasser. Das Orange des Lichts wurde hart.

Klein.
Still.
Gefangen in einem Körper, der nicht wusste, wohin mit sich.

„Rian?“

Zoes Stimme erreichte ihn wie von weit her.

Er blinzelte. Felsen. Wald. Ihr Gesicht, nur Zentimeter entfernt.

Er atmete ein. Noch einmal.

Hier.
Er war hier.
Erwachsen.
Und sie tat ihm nichts.

Scham legte sich heiß unter seine Haut.

Warum jetzt?

Er wollte das. Wollte sie.

Er zwang seine Schultern locker, zog sie ein Stück näher zu sich – bewusst diesmal. Spürte ihren Atem an seinem Hals.

„Wir sind hier ganz alleine im Wald“, sagte er, seine Stimme etwas rau. Ein schiefes Lächeln. „Was, wenn ich jetzt einfach über dich herfallen würde?“

Es sollte leicht klingen. Spiel.

Zoe sah ihn an. Kein Zögern. Kein Zweifel. Nur dieses offene Vertrauen, das sie immer hatte, wenn sie ihn ansah.

Sie strich mit dem Daumen über seine Wange.

„Du würdest mir nie wehtun.“

Nie.

Das Wort legte sich in seine Hände wie etwas Zerbrechliches.

Er wusste, dass er ihr nichts antun würde.
Und doch wusste er, dass sein Körper manchmal schneller war als sein Verstand. Dass Nähe Türen öffnete, die er nicht sah, bevor sie offen standen.

Er zog sie näher, hielt sie einen Moment einfach nur fest. Spürte ihren Herzschlag gegen seine Brust.

„Ich weiß“, sagte er leise.

Und meinte:

Ich werde wach bleiben.
Ich werde aufpassen.
Ich werde versuchen, größer zu sein als das, was unter meiner Haut lebt.

Jeden Tag.

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Definitiv nicht! Der Textausschnitt hat mir gut gefallen. Ein bisschen mehr Fließtext statt Aufzählung wäre gut. Aber Du fängst die Stimmung im Auto sehr gut ein.

Leg los und schreibe deine Geschichte. Wenn du Fragen hast oder Tipps brauchst, ist diese Community für dich da. Wenn du soweit bist und vielleicht Feedback für ganze Kapitel brauchst, findest du hier garantiert Testleser.

Ich habe genauso begonnen wie du. Einfach drauflosgeschrieben, Fehler gemacht, in Selbstzweifel fast alles hingeschmissenen, dazugelernt, weitergemacht. Dieses Forum hat mich immer unterstützt, mir geholfen, mich beraten, mich besser gemacht.

Also: hau rein und lass dir von niemandem einreden, du könntest das nicht.

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Bitte weiterschreiben. Mich hast du so neugierig gemacht. Du hast die Stimmung sehr gut eingefangen und man fühlt mit Rian mit. Alles andere, wie Technik, Schreibstimme etc., findet sich mit der Zeit. Je öfter du schreibst, umso leichter wird es

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Hallo Koebes,

herzlichen Dank für dein Feedback.

Es ist die erste Rohfassung einer Szene – oder wie auch immer man das in der Schreibwelt nennen mag –, die ich recht spontan niedergeschrieben habe. Eine fragmentierte Erinnerung aus der Realität, verwoben mit fiktiven Elementen.

Ich glaube, meine persönliche Stärke liegt darin, Stimmungen einzufangen. Atmosphären, Zwischentöne, leise Gefühle. Doch genau dort verliere ich mich manchmal auch – als würde es danach nicht selbstverständlich weitergehen.

Im Moment befinde ich mich in einer Phase, in der die gesamte Handlung bereits in meinem Kopf existiert. Ich beginne nun, einzelne Szenen aufs Papier zu bringen – noch sehr roh, ungefiltert, ohne darauf zu achten, wie sie auf andere wirken. Zunächst schreibe ich nur für mich. Ob diese Herangehensweise richtig ist, weiß ich nicht.

Ich schreibe auch nicht chronologisch, Szene für Szene, sondern folge eher einem inneren Impuls – dahin, wo es mich gerade hinzieht.

Eine Frage jedoch begleitet mich dabei immer wieder, und sie ist für mich die wichtigste: Habe ich Talent?

Ich hätte kein Problem damit, wenn die Antwort Nein lautet. Wenn mir jemand ehrlich sagt: „Man merkt, dass du dir Mühe gibst, aber es fehlt am Grundsätzlichen“, dann könnte ich das annehmen. Schreiben war immer ein Wunsch von mir – aber kein Zwang. Und erst recht nichts, das ich um jeden Preis verfolgen müsste.

Ich lasse hier noch einmal eine Leseprobe da – offen für jede Form von Kritik.

—Leseprobe—

Leise Musik erfüllte die kleine Souterrainwohnung, gedämpft von den dicken Wänden. Eine Lampe neben dem Sofa tauchte den Raum in warmes Licht, während draußen längst Nacht geworden war.

Rian saß neben Zoe auf dem schmalen Sofa. Ihre Beine lagen halb über seinen, ihre Finger spielten mit der Kante seines Ärmels. Sie redeten kaum noch. Es war dieses ruhige Zusammensein, das sich in den letzten Wochen zwischen ihnen eingestellt hatte – leicht, vertraut, und doch manchmal von etwas Unsichtbarem überzogen, das Zoe nicht ganz greifen konnte.

Er beugte sich vor und küsste sie. Langsam. Zärtlich.
Sie erwiderte den Kuss sofort, zog ihn näher zu sich, lachte leise, als er ihr mit der Nase über die Wange strich.

Sie waren einander nah, aber nie so nah, wie sie es aus Erzählungen kannte. Nie drängend, nie hastig.
Manchmal fragte sie sich, ob es an ihr lag. Ob sie etwas falsch machte.
Und gleichzeitig wusste sie, dass es nicht so war, wenn sie in seine Augen sah.

Die Uhr auf dem Regal zeigte kurz vor elf.

Rian löste sich sanft von ihr und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Ich muss los“, sagte er leise.

Sie nickte, auch wenn sie es jedes Mal ein wenig bedauerte. Die Nächte, in denen er arbeitete, fühlten sich länger an als die anderen.

An der Wohnungstür zog sie ihn noch einmal an sich. Ihre Arme legten sich um seinen Rücken, sie küsste ihn, diesmal fester, wärmer, als wollte sie den Moment festhalten.

Als sie sich löste, blieb sie dicht vor ihm stehen und sah zu ihm auf.

„Ich liebe dich“, sagte sie leise.

Der Satz war kaum mehr als ein Hauch.

Und in Rian brach die Welt für einen Moment auseinander.

Es war kein Bild, das kam. Kein klarer Gedanke.
Nur ein Geräusch in seinem Kopf, ein Flüstern, das nicht hierher gehörte.
Ein Echo aus einer anderen Zeit, das sich über ihre Stimme legte, bis beides ununterscheidbar wurde.

Sein Körper wurde kalt. Sein Atem blieb stehen.
Der Flur, das Licht, Zoes Gesicht – alles rückte einen Schritt von ihm weg.

„Rian?“

Ihre Stimme erreichte ihn wie durch Wasser.

„Rian? Alles gut?“

Er blinzelte. Die Gegenwart kam zurück, schwer und langsam, als müsste er durch eine zähe Schicht hindurch.

Zoe sah ihn an, besorgt, suchend.
Er zwang sich zu einem schwachen Nicken.

„Ja… alles gut.“

Seine Stimme klang fremd in seinen eigenen Ohren.

Er wandte sich ab, griff nach der Klinke und trat hinaus in die kühle Nachtluft. Seine Beine fühlten sich unsicher an, als gehörten sie nicht ganz zu ihm.

Der Weg hinunter zum Parkplatz war dunkel, nur schwach vom Licht der Straße erhellt. Kies knirschte unter seinen Schritten.

Hinter ihm ging die Tür auf.

„Hey… warte!“

Er blieb stehen und drehte sich um.

Zoe kam den Weg heruntergelaufen, barfuß in ihren Hausschuhen, den Pullover enger um sich gezogen. In der Hand hielt sie etwas Kleines.

Als sie bei ihm ankam, nahm sie vorsichtig seine Hand und legte ihm einen zusammengefalteten Zettel hinein.

„Den darfst du in einer Stunde lesen“, sagte sie leise.

Er sah sie an, noch immer blass, noch immer nicht ganz hier.
Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, küsste ihn kurz auf den Mund.

Dann drehte sie sich um und ging zurück den Weg hinauf, ohne noch einmal stehen zu bleiben.

Rian blieb einen Moment stehen und sah ihr nach, bis die Tür hinter ihr zufiel.

Er konnte nicht sehen, dass sie sich im Flur gegen die Wand lehnte und die Tränen kamen, leise und plötzlich, als hätten sie nur darauf gewartet, dass niemand mehr hinsah.

Der LKW stand auf dem Hof eines kleinen Verteilzentrums am Stadtrand. Gelbes Neonlicht spiegelte sich auf nassem Asphalt. Es war kurz nach Mitternacht. Ein paar andere Lastwagen standen in einer Reihe, Motoren liefen im Leerlauf, irgendwo klapperte Metall.

Rian saß im Führerhaus, den Motor ausgeschaltet. Für einen Moment war es still.

Seit er losgefahren war, spürte er den Zettel in seiner Jackentasche.
Wie etwas, das Gewicht hatte.

Er hatte nicht auf die Uhr gesehen. Aber er wusste, dass eine Stunde vergangen sein musste.

Langsam zog er das gefaltete Papier heraus.

Seine Finger zögerten einen Moment, bevor er es öffnete.

Das Licht im Führerhaus war kühl, fast weiß. Es ließ alles nüchtern erscheinen.

Eine einzige Zeile.

Du ahnst nicht, wie unsagbar viel du mir bedeutest.

Er las den Satz einmal.

Dann noch einmal.

Und noch einmal.

Etwas zog sich in seiner Brust zusammen.

Unsagbar viel.

Er stellte sich vor, wie sie am Tisch gesessen hatte, hastig geschrieben, vielleicht mit zitternder Hand. Wie sie ihm hinterhergelaufen war. Barfuß. Im Dunkeln.

Du bedeutest mir viel.

In seinem Kopf verschob sich der Satz. Wurde schwerer.

Du bist wichtig.
Du hast Gewicht.
Du kannst etwas zerstören.

Seine Finger schlossen sich um den Zettel. Für einen Moment knüllte er ihn unbewusst leicht zusammen.

Er bemerkte es, hielt inne, strich das Papier wieder glatt.

Als wäre es zerbrechlich.
Als dürfte er selbst hier keine Spuren hinterlassen.

Er lehnte sich im Sitz zurück und schloss die Augen.

Ein Teil von ihm fühlte Wärme.
Ein anderer Panik.

Wenn er ihr so viel bedeutete — was würde passieren, wenn sie eines Tages merkte, wer er wirklich war?

Wenn sie wüsste, was in ihm lebte.
Wie wertlos er sich fühlte, wenn niemand hinsah.
Wie etwas in ihm klebte, das nicht sauber wurde, egal wie sehr er sich bemühte.

Das machte es schlimmer.

Er faltete das Papier sorgfältig zusammen, exakt entlang der alten Kanten, und steckte es zurück in die Jackentasche.

Nicht ins Handschuhfach.
Nicht irgendwo lose.

Nah an sich.

Draußen sprang ein Motor an. Jemand hupte kurz.

Ein Kollege winkte ihm vom Tor aus zu.

Rian war an der Reihe, den LKW zu beladen.

Er stieg aus dem Führerhaus. Die Nachtluft war kalt.

Ich darf sie nicht kaputtmachen, dachte er.

Und irgendwo darunter, kaum hörbar:

Bitte liebe mich nicht.