Mein erste Kapitel

Hallo Alle,
da ich seit Monaten mit mir hadere, ob ich mit meiner Geschichte / meinem Buch weiter machen soll, stelle ich hier einmal einfach meinen „Anfang“ ein. Ich lasse es mal „so stehen“ und hoffe auf Feedback bzgl. Schreibstil und ob dieser zum Weiterlesen animiert oder ob er einfach nur nervig ist. Man kann mich als „Drauflosschreiberin“ bezeichnen, denn ich habe mir tatsächlich noch nicht übermäßig viele Gedanken gemacht, wo die Geschichte hin laufen soll. Nur grob: Es soll eine Liebesgeschichte zwischen zwei sehr tollpatschigen Menschen werden. Sie (Bea) arbeitet im Büro und ihr „Zukünftiger“ soll ihr neuer Frauenarzt werden. Das sind meine Leitplanken.
So! Nun hier der Anfang…

Bea
Da lag ich nun. Auf meinem bunten IKEA-Teppich Söften.
Totstellen würde mich aus dieser Peinlichkeit nicht erlösen. Hier war höchstens noch mit einer geballten Ladung Erotik etwas zu retten. Also rekelte ich mich, so gut es mein zweiundvierzigjähriger Körper zuließ, auf dem Teppich und flüsterte lasziv:„Komm, lass uns hier unten weitermachen.“
Der junge Mann auf meinem Bett blickte fragend über die Kante desselben auf mich herab. Sein bestes Stück, eben noch aufgeheizt, stand nun ziemlich sinnlos und frierend in der Gegend herum und trat beleidigt den Rückzug an.
Ab diesem Zeitpunkt war klar: Hier würde nichts mehr stattfinden.
„Bea, du bist eine Granate“, prustete Frank los. Ich überlegte kurz, ob ich mich in meinen IKEA-Teppich einrollen und eigenhändig an die Straße zum Sperrmüll stellen sollte. Verwarf den Gedanken aber sofort – es war Winter, ich würde elend kalte Füße bekommen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich ja keinen Sperrmüll angemeldet hatte.
Frank hatte sich zwischenzeitlich hoffentlich nur ins Wohnzimmer verzogen und nicht direkt fluchtartig die Wohnung verlassen, denn im Schlafzimmer war es still geworden. Das Bett war so leer wie die Piccolo-Sektflasche auf dem Nachttisch.
Geholfen hatte das Gesöff nichts. Außer, dass es meine Koordinationsfähigkeit und offenbar auch meinen Orientierungssinn dezent eingebremst hatte. Ergebnis: Ich lag auf dem Boden und der Abend war – wieder einmal – nicht so gelaufen, wie ich ihn geplant hatte.
Ich wuchtete mich hoch und schlich durch den dunklen Flur ins Badezimmer. Den Blick in den Spiegel vermied ich. Wenn es etwas gab, das ich wirklich nicht mochte, dann war es mein koitus-interruptaler Anblick. Also ging ich schnurstracks zur Toilette und trat, nach verrichteter Dinge, wenig später nackt wie ich war wieder in den Flur hinaus. BÄÄÄÄÄÄÄÄM! Mein Jochbein knallte gegen Franks Kinn. Verdammt noch mal. Wusste der Mann denn nicht, wie ein Lichtschalter funktionierte? Tigerte hier ungefragt durch meine Wohnung und lauerte mir womöglich auf, um einen neuen Versuch zu starten, doch noch Körperflüssigkeiten auszutauschen? Dieser Gedanke begleitete mich, während ich ein weiteres Mal zu Boden ging. Frank stolperte benommen zurück ins Wohnzimmer. „Das hier darf man wieder niemandem erzählen“, stöhnte er. Auch diesmal nicht vor Freude. Und noch weniger vor Lust. Vielleicht war es an der Zeit, neue Wege zu stolpern. Man musste es bei mir leider so sagen.
Seit Monaten ging das jetzt mit Frank und er war so entscheidungsfreudig wie ein Chamäleon beim Farbwechsel. Warum ich mich überhaupt auf ihn eingelassen hatte, konnte ich mir bis heute nicht erklären. Wobei – die wichtigere Frage war eigentlich, warum er sich auf mich eingelassen hatte. Eine feste Beziehung wollte er nicht. Hatte er von Anfang an klargemacht. Klar, später könnte sich vielleicht mal etwas entwickeln – aber vorerst eher nicht. Schon da hätte ich… Ach was sollte es. Ich hatte ja auch meinen Spaß gehabt. Jedenfalls bis heute. Und der unplanmäßigen Landung auf meinem IKEA-Teppich. Im Grunde spiegelte diese akrobatische Glanzleistung ziemlich exakt den Status meiner Beziehung zu Frank wider. Es war gelaufen. Er würde weitermachen. Und ich musste aufstehen. Und seltsamerweise hatte ich das Gefühl, dass mir das diesmal gar nicht so schwerfallen würde. Was hatte ich schon von ihm? Mal hier eine Nacht, mal da ein Wochenende. Er entschied, wann, wo und mit wem. Moment mal. Woher kam mir das bekannt vor? Ach ja. Pretty Woman.
Herrje. Jetzt wurde es wirklich Zeit, mein Liebesleben radikal zu ändern. Ich tat etwas, das ich bisher noch nie getan hatte: Ich schmiss Frank aus meiner Wohnung. Plötzlich ging er mir nur noch auf die Nerven. Die ganze Situation nervte mich.
Jacke, Schuhe und T-Shirt flogen in den Flur, gefolgt von seiner Jeans – in der er zum Glück schon steckte. Frank wirkte, als hätte ihm jemand den Stecker gezogen. Sein Ego brauchte offenbar einen Moment, um sich auf die völlig gegensätzliche Situation einzulassen. Und für ein Ego wie seines war das ein verdammt weiter Weg. Ich schlug die Tür zu. Und fühlte mich so befreit und gut wie schon lange nicht mehr. Ich kippte den Rest Sekt aus meinem Glas runter, putzte mir summend die Zähne, legte mich ins Bett – und schlief sofort ein.

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:face_with_hand_over_mouth: :joy: :joy: :joy:
Sehr amüsant geschrieben. Erinnert mich ein wenig an Bridget Jones.
Es ist an einigen Stellen ein bisschen überladen…da könntest du vielleicht einen Dialog mit Frank einbauen…oder noch besser: Lass den Leser das Missgeschick miterleben…erzähle es nicht nur.

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Ich hab auch sofort an Bridget Jones gedacht. Und stimme @Bommel auch sonst zu: Etwas weniger wäre wahrscheinlich mehr, dafür aber ruhig einen passenden Dialog mit Frank einbauen.
Diese schnoddrig-flapsige Schreibweise lebt von Witz und Situationskomik, ich würde deshalb auch möglichst viel aufs Miterleben setzen und nur das Nötigste erzählen.

5 „Gefällt mir“

Erinnert an einige Sachen, die ich alle nicht mehr so richtig abrufen kann. Auf eine gute Weise!
Weitermachen, bitte.
Ein wenig mehr show, statt tell.
Z. B. „Ich warf ihn aus meiner Wohnung“ das will erzählt werden. Mit Dialog. Mit aller amüsanter Peinlichkeit.

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Hallo Antonia, vielen Dank für Dein Feedback. Tatsächlich hadere ich noch mit der Erzählperspektive und würde gerne aus Sicht von Bea schreiben. Am Meisten macht mir ihre Berufswahl zu schaffen und ich überlege, sie in ein „normales Büro zu stecken“ :smiley:
Den Beruf des Zukünftigen hatte ich gar nicht so als „Problem“ gesehen. An welche Klischee-Fallen hast Du da gedacht?

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Echt? Ich sehe das jedes Jahr ganz entspannt. Es ist ein Job, der Arzt, bei mir ne Ärztin, weil ne Gemeinschaftspraxis, hat sich diese Spezialisierung ausgesucht und wird das eher als Fließbandarbeit ansehen.
Das einzige, was mich immer wieder schockt: Warum ist das Sonogel so kalt?

Vorsorge-Date… Rofl

„Warum ist das Sonogel so kalt?“
Update von heute aus dem Marienhospital in Wesel: Das Gel war vorgewärmt.:hugs:

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Wenigstens etwas. Ich friere immer für drei.

Das wird es sein. Die Kassenpatienten sind nur Beifang.

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Nein, kein Privatpatient :grin:

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Ging mir genau so. Die „Große Hafenrundfahrt“ habe ich IMMER genossen – als Untersucher …

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Bevor es zu Missverständnissen kommt: Das warme Gel verteilte sich gestern auf meinem Bauch (außen):hugs:

Hallo liebe Stine, also mich hattest du sofort, ich habe direkt angedockt und habe gelacht und hatte Lust, weiterzulesen. Ich finde auch übrigens nicht, dass ein Dialog mit Frank im ersten Kapitel direkt fehlt. Denn mein Eindruck ist ja, Frank ist sowieso schon Vergangenheit. Wahrscheinlich bist du jetzt schon viel weiter, denn dein Post ist schon etwas älter. Liebe Grüße

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