Mehrere Erzählebenen

Ich bin etwas in der Bredulie (richtig geschrieben?)

Ich habe eine Geschichte. Rahmenhandlung: man sitz am Feuer und erzählt. Das mache ich als allwissender Erzähler.

Jetzt geht es ja noch. Einer beginnt sein Garn zu spinnen.

( Ich Erzähler)

Ab jetzt wird aber knifflig. Er erzählt von einer Begegnung und einem Gespräch mit einem anderen.

Ich dachte über einfache Anführungszeichen nach, gefällt mir aber nicht so recht. Wäre kursiv für alles, was der Fremde sagt eine Alternative?

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Bredouille :wink:

Ich denke, mit Anführungszeichen klappt das ganz gut. Mal ausprobieren:

Ich setzte mich an den großen Tisch, wo bereits ein seltsam aussehender Mann hockte.
”Verpiss dich, das ist mein Platz!”, pöbelte er mich an.
Ich wusste erstmal nicht, was ich machen sollte, aber klein beigeben wollte ich auch nicht. “Wieso, der Platz reicht doch für uns beide, meinst du nicht?”
”Ich will aber keine Gesellschaft”, sagte er.
“Dann geh nicht ins Wirtshaus.” …

Oder meintest du, dass der Ich-Erzähler von einer Begegnung zweier anderer Personen berichtet? Das klappt fast genauso:

Der Typ erzählte eine richtig verrückte Geschichte, die er im Wirtshaus erlebt hatte. Er wollte sich mit an einen Tisch setzen und wurde von einem seltsam aussehenden Mann mit einem “Verpiss dich, das ist mein Platz!” angepöbelt.
“Wieso, der Platz reicht doch für uns beide, meinst du nicht?”, hat er daraufhin gemeint.
Er wolle aber keine Gesellschaft, sagte der seltsame Typ.
”Dann geh halt nicht ins Wirtshaus.” …

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Papyrus hätte dir mit einem Klick die ‚Bredouille‘ angezeigt oder alternative Synonyme, wie Zwickmühle, Klemme oder in der Patsche sitzen. :wink:

Meine Meinung (muss nicht stimmen):
Die ganze Rahmenhandlung, die vom Ich-Erzähler erzählt wird, steht nicht in Anführungszeichen. Kommt jetzt ein erzählter Dialog, so steht dieser allerdings dann aber in selbigen (bsp. wechselnder Dialog: „Schön, dass ich dich hier treffe, XY, lange nicht gesehen“, sagte ich. XY: „Meine Frau hat mich nicht ins Wirtshaus gelassen.“) Der Geschichte ist es egal, wer erzählt.

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Ich hoffe ich habs richtig verstanden:

Ich lese zurzeit ein Buch, wo zwei Figuren miteinander reden, der eine erzählt dem anderen seine Lebensgeschichte.

Diesen Dialog und auch was in dem Moment um diese Figuren herum passiert, ist der Erzähler.

Die Person, die von seiner Lebensgeschichte erzählt logischerweise aus der Ich-Perspektive.

Alle Diaologe in dieser Lebensgeschichte sind in der Rede so markiert : >XY<, sagte Person A.

Alles was außerhalb der Lebensgeschichte erzählt wird, wird so markiert: >>xy<<, sagte Person a.

Mit dem Zeichen >>/<< sieht man, dass man wieder in der ‘Gegenwart’ ist, also wo der Erzähler wieder die Geschichte erzählt.

Ich hoffe, ich konnte es klar erklären…

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Das habe ich jetzt tatsächlich erst verstanden. :sweat_smile: Dennoch glaube ich, dass Leser etwas zu viel abverlangt, auf die Art der Anführungszeichen zu achten. Ich kenne den Text von @Ho.Ro nicht, tendiere jedoch dazu, nur ganz normale Anführungszeichen zu verwenden, aber besonderes Augenmerk auf den Begleittext zu legen, aus dem zweifelsfrei erkennbar werden sollte, wer gerade spricht. Aber womöglich bin da schief gewickelt.

Ich würde es auch so sehen wie @Rose .

Aber bei der Orientierung für den Leser kommt es auch darauf an, wie lang die jeweils erzählten Passagen sind. Wenn alle ums Lagerfeuer sitzen, ist das die Rahmenhandlung. Die könnte ein Kapitel ausmachen. Oder auch weniger?

Dann fängt einer zu erzählen. Da ist die Frage, wie lang ist diese Erzählung? Reicht sie zum Beispiel für ein eigenes Kapitel? Dann könnte man dieses mit dem Namen des Erzählers überschreiben. Dann dürfte es kaum zu Verwirrung kommen.
Am Ende der Erzählung käme dann ein Absatz, der den Leser zurück in die Rahmenhandlung führt.
Im nächsten Kapitel erzählt dann jemand anders.

Falls du in kürzeren Abständen zwischen den Ebenen hin und herspringst, käme es wirklich auf den Text selbst an - ob man sich darin zurechtfindet. Ob genügend Hinweise eingestreut sind, damit der Leser versteht, wo er sich gerade befindet. Da hier ein allwissender Erzähler spricht, gibt es schon mal eine gute Orientierung. Den Rest müsste ich an einem echten Textausschnitt prüfen. Allgemein kann ich das schwer beurteilen.

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Verstehe ich. Aber du hast Glück, ich bin im Begriff diesen Fehler schon mal für dich zu machen :slight_smile:

Hier ist ein Auszug aus meinem dritten Band, den ich gerade mit Claude durchgehe. Im Gegensatz zu ChatGPT feiert der dich nicht ständig und zeigt sich sehr zickig, wenn ihm was nicht gefällt. Er scheint also der Ansicht zu sein, dass man dem Text folgen kann. Eine sehr kritische Testleserin hatte an dem Text auch nur angemerkt, dass sie es für eine interessante kleine Zwischengeschichte hielt.

Dieses Kapitel ist das einzige in den fünf Bänden, das so geschrieben ist. Ich bin da keineswegs stolz drauf und hab auch schon überlegt, es umzuschreiben. Aber irgendwie gefällt es mir auch so. Darin findest du jedenfalls reichlich Zitate mit einfachen Anführungszeichen innerhalb doppelter Anführungszeichen. Vielleicht hilft das bei der Entscheidung.

MOOYAN 3.icb.pdf (1,0 MB)

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Danke für die reichlichen Tipps.

Ich wusste doch, dass die »Bredouille« wirken wird​:wink:

Das Problem ist nicht die erste Ebene. Der Erzähler im Monolog doppelte Anführungszeichen

Der Fremde, der in seinem Monolog mit ihm spricht

Einfache Anführungszeichen

Jetzt wird es kompliziert, den auch er gibt einen Dialog mit einer Hexe wieder

Deshalb tendiere ich dazu, die wörtliche Rede des Fremden kursiv zu setzen, um die Hexe wiederum mit einfachen Anführungszeichen reden zu lassen.

Ungefähr so:

„Am Brunnen traf ich einen Reisenden. Er sagte: Neulich bin ich einer Hexe begegnet. ‚Komm näher‘, flüsterte sie, ‚ich beiße nicht.‘ Ich blieb stehen. – Ein seltsamer Kerl, dachte ich.“

Wie pflegte mein Professor stets in solchen Fällen zu sagen, wenn ich eine ähnliche Lösung (für ein anderes Problem) hatte: „Kann man machen, Frau Kaufmann, macht man aber nicht!“

Einen derart verknoteten Schachtelsatz würde ich umgehen, indem ich die wörtliche Rede der untersten Ebene einfach in eine indirekte umwandele oder den Text beschreibend umformuliere.

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Ich finde die beiden Arten von Anführungszeichen absolut ausreichend. Durch den Kontext versteht man hier sehr gut, wer was sagt. Der Kursivsatz ist überflüssig.

Und ich würde es auch nicht mit indirekter Rede umschreiben. Es ist viel lebendiger so. So würde wirklich jemand am Lagerfeuer sprechen. Und wir kennen aus dem Alltag alle solche Situationen, in denen wir erzählen, was andere gesagt haben.

Ich würde es genauso lassen.
Ohne Teile daraus kursiv zu setzen. Man versteht es sehr gut.

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Kommt drauf an, wie lange so ein Monolog ist.

In Hyperion von Dan Simmons gab es eine Gruppe von 8-9 Menschen, die - während sie auf Reise waren - einer nach dem anderen seine Geschichte erzählte. Simmons hat aus jeder dieser “Erzählung” ein eigenes Kapitel gemacht. Es endete damit, dass die Gruppe die Botschaft der Geschichte “verdaute” und schließlich sich ein weiterer dazu anschickt, seine Story zu erzählen. Der Beginn davon war der Beginn des nächsten Kapitels.

Fand ich geschickt gelöst.

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Das Beispiel ist sehr komprimiert, so würde ich nie schreiben.ir geht dabei nur um die Darstellung.

Im richtigen Text ist da mehr Platz aber irgendwann unübersichtlich, wenn ich nicht am laufenden Band schreibe:

Sagte der Weißhaarige: