Liebesleben 💖

Happy New Year :hugs:

Zum Jahresbeginn habe ich überlegt, wie die perfekte Liebesszene aussehen könnte. Aber mir will nichts Originelles einfallen. Irgendwie ist es immer dasselbe langweilige Spiel. :face_holding_back_tears: Oder?

Habt ihr selbst schon Mal eine perfekte Liebesszene erlebt? Und was hat sie für dich so besonders gemacht?

Please Help :heart_eyes:

Was ist perfekt? Ich denke, da gibt es keine allgemeingültige Beschreibung (um es so nüchtern auszudrücken). Die „Qualität“ einer Liebesszene ergibt aus den Umständen, die zu eben dieser geführt haben.

Ist es allerdings auch nicht. Zumindest nicht in meiner (lange zurückliegenden) Zeit der Jugend. Da hatte jede Nummer ihre eigene Qualität und keine war, wie die vorhergehende oder nachfolgende. Selbst wenn der Gedanke gekommen sein sollte - jetzt hab ich aber wirklich schon alles erlebt - Überraschungen waren immer möglich und es hat sie auch gegeben (ich könnte mich deutlicher ausdrücken, aber dann wäre es nicht mehr jugendfrei) :rofl: :rofl:

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Ich stimme @nolimit zu. Die Art und Weise, wie sich die „Romanze“ aufbaut, ist entscheidener als die Liebesszene selbst. Also, wer sind deine Beteiligten? Ich beispielsweie deute Liebesszenen nur an und blende dann ab (wie ein ab 14 Film :wink: ) Man kann auch mit Weltbildern arbeiten (erstes Mal? Eher zaghaft) (oder Wild Bikerromantisch) muss aber schauen, dass man nicht unbedingt ein Klischee bedient.

Wenn du allerdings fragst, wie man den perfekten Akt formuliert - keine Ahnung - ich fand sämtliche präzisen Beschreibung innerhalb von Büchern - unpassend, und oft unfreiwillig komisch :wink:

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Kommt vermutlich sehr auf das Genre an - und die Erwartung der Leser.

Ich habe mal irgendwo eine nette Selbstbeschreibung von Barbara Cartland gelesen - das war die Stiefgroßmutter von Lady Di und laut Wiki eine der bedeutendsten Autorinnen von Liebesromanen im 20. Jahrhundert. Sie hat sinngemäß gesagt: „Mein Erfolgsrezept? Meine Kolleginnen gehen mit ihren Protagonisten immer nur bis zum Schlafzimmer. Ich gehe mit rein …“

Fand ich nett.

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Ich hatte mal für eine Ausschreibung „romantischer Vampirroman“ für Beispielliteratur umgehört und eine Kollegin empfiehl mir Bücher. Unter anderem die Black Dagger Reihe - oh man, das Buch musste ich im extra Schutzcover in der S-Bahn lesen, weil es eigentlich ein schriftlicher Porno war :stuck_out_tongue: tatsächlich gab es eine Handlung, die recht einfach, aber gewissen Sinne auch interessant: doch gewiss 4-5x um die 10 Seiten nicht jugendfreier Inhalte, sehr unterschiedlicher Art. Da ich die Buchserie dann hin und wieder in der S-Bahn bei anderen Menschen entdeckte, musste ich schmunzeln. Es gibt sicher Leute, die das genau in dieser Art haben wollen …

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Ich finde es schwierig, die innere Erfahrung in Worte zu fassen…

Also, es ist ja relativ leicht einen Akt zwischen Menschen von Außen zu beschreiben. Aber die inneren Abläufe sind doch das, was wirklich berührt, oder?

Ein Beispiel: Er presste seine Ohren zwischen ihre Brüste und dachte, „das Essen brennt gleich an.“ -

So etwas kann doch im richtigen Leben passieren, ohne, dass es lustig ist, weil es außer dem Denkenden niemand mitbekommt.

Aber wie bekommt man technisch so eine Situation authentisch in ein Buch eingefangen?

Schau doch mal hier …
Ich habe noch eine der Erstausgaben von 2002. Ist zu empfehlen, wenn es um das erotische Schreiben geht.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Autorenhaus Verlag GmbH; 2. Auflage. (15. April 2013)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 240 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3866711158
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3866711150
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Joy of Writing Sex
    Deutsch: „Erotik Schreiben“

Das Buch gibt es im Buchhandel.

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Zur Ausgangsfrage: Ja, ich habe mehrfach die perfekte Liebesszene erlebt. Was sie für mich so besonders gemacht hat, steckt im ersten Wort des Begriffs.
Für den Schriftsteller in mir: wenn ich über etwas schreiben will, lese ich zunächst darüber. Ich schreibe ungern Erotikszenen - wenn ich das ausbauen wollte würde ich bei Klassikern starten. Henry Miller zum Beispiel.

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Oops, Henry Miller geht aus meiner Sicht weit über das hinaus, was man als klassische Liebesszene bezeichnen kann. Klar denke ich dabei zuerst an „Opus Pistorum“, aber auch in anderen sind die „Liebesszenen“ sehr deutlich beschrieben … aber gut, es sind ebensolche, eben nur ohne Weichzeichnung dargestellt

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Ich hatte den Eindruck im Laufe der Diskussion, dass explizite Beschreibung gewünscht ist. Nur ohne unfreiwillig komisch zu wirken.
Hatte gestern nochmal „10besten Liebesszenen in Büchern“ gegoogelt. Da findet man viele Textauszüge renommierter Literaten. Explizit aber selten plump.

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Ja. Weil man das im Porno nicht zeigen kann. Das ist die Stärke der Literatur. Das Innere. Das Äußere kann man auch einfach Filmen. Die Verdrahtung von Empfinden und Geschehen ist wichtig. Das Feinfühlige.

Ich würde mich aber immer als erstes Fragen: „Wie erlebt es meine Figur?“ + „Welche Geschichte erzähle ich?“ Nach diesen Antworten würde ich es dann schreiben. Jede Figur erlebt es anders.

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Hm, mein erster Roman, der im Mai 23 beim Weltenbaumverlag veröffentlicht wurde, ist ein erotisches Märchen. Da weiche ich auch 15 Tage lang meiner Protagonistin nicht von der Seite, wenn sie mit ihrem Zaubermeister prickelnde Spielchen treibt. Ich bin da also ganz bei Barbara Cartland. Es ist ein Buch ab 18. Aber ich würde nicht behaupten, dass jede Szene das Gleiche wäre. Mir war es wichtig, eine ansprechende (Fantasy-)Geschichte zu schreiben, die nicht nur heiß, sondern auch spannend und abwechslungsreich ist.
Beim Schreiben habe ich festgestellt, dass Erotik eine hohe Kunst ist. Schreibt man zu platt, ist es eine Vorlage, bei der irgendwann die Seiten zukleben (durch die Blume gesagt). Schreibt man zu vorsichtig, wirkt es verklemmt und unprofessionell (oder eben nicht erotisch).
Jeder hat da so seine eigene Schmerzgrenze. Und ein Autor sollte sich eine Grenze setzen, die dann eben die Leser findet. Denn es gibt für alle „Härtegrade“ eben einen Leserstamm. Man sollte nur eins nicht machen: schlecht recherchieren. 50 Shades of Gray soll ziemlich schlecht recherchiert sein. Ich habe es nicht gelesen, weil ich schon vorgewarnt wurde.

Hier gibt es auf der Verlagsseite eine XXL-Leseprobe
Allerdings geht es hier noch nicht sehr explizit zu. Das wird erst im Folgekapitel ein Thema.

Ob in meinem Buch die perfekte Liebesszene drinsteht? Das weiß ich nicht. Und das kann ich auch nicht wissen. Jeder Mensch hat einen anderen Geschmack. Was für den einen funktioniert, kann für den anderen unterirdisch sein. Ich denke tatsächlich, dass es hier wie beim Essen ist: entweder es schmeckt oder es schmeckt nicht. Manche sind schon bei einer Prise Pfeffer raus, manche machen sich noch extra Tabasco über die Mahlzeit. Da gibt es kein Falsch.
Aber wie gesagt: Recherche ist wichtig! Ich wollte mit meiner Geschichte kein Fastfood servieren und habe sehr lange dran gesessen und recherchiert, um „gute und ansprechende Gerichte“ zu servieren, auch wenn ich an Chili bzw. Ingwer nicht gespart habe.

Übrigens „meine eigenen erlebten Liebesgeschichten“ würde ich nie in einem öffentlichen Text oder Buch niederschreiben. Das ist mein verschlossener privater Bereich. Bei mir liest man nur extra dafür konzipierte Szenen. Deswegen finde ich die Eingangsfrage auch recht unpassend…

Innere Abläufe sind eigentlich gar nicht so schwer. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive meiner Protagonistin geschrieben. Ich kann also gar nicht von außen auf sie draufschauen. Und mir war es auch wichtig, ihre Gefühle darzulegen, der Zwiespalt zwischen ihrer Begierde und der Sorge, die Jungfräulichkeit zu verlieren.

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Die perfekte Liebesszene einzufangen, ist kaum möglich. Unsere Erfahrungen oder manche Vorgeschichte prägen unsere sexuelle Orientierung. Das kann auch sehr schräg sein. In einer Doku erklärte mal ein junger Mann, er werde nur erregt, wenn er nackt zwischen zwei Glasscheiben steht. In der Kindheit hat er sich immer hinter großen, abgestellten Bildern versteckt, wenn seine Mutter Besuch bekam. Das waren seine ersten erotischen Erinnerungen.
Daher schreibe, was dir gefällt. Dann ist es authentisch.
Ich persönlich mag eher Andeutungen, für das Finale habe ich meine Fantasie.

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Danke für eure hilfreichen Antworten und Tipps :hugs:

Ich möchte das Unsichtbare, Unaussprechliche, die Magie und den Zauber des intimen Moments, in Worte fassen können.

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Dazu braucht es, wie gesagt, viel Übung und Ausprobieren. Einfach mal machen und bei Betalesern schauen, wie es wirkt. Dabei auch mal Niederlagen einstecken können und dran denken, dass sich Geschmäcker stark unterscheiden können. Da muss man halt sehen, welche Kritik man an sich heranlässt und welche nicht. Nur so findest du deinen Stil.

Zumindest ist es mir so gegangen.

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