Leseprobe von Nederve

Hallo Forianer,

ihr habt ja frühere Fassungen von „Nederve“ gelesen. Hier ist eine kleine Leseprobe der Kapitel 1 bis 5 in meiner überarbeiteten Fassung, dazu die lektorierte Version. Das war ein begleitetes Lektorat, einmal inhaltlich und einmal stilistisch. Ich hoffe, ihr merkt eine Verbesserung.

Seid bitte nett zu mir, ich bin noch Anfänger. :blush:

Liebe Grüße

André Lang

Leseprobe von Nederve Kapitel 1-5.pdf (85,6 KB)

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Ich weiß, dass es viel Text ist. Wer wenig Zeit hat, kann auch gern nur Kapitel 1 und 2 lesen. Mich interessiert vor allem, ob die Atmosphäre und das Tempo jetzt besser wirken.

Leider ist mein Gedächtnis nicht so gut, wie ich es mir wünschte, weshalb ich Veränderungen in deinem Text nicht mehr auf die Spur komme. Wenn dein Text jedoch, wie du schreibst, schon ein Lektorat durchlaufen hat, so will ich und kann ich mich dazu nicht mehr äußern, sondern nur meinen Eindruck der 14 ersten Seiten wiedergeben, die ich gelesen habe.

Du hast einen interessanten Plot erdacht – das erahne ich. Zwar bin ich persönlich nicht der Meinung, dass ein Roman mit dem ersten Satz oder Absatz oder spätestens bis zum Ende des ersten Kapitels ‚zünden‘ muss, aber dennoch sollte es innerhalb dieser Strecke schon Stellen geben, die anziehen, neugierig machen, Spannung oder Hoffnung erzeugen oder über einen besonderen Witz oder stilistischen Charme verfügen.

Leser fragen sich unwillkürlich, wie sie wohl in einer Situation, in die dein Protagonist hineingerät, reagieren würden. Mir fällt auf, dass du viel Detailtreue in deine sinnlichen, aufzählenden Beschreibungen legst. Diese Fülle neuer Sinneseindrücke setzt eine gewisse entspannte Gelassenheit und Muße voraus, die jemand in dieser Situation kaum haben wird, wenn er sich fragt, ob er soeben gestorben sei. Nackte Angst, Panik, Verwirrung wären eher anzunehmen. Anders ist es, wenn ich träume, aber da stelle ich mir nicht die Frage, ob ich tot bin oder träume, denn der Traum ist die in dem Augenblick ‚erlebte‘ Realität.

Kurz: Ich kann mich partout nicht in deinen Protagonisten hineinfühlen. Er begegnet Menschen, die kryptische Kurzantworten oder Erklärungen abgeben, aber nur, um den Text so lange wie möglich geheimnisvoll wirken zu lassen. Dadurch verliert er in meinen Augen an Glaubwürdigkeit. Jeder würde zunächst haargenau wissen wollen, wo er hineingeraten ist! Wie die Blümchen aussehen, wann es mal still ist, wann der Wind leise rauscht, interessiert sicher die Wenigsten.

Vielleicht wirfst du nochmal einen Blick auf deine eigene Perspektive beim Schreiben? Du schilderst, wie du glaubst, dass Autoren (vielleicht persönliche Vorbilder?) schreiben. Schreibe mit deiner eigenen Stimme, aber sieh diese, von dir geschaffene, Welt mit den Augen deiner Protagonisten! Fühl dich in sie hinein. Du beobachtest nur, bist aber kaum aktiv, nehme ich die unglaubwürdig spitzfindigen Reaktionen aus. Welche Fragen würden dir an ihrer Stelle auf der Zunge brennen? Authentizität vor Maniriertheit!

Lass dich aber bitte von meinem Kommentar nicht irritieren, entmutigen oder vom Wege abbringen. Er ist nur eine Meinung einer ebenfalls Lernenden. Möglicherweise bin ich auch nicht die angesprochene Zielgruppe (bin zu alt?), die eine andere Einschätzung hat. Ich hoffe, du bekommst noch Input hier, der dir weiterhilft!

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Liebe Heather,

vielen Dank für deine ausführliche und ehrliche Rückmeldung! Ich habe mich sehr gefreut, dass du dir die Zeit genommen hast.

Die kryptischen Antworten habe ich bewusst so gewählt, denn sie haben mit dem Plot zu tun. In Nederve ist Angst gefährlich, sie nährt eine zerstörerische Kraft. Deshalb erfahren Neulinge am Anfang nicht alles. Warum das so ist, wird im Laufe der Geschichte aufgelöst.

Deinen Punkt zu Johns Perspektive nehme ich gern mit. Er beruhigt sich zwar vor den Beschreibungen, aber ich schaue mir noch einmal an, wie stark man seine Verunsicherung darin spürt.

Dein Kommentar hat mich nicht entmutigt, im Gegenteil. Danke!

Liebe Grüße

André

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