Wenn eine Agentur die Leseprobe nicht explizit in Normseiten verlangt, würdet ihr sie trotzdem als Normseiten formatieren?
Hintergrund ist der, dass ich im Manuskripft sowohl ich-Erzähler, zweiten ich-Erzähler, inneren Dialog mit zwei Stimmen und Chat-Dialoge habe. Einfach als Normseite ohne weitere Formatierung (Einrückung, kursiv, fett, etc.) ist das quasi unleserlich.
Hat jemand einen Tipp? Ich überlege schon, Normseiten (für die Einschätzung der Länge) plus eine „ordentlich“ formatierte Version zu machen und das eben auch zu erklären.
Ich denke, wenn dein Text nicht als Text sondern nur über Formatierung verständlich wird, hast du ohnehin keine Chance. Die Agentur muss dein Produkt schließlich an den Mann bringen und das wird schwierig, wenn man erst den Nippel durch die Lasche ziehen musst.
Frage doch einfach bei der Agentur nach und schildere dein Problem.
Ich war vor ein paar Wochen auf einem Seminar mit einem Agenten. Vorab haben die Teilnehmer Exposés eingereicht. Von der Formatierung her sah das sehr unterschiedlich aus, ich war überrascht, wie wenige Normseiten eingereicht hatten. Weil sich der Seminarleiter (= Chef der Agentur) nicht daran störte, habe ich nachgefragt. Ihm war das Format egal.
Wenn es also nicht explizit verlang wird, würde ich ohne Gewissensbisse davon abweichen, meine Leseprobe in Normseiten einzureichen.
Ob deine Formatierungen für Leser hilfreich oder irritierend sind (fett finde ich persönlich „over the top“), steht natürlich auf einem anderen Blatt.
Wie gesagt, frag einfach dort nach, in welcher Form sie es gern hätten. Ich kenne mich da auch nicht genau aus, doch habe ich schon sehr oft gelesen, dass Texte, die unformatiert nicht lesbar sind, gar nicht erst beachtet werden. Ob das tatsächlich so ist, weiß ich nicht, deshalb ist Nachfragen die beste Alternative.
Wenn du einen großartig geschriebenen, originellen und wunderbar zu lesenden Text einreichst, ist die Formatierung der Agentur piepegal, genauso rettet andersherum eine gute Formatierung kein schwaches Manuskript.
Nachzufragen schadet sicher nicht, aber soweit ich weiß, hängt daran nicht die Entscheidung, ob ein Manuskript angenommen wird oder nicht.