Kleine Fundstücke - 1

wir
die wir märchenfäden spinnen
aus den paar tropfen tinte
die die feder braucht
die
ohne sich sehr lange zu besinnen
erzählen können
was empfindung kaum beschreiben kann
und was den alltag in den regenbogen taucht
ganz nebenbei
– wir sterben aus
zu derb die arbeit jener
die heute noch in reimen reden
um toren tiefer zu betören
da bleibt fast nichts als nur der schmerz aufs herz
da kitzelt jeden schon der lachreiz in der kehle
wir
die wir märchenfäden spinnen
wir wenigen
die nicht nur mit den ohren hören
wir schlagen dir den reim nicht ins gesicht
wir schlagen nicht mit der abstraktheit ungenauer keule
dir deine fenster ein.
nein.
wir umgarnen deine seele.

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Seidige Fäden
umspinnen vom Mond aus die Sterne
Im Weiher des Lebens
spiegelt sich traurig die Seele der Welt
Vorbei

Tut mir leid, aber ich musste das jetzt direkt dazuposten. Ist aus einer meiner Gedichtillustrationen und fiel mir direkt wieder ein bei deinen Zeilen.

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Wunderschön! Danke!

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Uff - das ist traurig! Und wunderschön! Und wahr! Also, muss es Poesie sein. Du hast mit scheinbar leichter Feder, das Drama der wahren Poesie festgehalten. Sie wird kaum noch gehört. Alle(s) ist/sind zu laut. Also (in meinen Augen) auch noch ein Weckruf - lasst die leisen, die Seelen berührenden Texte nicht untergehen! Bei Anachronica und mir rennst du offene Türen ein.
Das ist wirklich wundervoll geschrieben - von dir und Anachronica. Nicht aufgeben!!

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kann nur „wow“ sagen, was ein ergreifender lyrischer Text!

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Sie liefern die Lösung für das Problem: in die Musik verpacken und dann wird es mehr als „nur“ die Poesie.

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Ja - Musik und Poesie sind nicht nur verbunden, sondern quasi untrennbar. Wo Worte nicht zu halten sind, da hilft der Klang. Und wo kein Klang mehr zu hören ist, da hilft das Bild. Darum sind Maler, Schriftsteller und Musiker eigentlich viel mehr als „Unterhalter“. Sie zeigen ins Innere unseres Lebens. Und ins Äußere. Sie rahmen die menschliche Welt ein, und zeigen Versuche, sich zurecht zu finden…, mit all den Widersprüchen, die unsere Spezies nun mal ausmacht.

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