Ist das das Ende kleiner Buchmessen?

Provokante Frage, oder?

Gerade in der Welt gelesen:

Auf vielen Messen schon erlebt, das nur Bargeld genommen wurde.

Soll ich mir nun eine bargeldlose Zahlungsmöglichkeit zulegen, wenn ich auf einer, vielleicht zwei Messen im Jahr ausstelle?

Das wäre es mir nicht wert.

Wie sehr ihr das?

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Wenn du Aussteller auf einer Messe bist, bist du ja noch lange kein Händler. Dazu müsstest du ein Gewerbe betreiben, was du ja nicht tust, nehme ich mal an.

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Wenn du deine Bücher selbst verkaufst, betreibst du nicht unbedingt ein Gewerbe, denn man kann das deiner freiberuflichen Schriftstellerischen Tätigkeit zurechnen. Vor allem gilt das bei Lesungen für signierte und dort verkaufte Bücher. Messen sind eine Grauzone. Wenn du einen (Webshop) betriebst, bist du gewerblich tätig. Ob es angemeldet ist, ist eine andere Frage… Ob mit dem Begriff “Händler” nur Gewerbetreibende gemeint sind oder ggf. auch Freiberufler, weiß ich nicht. Persönlich halte ich das Ganze übrigens für eine weitere komplett überflüssige Aktion, über die echte Geldwäscher nur lachen werden, die dafür ehrliche Bürger mal wieder belastet und letztlich nur der staatlichen Kontrolle aller Transaktionen dient, mit der man sich “Gestaltungsmöglichkeiten” (sprich Besteuerungsmöglichkeiten) schafft. Natürlich schafft es auch wieder Arbeitsplätze (in Brüssel und Berlin) und das ist ja auch was, haha.

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Das wird bestimmt nicht das Ende aller kleinen Buchmessen sein und auch nicht die Mutter aller bargeldlosen Bezahlsysteme. Als Autor bist Du nicht per se Händler oder Gewerbetreibender sondern Freiberufler. Ob diese Regelung dann auch für Freiberufler greifen würde, möchte ich bewzeifeln. Aber auch hier der Disclaimer: Dies ist keine juristsiche Beratung.

Allerding kann die Anschaffung eines bargeldlosen Bezahlsystems wie SumUp unabhängig von gesetzlichen Regelungen sinnvoll sein, da auf Messen potenzielle Käufer eine Kartenzahlung geradezu vorausetzen. So auf der diesjährigen LBM selbst erlebt.
Die Entscheidung ist daher aus meiner Sicht eher eine öknomische: verzichte ich auf ein bargeldloses Bezahlsystem und damit potenziell auf Verkäufe oder schaffe ich mir einmalig so einen Kartenleser an. Ich persönlich liebäugele damit. Eine Entscheidung habe ich noch nicht getroffen.

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Ich auch. SumUp ist auch nicht so teuer. Allerdings Bargeld ist für mich kostenlos, sowohl das Abheben und das anschließende Loswerden.

BTW: Für die Gehaltsumwandlung ist meine Frau zuständig.

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Klein und zuverlässig. Ich hab das. Anschaffung ist steuerlich absetzbar, wenn man es beruflich nutzt. Keine laufenden Kosten, wird pro Buchung ein paar ct berechnet.

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Blöd, wenn man an einem Buch eh nur ein paar Cent verdient.

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Bei Isabella würden die 13 Cent pro Buch wollen.
Dann kommt die, zwar einmalige Anschaffung, dazu und schon wäre die ersten Verkäufe für die Katz.
Für meinen Seelenfrieden habe ich noch nicht kalkuliert, wieviele Bücher das wären.

Dann bekommt Band zwei eine Preiserhöhung verpasst. :money_bag: Einen Euro mehr für den Luxus, dass die Leute mit Karte zahlen könnten, selbst die Barzahler.

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Zettl über Paypal ist noch eine Alternative, kostet aber wohl die gleichen Gebühren wie Sumup.
Eine Alternative ist noch das neue System Wero, dem inzwischen die meisten deutschen Banken angeschlossen sind:

Das trifft ja nur zu, wenn du auf die Tantiemen blickst, die dir z.B. epubli gewährt. Wenn du 100 Bücher in Polen drucken lässt, bezahlst du pro Buch etwa 8-9 Euro. Der Rest ist dann dein zu versteuernder Umsatz. Das sind dann eher 5 Euro pro Buch statt ein paar Cent.

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Paypal kann man ja auch ohne Gewerbe unter Privatpersonen benutzen. Einfach QR-Code anfordern, ausdrucken, aufstellen und jeder kann dir Geld schenken :+1:

Dann haben die aber keine ISBN mehr und ich verkaufe den Titel dann quasi illegal, glaube ich jedenfalls.

Sum-up auch.

ISBN ist keine Pflicht beim Buch, siehe Amazon

Aber ohne wird es im Vetrieb schwerer.

Ich habe mich unpräzise ausgedrückt. Ich kann doch nicht die Dateien meiner beiden Sardowskis, für die es eine ISBN gibt, an eine polnische Druckerei schicken und diese in der polnischen Druckerei gedruckten Bücher dann auf einer Messe verkaufen. Weil ich ja schließlich den epubli-Vertrag habe.

Das wäre zu prüfen. (Muss übrigens keine polnische Druckerei sein.) Grundsätzlich spricht nichts dagegen, denn du bist der Urheber und hast damit alle Rechte an deinem Text. Epubli ist erstmal ein Dienstleister, der deinen Text zum Verkauf bereitstellt. Ob er ein exklusives Recht hat, liegt an dem Vertrag, den du geschlossen hast. (Das Thema gab es doch schon mal.)

Und natürlich darfst du dein Buch im Direktverkauf auch ohne ISBN verkaufen. Die dient am Ende ja nur der besseren oder leichteren Identifizierung im Handel.

Gesetzlich vorgeschrieben ist nur die Buchpreisbindung. Also dein Buch muss überall gleich viel kosten, auch auf einer Messe.

Dann kann man natürlich auch noch einfach etwas hinzufügen. Eine Karte, zusätzliche Kapitel, Interviews mit dem Autor oder anderes Bonusmaterial. Man nennt das dann „Sonderausgabe“, „Director‘s cut“ oder wie auch immer. Dann ist es ein neues Buch, braucht eine eigene ISBN (nur für den Buchhandel) und auch die Preisbindung gilt nicht mehr. Allerdings die Pflichtabgabe bei der DNB mit zwei Exemplaren.

Wenn ihr sowas vorhabt und dafür eine ISBN haben wollt, schickt mir eine PN. Ich habe noch ein paar übrig, weil ich es damals einfach nicht übers Herz gebracht habe, eine (in Worten: eine) ISBN für 70,- Euro zu kaufen, wenn ich für 100,- Euro 10 Nummern kriege.

Aber Achtung: das alles ist keine Rechtsberatung, nur meine Meinung.

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Das ist sehr lieb von dir. Was mich persönlich angeht, werde ich sowieso nichts auf einer Messe ausstellen. Ich wollte nur allgemein meine Bedenken in den Raum werfen.

Richtig. Mir kam es eher darauf an, dass ich nicht ein- und dasselbe Werk mal ohne und mal mit ISBN verkaufen wollen würde. Ob das rechtlich einwandfrei ist, ist noch eine ganze andere Sache.

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