… war eine Frage, die ich mir die letzten Monate gestellt habe. Ich habe gutes Feedback von Testlesern bekommen, und gleich flackerte der Gedanke auf: Buchprojekt an Verlage bringen?
Die Wahrheit ist, dass mich der Gedanke gelähmt hat. Etwas hielt mich davon ab mein Verlagspaket abzuschicken.
Wieviel Kontrolle der Geschichte müsste ich abgeben? Kann ich überhaupt über zukünftige Werke einer Trilogie sprechen, wenn ich sie noch nicht entwickelt habe? (bin leicht strukturierter pantser)
Ich würde den erstbesten Vertrag (der eh schon unwahrscheinlich ist) annehmen, aber würde ich mich dann ärgern, dass es trotzdem eine Randerscheinung im Verlagsprogramm ist?
Ich glaube der Antwort nahe zu sein. Es gibt den Ursprungsplan (3 Trilogien schreiben in SP, das erste Buch ist jeweils fertig). Es spricht nichts dagegen zu einem späteren Zeitpunkt ein Projekt »Das Verlagsbuch« zu starten. Oder vermeide ich hier einen Konflikt mit mir, indem ich diesen die Zukunft schiebe?
Ich hab genau dasselbe Problem. Ich kenn das. Sp hat viele Vorteile. Du bist an nichts gebunden, du kannst machen, was du willst, du kannst schreiben, was du willst. Andererseits wiederum, wenn du was werden willst, musst du alles selber machen. Du musst viel Geld investieren. Und auch da gibt es keine Garantien, genauso wenig wie es Garantien gibt, dass ein Verlag, den du bekommst, dein Buch auch wirklich pusht. Von daher glaube ich eher: Das ist so eine innere Schutzhaltung, dass man sich vielleicht erst gar nicht beim Verlag bewirbt, weil man genau weiß, wie gering die Chancen eigentlich sind. angenommen zur werden.Bei mir persönlich kommt noch hinzu, dass ich nicht unter Druck schreiben kann und immer wieder lange Schreibpausen habe. Wenn ich dann einen Termin hätte, einen vorgegebenen vom Verlag, da würde ich wahrscheinlich grandios scheitern.
Ich glaube, das ist etwas, was wirklich jeder mit sich selbst ausmachen muss.
Persönlich favorisiere ich das Selbstpublishing. Die Vorteile, die ein Verlag bietet (Lektorat, Cover, Präsenz in Buchhandlungen, gut fürs Ego ) wiegen die Nachteile mittlerweile nicht mehr auf:
Du gibst alle Rechte aus der Hand,
du hast wenig bis kein Mitspracherecht bei der Covergestaltung,
das Autorenhonorar ist nicht überwältigend (falls dein Buch nicht gerade durch die Decke geht),
als Newcomer musst du dich selbst um Werbung kümmern und bist an die Marketingstrategie des Verlages gebunden,
nach einer gewissen Zeit (meist einige Wochen) verschwindet dein Buch auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung.
Danke euch beiden. So ein bisschen ist es genau das. Und das überhaupt erst, wenn der 1 von 100(+n) Fällen eintritt, dass ein Buch angenommen wird.
Ich habe nämlich an diesen feuchten Herbstwochenende Zeit und wollte das Paket schnüren, aber hatte - Hemmnis - der Gedanke dagegen, Schwerter der Ordnung in den nächsten Wochen herauszubringen, beflügelt mich dagegen
Gerade wenn es ein Mehrteiler werden soll, hast du dann Zeitdruck, oder aber, Band 1 verkauft sich nicht gut und die Folgebände werden deshalb gar nicht erst verlegt.
Dein Pech, dass du die Rechte trotzdem nicht mehr hast und die Fortsetzungen dann auch nicht im Selfpublishing herausbringen darfst.
Bis ein Verlag dein Manuskript gesichtet hat, kann schon mal ein Jahr ins Land gehen - und dann kommt meist doch ne Ablehnung.
Manchmal ist es gut so etwas zu lesen. Dann kann man entschieden und mit neuer Kraft seinen Weg gehen. Es war ohnehin der Ursprungsplan die 3 Trilogien in SP zu veröffentlichen und auf den Sickereffekt zu hoffen. (Leute mögen deine Reihe - lesen eine andere Reihe von dir ebenfalls).
Ich glaube, ich starte mal Papyrus da ist noch eine Mail mit „letzte Korrekturen“ die ich einarbeiten muss.
warum probierst du es nicht einfach aus? Verlage wollen dir ja nichts Böses, im Gegenteil, wenn sie dein Projekt gut finden, wollen sie mit dir und deinem Buch Geld verdienen..
Und die Bedingungen sind ja sicher nicht festgetackert, man kann bestimmt mit denen reden
Frag doch mal Orlando, der ist mit seinem Verlag ganz zufrieden, denk ich
Richtig, dass ist die Vernunft, die sagt: „Einfach ausprobieren - laufen lassen - wenn nichts kommt, ist SP immernoch da.“ Aber die Wahrheit ist, dass mich irgendwas zurück hält. Ich habe darüber philosophiert, was es ist
Stimmt, bin ich! Ich habe einen Programmplatz, kann schreiben, was ich will und wie ich das will. Und ich habe Einfluss auf den Titel und die Covergestaltung. Ich habe also allen Grund, zufrieden zu sein. Zumal ich nicht vom professionellen Schreiben leben muss. Und mit Terminen hatte ich noch nie Probleme.
Allerdings sind die Aufbau Verlage in Berlin auch etwas besonders und nicht wirklich vergleichbar. Denn sie gehören als mittelgroßer Publikumsverlag mit rund 26 Mio. Umsatz pro Jahr mehrheitlich einer Stiftung und nicht einem der drei großen Konzerne. Das nimmt eine Menge ökonomischen Druck raus!
Ja, unter solchen Bedingungen ist es natürlich eine tolle Sache. @Orlando: Wie schauts mit Werbung und sonstigem Marketing aus, übernehmen die das, oder musst du da selber ran?
Zu Beginn meiner „Karriere“ hatte ich auch den Traum, einen Verlag zu finden. Bei mir kommt aber noch das Problem des Alters hinzu. Einen 68 jährigen kann man nicht allzu lange melken.
Was Yoro sagt. Ist nicht alles Gold, was da glänzt …
Ich (Hybridautorin) empfehle aber, es durchaus zu versuchen. Einerseits, um ein Gespür für Exposés zu kriegen (bringt auch viel für den eigenen Schreibprozess – ich fange jedes Projekt, auch SP-Projekte, mit einem Exposé an), andererseits weil man vielleicht doch in die dritte Runde kommt. Dann kann man immer noch ablehnen oder zusagen.
P.S.: Es heißt übrigens Trilogie, bei Triologie kräuseln sich meine Fußnägel.
Tatsächlich bin ich nicht zufällig vom Verlag ins SP gewechselt, allein schon wegen der Zeitspanne zwischen der Vertragsunterschreibung und der Veröffentlichung. Dazu fehlt mir einfach die Geduld.
Warum spielst du mit dem Gedanken, im Verlag zu veröffentlichen? Ich wollte das von Anfang an, hab mich beworben und war überglücklich, als die Manuskripte angenommen wurden. Die Ernüchterung folgte, denn es hieß warten. warten, warten. Dennoch bin ich immer noch glücklich über diesen Weg, weil ich unglaublich viel dabei gelernt habe.
Wie viel Kontrolle du abgibst, hängt vom Verlag und von den Lektoren ab.
Hat schon mal jemand daran gedacht, mit anderen Autoren zusammen einen Verlag zu gründen? Man könnte dann dafür sorgen, dass der eigene Einfluss weitgehend erhalten bleibt und diejenigen einstellen, die das mit dem Marketing, der Buchführung und der Veröffentlichung übernehmen.