Hörbuchproduktion für Selfpublisher

Mir wurde Werbung für folgenden Dienstleister auf FB angespült. Vielleicht hat jemand daran Interesse. Gehört zur Egmont-Gruppe, scheint seriös zu sein. Sie haben auf ihrer Homepage eine sehr ausführliche FAQ Rubrik.

Bringen Sie Ihr Buch in die Welt der Hörbücher│Saga Storify

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Das würde mich persönlich stören:

/ DU BEZAHLST NICHTS. Du erhältst die Gelegenheit, ein Hörbuch zu produzieren, ohne dafür zu bezahlen. Saga StorifyTM übernimmt alle Anfangskosten. – Was sind denn bitte schön Anfangskosten?

*was dazu gehört, um ein Hörbuch erfolgreich zu machen, wie z. B. ein tolles Cover usw. *-- “toll” ist mir zu subjektiv. Was ist toll? Und was ist usw.? Das kann alles oder nichts sein.

/ DEIN HÖRBUCH WIRD ÜBERALL DA ERHÄLTLICH SEIN, WO DIE HÖRERINNEN SIND. Wir garantieren volle Marktabdeckung auf jedem Markt, da wir bereits Vereinbarungen mit den größten Vertriebspartnern und Streaming-Plattformen haben. – *Mit welchen Vertriebspartnern und Streaming-Plattformen? Warum werden sie nicht konkret benannt?

Die Geschäftsbedingungen geben leider auch keinen Aufschluss über meine Fragen.

DURCH DAS HOCHLADEN DEINES MANUSKRIPTS ERKLÄRST DU DICH UNWIDERRUFLICH DAMIT EINVERSTANDEN, – unwiderruflich? Echt? Gefällt mir nicht.

Wenn du nichts von uns hörst, gilt dies als Ablehnung deines Manuskripts und du bist nicht an die Bedingungen der Vereinbarung gebunden. -- Wenn ich mich mit irgendwelchen Bedingungen einverstanden erklären muss, möchte ich auch eine mögliche Ablehnung bekommen. Vielleicht habe ich ja nichts gehört, weil eine Nachricht im Spam-Ordner gelandet ist? Manche emails werden auch “einfach so” nicht übermittelt (ja, das gibt es).

Also mir ist das, was da steht, viel zu schwammig formuliert.

Vielleicht hat ja jemand aus dem Forum Erfahrungen mit dem Anbieter und meine Bedenken sind unbegründet.

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He, das klingt nicht uninteressant. Selbst einsprechen ist viel schwieriger, als ich dachte. Danke für den Tip!

Ich habe jetzt nicht auf die Seite geschaut, aber ich befürchte, dass die auch nicht unbedingt die besten Vorleser haben. Und mit einer schlechten Lesung kann ein Hörbuch auch floppen.
Ich habe mir mal Marie Antoinette von Stefan Zweig runtergeladen. Das war so grauenvoll gelesen, dass ich es nicht anhören konnte. Und dabei mag ich das Buch.

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Matthias Matting hatte das schon auf dem OP-Tisch.

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Aha. Meine Bedenken sind also nicht unbegründet @Stolpervogel. Vielen Dank!

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ACX halte ich auch nicht für das Gelbe vom Ei. Wir sind im Bereich E-Books schon in fataler Abhängigkeit von Amazon, jedenfalls was den modernen Groschenroman abseits der Verlage angeht. Das wird im Billighörbuchmarkt ganz genauso passieren, fürchte ich. Als unbekannter Selfpublisher wird man zu Beginn nahezu hundert Prozent der Einnahmen abgeben müssen, denn bis viertausend Euro wieder eingespielt sind, kann es dauern. Und es ist nicht so, dass wenn das Buch hundertmal verkauft wurde, das Hörbuch jetzt durch die Decke geht. Ich habe mal gelesen, man kann von einem Zehntel der Druckauflage ausgehen.

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Eine selbstgewählte Abhängigkeit. Niemand ist gezwungen, auf Amazon zu veröffentlichen. Um schnell Geld zu verdienen, wird exklusiv auf Amazon veröffentlicht, mit der Begründung, epubs verkaufen sich schlecht. Kein Wunder, wenn das eBook zuerst monatelang nur bei Amazon verkauft wird und das epub bestenfalls Monate später stillschweigend veröffentlicht wird.
Eine Person oder Firma hat keine Macht. Es ist das Volk oder die Konsumenten, die einer Person oder Firma Macht geben. Wir haben es in der Hand, wieviel Macht Amazon hat.

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Generell ja. Leider gibt es zu wenige Menschen, die wie du denken (und ich). Deshalb hat Unbefleckte Recht, wobei ich beim Amazon-Theater auch nicht mitspiele. Unter Anderem deshalb hat mir hier aus dem Forum mal jemand geschrieben Ich glaube, du willst gar kein Geld verdienen.
Doch würde ich gern. Muss aber nicht.

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Toll* ist ein Modewort, das wie so viele andere auch, sinnentfremdet eingesetzt wird. Im ursprünglichen Wortsinn heißt es verrückt. Tollkirsche, Tollhaus, Tollwut, toll geworden, etc. Außerhalb von Dialogen sollte es daher möglichst vermieden werden. Ein Verlag, der mich mit einem “tollen Cover” ködern will, wirkt auf mich geradezu reflexartig negativ.

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Immerhin geht Amazons KDP einen konsequenten Weg, unterstützt seine Selfpublisher auch intensiv und bietet ihnen viele Möglichkeiten der Eigenwerbung (die tatsächlich nützt), und wenn man den klassischen “Ich mache es selbst” Weg wählt und sein Buch auch durch selbst gedruckte Poster beim Fleischer und Bäcker um die Ecke und im Bekanntenkreis promoted, nutzt das tatsächlich auch dem Verkauf auf Amazon, was die dann ohne Entgelt weiter unterstützen, z.B. durch bessere Platzierung des Buchs.
Ich kenne dutzendfach Erfolgsgeschichten bei KDP (was nur ein winziger Ausschnitt ist). Wir haben uns das auch gern auf KDP Autorentreffen und Amazon-Parties u.a. auf den Buchmessen als neutrale Dritte (wir mögen BoD, Twentysix, Tolino, Feiyr, ePubli und alle anderen genauso) angeschaut. Die machen eben auch was, betreuen ihre Autoren und denken mit, was man so alles tun kann.
Natürlich passiert dies auch seitens KDP aus eigenem Gewinnstreben (warum auch nicht), aber man merkt dem KDP-Team deutlich den Spaß an der Sache an und die Ernsthaftigkeit, mit dem KDP die Idee des Selfpublishings auch für ihre Autoren vorantreibt. Das hat uns positiv beeindruckt, kann ich nicht anders sagen.

Sicher ist die monopolistische Marktmacht Amazons bedenklich, verteufeln sollte man solchen Erfolg aber nicht - das kommt mir doch recht “deutschtypisch” erfolgsneiderisch und auch ein bisschen weltfremd vor.

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Oh! Das entspricht eigentlich gar nicht meinem Naturell.

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Was vergessen: erfolgsneiderisch bin ich auch nicht. Ich mag eben keine “das-musst-du-auch-unbedingt-Zwänge”. Es ist doch schön, dass es mittlerweile so viele Möglichkeiten gibt.

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Ich meinte damit ja nur ein nackt dahingestelltes “Amazon ist ein schlechter Weg”, insbesondere, wenn man “standardisiert” einen Bucherfolg anstrebt.
Klar kann man andere Wege gehen, auch - wie z.B. bei Dir, @Suse - durchaus durchdacht.

Ich wollte nur darstellen, dass wir mit recht intensivem Einblick sowohl von Amazon selbst wie auch seitens vieler unserer Selfpublisher nicht verneinen wollen, dass KDP durchaus auch intensive positive Aspekte bietet.

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Klingt wie die Werbung eines Druckkostenzuschussverlags.

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Damit meinen sie die Produktionskosten. Sobald SAGA das Geld dafür wieder reinbekommen hat, werden 25% von den neuen Einnahmen ausbezahlt.

Das bezieht sich auf das Einsenden des Manuskripts. In dieser Zeit darfst man dieses keinem anderen Hörbuchproduzente anbieten. Die beträgt acht Wochen, in den FAQ steht zwei.
*DURCH DAS HOCHLADEN DEINES MANUSKRIPTS ERKLÄRST DU DICH UNWIDERRUFLICH DAMIT EINVERSTANDEN, dass Saga StorifyTM für die Dauer der 8 Wochen das ausschließliche Recht eingeräumt wird, zu bestimmen, ob dein Manuskript als Hörbuch erstellt und veröffentlicht werden soll. *
Das Ausschließlichkeitsrecht gilt ab dem Tag, an dem du uns dein Manuskript schickst und für weitere zwei Wochen.

Grundsätzlich tönt das positiv. Fraglich ist, wie transparent die Firma ist. Werden mir die Produktionskosten und die Einnahmen mitgeteilt. Oder heisst es immer, die Kosten seien noch nicht eingespielt und ich bekomme nie Geld. Was mir auch nicht gefällt: SAGA will ein Vorkaufsrecht für gedruckte Bücher, Film- oder Theaterlizenzen, Hörbücher von Vorläufern, Fortsetzungen oder Spin-Offs. Bei Erfolg möchte sie alles an sich reissen.

Wer sich für Hörbücher interessiert: Im Der Selfpublisher (Nr. 22,23,24) gibt es Artikel über die Hörbuchproduktion und Vermarktung. Auch als PDF im Buchhandel erhältlich.

Was Sie damit meinen, ist eine Vermutung. Hier fehlt mir die Konkretisierung. Allein das ist schon intransparent.

Ist klar, aber unverschämt. Wenn ich mein Buch einem Verlag anbiete, zwingt mich schließlich auch niemand, auf eine Zu- oder Absage zu warten. Ich biete 2 oder 3 oder 150 Verlagen mein Buch an. Das muss man doch bitte mir selbst überlassen oder liege ich da falsch?

Selfpublisher? Hörbücher werden interessant ab einer Auflage von 30.000 gedruckten Hardcover-Büchern im ersten Jahr. Alles darunter ist eine Liebhaberei, wie das Schreiben an sich auch.

https://www.autorenwelt.de/blog/federwelt/das-eigene-werk-als-hoerbuchfassung

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Da der eine meiner beiden Verlage meinen Roman gemeinsam mit Saga Storify vertont hatte, hatte und habe ich keine Bedenken, dem Verlag eines meiner Manuskripte anzuvertrauen, das den Kriterien entsprach: gute Verkäufe, viele Rezensionen, nicht zu lang, beliebtes Genre und auch hörend gut zu verstehen und nachzuvollziehen.
Freitags hochgeladen, acht Tage später das Angebot erhalten. Dass mir das kein zusätzliches Geld bringt bei den Kosten einer Hörbuchproduktion, ist relativ klar. Da geht es vielmehr um das Finden neuer Kundinnen - viele lesen und hören abwechselnd und je breiter dein Angebot ist, umso größer dein möglicher Käuferkreis. Dass sie dem Buch ein neues Cover spendieren wollen, das ich, wenn ich mag, kostenfrei auch für digital und Druck verwenden darf, schadet auch nicht, das bringt in der Regel noch einmal Schwung in die Sache.
Liefen meine anderen Romane so gut, wie dieses lief, ich hätte kein Problem damit, sie vertonen zu lassen. Diejenigen, die erfolgreich im SP sind, haben bislang die Erfahrung gemacht, dass die Verkäufe für die Bücher nicht runtergingen (weil ja nun über Streams gehört werden kann), sondern im Gegenteil anstiegen. Leider schreibe ich ansonsten Serien, die ein klein wenig neben dem Mainstream laufen und auch zu lang sind, um mit überschaubaren Kosten vertont zu werden.
Der Kontakt zu Saga ist ausgesprochen angenehm, mir wurden nach wenigen Tagen drei Sprecherinnen zur Auswahl angeboten, da wurde nichts über meinen Kopf hinweg entschieden. Die andere Möglichkeit, dein Buch als Indie-Autorin vertonen zu lassen, wird dir in der Regel nicht mehr Einkommen bringen, sondern nur das Risiko, ob du die im Schnitt 4.000,-€ wieder reinbekommst. Das wäre jetzt nicht so mein Ding gewesen.
Aber ein drittes Hörbuch am Markt zu haben, auf dem mein Name steht - och doch, das ist irgendwie nett :smiley:

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