Es passieren ja noch Wunder, wenn auch nur kleine. Nachdem ich mein Hörbuch von „Everest-126“ als „Investitionsruine“ schon abgeschrieben hatte, mehren sich aus unerklärlichen Gründen die Verkäufe und liegen teilweise über denen der Printausgabe.
Jetzt kribbelt es mir in den Fingern und ich überlege, ob ich auch das bald erscheinende zweite Buch als Hörbuch einlesen lassen soll. (Die Fans von Gummistiefeln und zwei Paar Socken – ich will jetzt hier bewusst niemanden ansprechen – fiebern dem Werk wahrscheinlich schon entgegen. Champagner-Heidi (fiktive Person) übrigens auch. Das hier ist eine reine Information für Insider …)
Die Protagonistin ist eine forsche Frau, 26 Jahre alt, die es in der Geschichte mit üblen Typen männlichen Geschlechts aufnimmt. Das Buch ist im Genre „Wissenschaftsthriller“ angesiedelt.
Meine Frage ist: Würdet ihr eine weibliche Sprecherin empfehlen, obwohl die Mehrzahl der Antagonisten männlich ist, oder würdet ihr eine männliche Sprecherstimme wählen, weil die Mehrzahl der Antagonisten männlich ist?
Ich suche für die Sprecherin eine leicht rauchige, brüchige Stimme, die einen selbstbewussten Charakter verkörpern soll. Kennt ihr eine geeignete Sprecherin?
Besten Dank!
Ich favorisiere männliche Sprecher, auch wenn es löbliche Ausnahmen gibt, wie bspw. Luise Helm („Der Gott des Waldes“, „Der Gesang der Flusskrebse“) oder auch Sandrine Mittelstädt („Der gefrorene Fluss“ u.a. Krimis und Thriller) oder Vera Teltz („Das Haus am Ende der Welt“) und sicherlich auch noch mehr. Schon als Kind fühlte ich mich zu Männerstimmen hingezogen, weil Frauenstimmen doch meist deutlich höher und in meinen Ohren schnell nervig klingen. Okay, ich mag auch im Gesang Sopranstimmen nicht. Zudem hat mich mal eine Sprecherin mit einem, ohnehin schon entsetzlichen, Buch in eine Nervenkrise gequatscht, weil sie sich dilettantisch an einem italienischen Dialekt abarbeitete. Ein traumatisches Erlebnis!
Meine Favoritensprecher sind, wen wundert es, Uve Teschner und David Nathan (in letzter Zeit allerdings weniger, da er aus unerfindlichen Gründen Sätze nicht mehr mit dem Punkt beendet, sondern in der Schwebe hängen lässt). Aber es gibt noch etliche andere. Wichtig: Sie dürfen keine ‚Besonderheiten‘ haben, wie nuscheln, lispeln oder Atemgeräusche. Natürlich dürfen sie atmen, aber ich will es nicht hören. Zugegeben, das klingt recht anspruchsvoll, oder?
Du bringst mich ins Grübeln. Ich habe bis eben eine Sprecherin vorgezogen. Dann höre ich mir einmal Uve Teschner und David Nathan an. Kennst Du ein paar Bücher, die sie eingesprochen haben?
Ansonsten war mein Feedback, dass sich überwiegend Leserinnen für mein Buch interessieren. Daher bin ich davon ausgegangen, dass diese Zielgruppe auch eher eine weibliche Stimme bevorzugt.
Aber erst einmal herzlichen Dank!
Die Audioverlage scheinen sich eher daran zu orientieren, welches Geschlecht der Erzähler hat, als an der Zielgruppe. Häufig haben Bücher von Autorinnen weibliche, Autoren männliche Sprecher. Irgendwie sinnvoll, denke ich. DU erzählst und der Sprecher ist DEIN Stellvertreter. (Alles ungegendert.)
Uve Teschners Portfolio ist genauso umfangreich wie das von David Nathan, aber als Beispiel: Uve Teschner hat viele Krimis und Thriller von Greg Iles gesprochen und David Nathan fast sämtliche Stephen Kings.
Mechthild Großmann ist eine großartige Schauspielerin und ihre mit Marlboro veredelte Stimme ist wirklich toll. Aber ihr Sprechalter passt nicht zu meiner Prota. Schade.
Ich werde es mit @Heather Vorschlag probieren und mal vermehrt nach männlichen Stimmen schauen. Ich persönlich finde Daniel Craigs deutsche Stimme „wunderbar“: Dietmar Wunder. Ich möchte aber nicht wissen, was der kostet.
Auch ein toller Sprecher und ebenso Oberliga wie meine anderen Vorschläge. Vermutlich kann man sie alle auch nicht einfach ‚buchen‘, da sie einen vollen Kalender haben dürften. Würde es nicht mehr Sinn machen, zunächst eine entsprechende Agentur, ein Studio, einen Hörverlag o.ä. zu finden und sich dann aus deren Kartei eine passende Stimme auszusuchen? Denn selbst wenn man einen Supersprecher gefunden hat, muss doch irgendwo die technische Umsetzung stattfinden, denn nicht alle haben ein eigenes Ton-Studio. Aber ich habe mit der korrekten Vorgehensweise überhaupt keine Erfahrungen.
David Nathan ist für mich die Oberliga. Bei Lesungen klingt er toll: deutlich über das Niveau „Synchronstimme von Johnny Depp“ hinaus.
Ich höre gerade Vittorio Alfieri von King die „Dark Tower“ Serie lesen. Ebenfalls unglaublich.
Rauchig selbstbewusst und gleichzeitig finanzierbar würde ich vielleicht im Solarium um die Ecke suchen… (sorry, Steilvorlage)
Wenn du einige Jahre früher damit unterwegs wärst, hätte ich es versucht. Aber ich bin raus aus dem ganzen Stimmenkram - Gesang und Sprechen …
Die hier genannten Sprecher kosten wahrscheinlich ein Vermögen. Allerdings muss ich bestätigen, dass „gut und passend Sprechen“ verdammt anstrengend ist. Und das darf man ja nicht hören. Will sagen, es sind: Handwerk plus Leidenschaft, Fähigkeiten und Erfahrung.
Unser „Busfahrer“, komme nicht auf den Namen, hat doch hier ein File veröffentlicht mit seinen Künsten. Ich fand das ziemlich gut - gelinde gesagt. Vielleicht hat er Lust, es zu probieren?
Ob männlich oder weiblich? Hm …
Ne weibl. Thalbachstimme ist bei den jüngeren selten bis nicht existent. Im Gegenteil. Scheinbar sind gerade „Babystimmen“ und sehr junge Mädchenstimmen in. Ich fnde die gräßlich, außer es passt zum Genre.
Hörbuch an sich ist eh eine super Sache. Am liebsten ungekürzt. Apropos, hast du bedacht, dass du fürs Hörbuch evtl. eine eigene Fassung machst? Damit immer klar ist, wer spricht. Falls du nicht jedem Dialog ein Außenrumsetting spendierst. Wer macht das schon?
Vermutlich. Alternativ könnte man bei allen Studiengängen, die mit Sprache und Sprechen zu tun haben schauen und ein günsitiges „Studentengehalt“ zahlen. Hier fallen mir spontan Theaterwissenschaften oder Darstellende Kunst/ Musikal-School ein. Win-win.
Musste aber riiiiiiesiges Glück haben.
Wie viele Versuche gibt man sich?
Auch wenn die reinen Produktionskosten heute wesentlich günstiger sind als früher. Studio mieten, Tontechniker, Bandmaterial …
Und den Regisseur! - falls man der nicht selber ist. Ich denke meist ist man es nicht! Man sitzt allenfalls mal dabei oder hört es kurz zwischendurch, wenn nicht gar erst am Ende, wenn alles im Kasten ist.
Man unterschätzt das, wenn man damit bisher nichts zu tun hatte .
Möchte ich nur nett anmerken.
Als Musicalschüler bist du gefordert wie verrückt. Da sprichst du nicht nebenbei ein ganzes Buch ein.
Ebenso als Schauspielschüler usw.
Zudem fehlt den Stimmen in der Regel die Reife, Erfahrung usw.
Mensch, Suse schreibt gerade. Genau: @a-i-brecht unser Busfahrergeschichtenschreiber und Sprecher.
Das klingt für mich sehr verkopft.
Leider muss ich zugeben, das ich dein erstes Buch noch nicht auf dem Schirm habe.
Wie ist die Erzählperspektive?
Wenn deine Protagonisten nicht erzählt, ist eine männliche Stimme konstanter. ( Tief, wenig hohe Töne)
Das ist gut um eine Geschichte einfach nur zu erzählen.
Eine weibliche Stimme hat eine größere Bandbreite (Frequenz) was der Story durchaus mehr Spielraum gibt.
Da ist das Spektrum zwischen tiefer Angst/ Bedrohung bis zum höheren, aktiongeladenen Action- weiter gefächert.
Soweit die Theorie.
Nun ein kleiner Blick auf deine Hörerschaft.
Bei einem Buch wäre es einfach. Die Leserschaft ist zu über 70 Prozent weiblich. Da wäre ein smarter Vorleser Goldstandard.
Bei einem Audiobook ist das nicht so einfach. Ich schätze, fiffty/fiffty.
Also sollte der glaubhafte wissenschaftlich bewanderter Erzähler oder die emotionaler Erzählerin das Wort an deine werte Zuhörerschaft richten?
Über eine Länge, die die 2 Stunden überschreitet ist eine weibliche Stimme sehr fordernd. Sie braucht wirklich ein außergewöhnliches Talent, um den Hörer zu binden.
Ich würde zu männlich tendieren.
Achso fast vergessen: auf keinen Fall über KI nachdenken.
Franziska Pigulla ist rauchig und absolut genial bei Thrillern. Sie hat unter anderem die Smoky Barrett Reihe von Cody McFadyen eingelesen.
Oder Nicole Engeln, wobei sie weniger rauchig ist, bringt aber ebenso Stimmung rüber. Sie hat einiges von David Baldacci eingesprochen und ich liebe die Stimme.
Männlich kann ich auch nur David Nathan empfehlen, den bekommt man aber kaumst gebucht, wenn man nicht gerade bei Lübbe veröffentlicht.
Achim Buch und Peter Lontzek sind ebenfalls super.
Die Auswahl von Agentur, Studio, Vertrieb, etc. sollte natürlich der erste Schritt sein. Ich habe das beim letzten Buch über BoD durchgeführt, was auch so gut geklappt hat. Aber die eine „tolle“ Stimme wie David Nathan oder andere gab es dort nicht. Außerdem finde ich die Suche nach einer guten Stimme viel spannender und stimulierender.
Ich habe mir jetzt auf Anregungen hier im Forum schon einige SprecherInnen angehört. Die Wahl fällt schwer …
Wie bereits gesagt, ist David Nathan erste Wahl, ohne Frage!
Im Solarium um die Ecke habe ich bereits nachgefragt, aber Tom hatte leider keine Zeit. Er ist mit Heidi unterwegs …