ich benötige einmal Hilfe. Mein Roman ist aus dem Lektorat zurück, die letzten Änderungen sind eingearbeitet und ich erstelle gerade mit dem Buchdesigner von Papyrus (aktuelle Version 12.05d vom 28.5.2026) den Buchsatz. Trotz längerer Suche komme ich bei zwei Punkten nicht weiter:
1. Abstand zwischen Text und Seitenzahlen
Die Seitenzahlen scheinen einen voreingestellten, recht großen Abstand zum Text zu haben. Dadurch sieht die Seite für mein Empfinden unausgewogen aus und ich verliere ungefähr zwei Textzeilen pro Seite.
Meine Einstellungen:
Buchformat: 135 × 205 mm
Oberer Rand: 18 mm
Unterer Rand: 10 mm
Seitenzahlen: Fuß – Äußere Kanten
Unter Layout → Im Textbereich gibt es noch den Wert Fußbereich, der bei mir standardmäßig auf 15,003 mm steht. Wenn ich diesen Wert verkleinere, verändert sich allerdings nur der Abstand der Seitenzahl zur unteren Buchkante. Irgendwann werden die Seitenzahlen sogar abgeschnitten oder verschwinden ganz.
Meine Frage: Wo kann ich den Abstand zwischen Fließtext und Seitenzahl einstellen?
2. Seitenzahlen auf einzelnen Seiten unterdrücken
Wie kann ich die Seitenzahl auf einzelnen Seiten ausblenden? Konkret habe ich Zwischentitel wie „ZWEITER TEIL“, auf denen keine Seitenzahl erscheinen soll.
Die Seitenzahlen liegen auf den Stammseiten. Wenn Du davon bisher nichts mitbekommen hast, so ist das auch nicht weiter schlimm und sagt mir, dass Du nur eine Stammseite verwendest. Also schnell zum Problem:
Doppelklick in den Bereich der Seitennummerierung. Es öffnet sich die Stammseite.
Wenn Du linke und rechte Seiten hast, sind es zwei Stammseiten,
Die Seitennummern werden durch ein blaues Nummernkreuz (#) repräsentiert.
Doppelklick auf dieses #. Es wird markiert, genauso wie im normalen Text. Je nach Position wir ev. auch etwas mehr markiert.
Hier kannst Du mit den üblichen Methoden die Schrift und auch den Abstand zum Haupttext einstellen. Für den Abstand ändere den Zeilenabstand, egal ob Faktor oder Punkt.
Zur Not kannst Du auch noch nachsehen, ob im Absatzformat etwas Ungewöhnliches steht. (Abstand über und unter Absatz)
In den normalen Text kommst Du mit einem Klick auf die graue Fläche der Stammsteit, sofern Du Dich im Schreibmodus befindest. Ansonsten klick erstmal doppelt auf diese Fläche.
Das war es schon! Möglicherweise musst Du ein paar mal zwischen Stammseite und Text wechseln, bis alles Deinen Vorstellungen entspricht.
Viel Erfolg mit Deinem Werk!
Ach ja, Seiten ohne Nummern.
Die einfachste Lösung ist, einfach die Seitennummer mit einem weißen Rechteck abzudecken, die weitaus komplziertere besteht darin, das mit den Stammseiten zu vollbringen. Ich selbst tendiere zu der Abdeckmethode. Der Flecken darf natürlich keinen druckbaren Rand haben!
Aber das mit den Stammseiten funktioniert doch ganz wunderbar. Ich rate vom Abdecken ab. Je nach Papierwahl sieht man es.
Ich habe bei einem meiner letzten Bücher auch „Trennseiten“ gehabt, die ohne Seitenzahl daherkamen.
Also: Eine Stammseite ohne Seitenzahl anlegen und dann über Seitenbereich zuweisen lösen.
Liebe Suse, das kann ich nicht glauben, das (Druck-)Papier hat absolut nichts damit zu tun, und ich werde Dir und allen anderen auch die Begründung dafür geben:
Die Grundfarbe für das virtuelle Blatt Papier auf Deinem Bildschirm ist weiß.
Dieses virtuelle Blatt Papier hat keine weiteren Eigenschaften als dass es weiß ist; keine Struktur, keine Dicke - nichts.
Die Darstellung auf dem Bildschirm funktioniert letzten Endes nur mit Licht, mit rotem, grünem und blauen. Weiß entsteht dadurch, dass alle Farben mit maximaler Helligkeit strahlen.
Du möchtest die schwarze Seitenzahl unsichtbar machen. Die physikalische Dicke der Zeichen auf dem Bildschirm ist Null, weil sie in derselben Ebene liegen, wie das virtuelle Blatt auf dem Bildschirm, halt nur ohne weißes Licht.
Neben dem Textobjekt (Textfenster) gibt es auch ein Rechteck. Dies ziehst Du auf Deinem virtuellen Blatt Papier (Licht) in der erforderlichen Größe auf und setzt Füllmuster und Texthintergrund auf Weiß (Rot = 100%, Grün = 100%, Blau = 100%). Die Linien setzt Du auf „Ohne Linie“. Jetzt ist das Rechteck nur noch durch die 8 Anfasser zu erahnen.
Wenn Du jetzt dieses Rechteck über die Seitenzahl ziehst, verdeckt dieses Rechteck die Seitenzahl. Es liegt immer überder Seitenzahl, egal was Du eingestellt hast. Die 8 Anfasser verschwinden, wenn Du an eine andere Stelle des Bildschirms klickst.
Du kannst auf dem Bildschirm nicht mehr erkennen, wo es sich befindet. Du weißt nur: Die Seitennummer ist nicht mehr zu sehen.
Auch das Rechteck hat keine physikalische Dicke. Es kann also anders als bei einem Scan mit Aufklebernkeinen Schatten werfen.
Wenn Du in diesem Zustand aus Deinem Werk eine PDF-Datei erzeugst (PDF ist eine Seitenbeschreibungs-Datei) ist Deine unerwünschte Seitenzahl nicht mehr vorhanden.
Eine PDF-Datei ist unter normalen Umständen nicht bearbeitbar. (Es gibt aber Programme, die dies dennoch können.) Bilder und Grafiken können nicht verändert werden. Als Druckvorstufe ist diese Eigenschaft wichtig.
Ergo: Weiß auf Weiß ist nicht zu sehen und nicht zu drucken! Es werden grundsätzlich nur die von Weiß verschiedenen Farben gedruckt! Auch wenn man auf farbigem Papier druckt, trifft das zu. So lassen sich also keine geheimen Informationen übermitteln! Dazu müsste es weiße Farbe im Drucker geben, was ziemlich selten ist. Außerdem würde es Probleme mit den wirklich unbedruckten Stellen geben …
Bleibt noch anzumerken, dass ich das Abdecken von Seitennummern in meinen eigenen Werken schon benutzt habe. Es funktioniert ausgezeichnet! Für andere Zwecke habe ich mir solche “Flicken” auch mit anderen Farben auf die Pinwand gezogen und dann einen Kopie dessen im Dokument verwendet. Es ist nur wichtig, genaudenselben Farbton zu verwenden. In der Farbauswahl gibt es die Möglichkeit Farbe vom Bildschirm wählen. Allerdings muss man sich die Komponenten der Farbe (entweder Rot, Grün, Blau oder Farbton, Sättigung, Helligkeit) notieren, weil sie nicht gespeichert werden können (oder ich bin zu dumm dafür). Mit den genauen Anteilen kann man sich dann die Farbe selbst mixen (auf dem Bildschirm).
Ich habe allerdings in der Vergangenheit andere Erfahrungen gemacht. Da waren dann winzige Umrandungen wie ein extrem dünner Rahmen zu sehen.
Selbst bei Bildern, die ich eingebunden hatte und eine kleine Ecke überdeckt habe. Das hat mich fast in den Wahnsinn getrieben, weil es nicht wegzubekommen war und ich mich deshalb für ein anderes Bild entschieden hatte, wo ich nichts abdecken musste.
Was wir gesehen haben, haben wir gesehen. Niemand wird das wegdiskutieren können.
Hier geht es mir aber um die Ursache Deiner Beobachtung:
Deshalb war mein erster Gedanke der, nach der technischen Herkunft Deiner Bilder. Immerhin habe ich schon tausende Bilder (tatsächlich!) gescannt und in Dokumente eingefügt, meist Zeichnungen der Bad Doberaner Künstlerin Uta Ehlers. Alle frisch gescannten Grafiken waren für das Einfügen in Dokumente nicht zu gebrauchen, abhängig von der Papiersorte und den Scanner-Einstellungen. Da war die Papierstruktur sichtbar und das Weiß der Vorlagen war nicht wirklich Weiß. Entweder es hatte einen Farbstich oder eher Hellgrau.
Solche Vorlagen müssen bearbeitet werden. Ich verwende dazu GIMP. Aber auch jedes andere Bildbearbeitungsprogramm, dass die Gradationskurve verändern kann, wie beispielsweise Photoshop und ähnliche, ist geeignet. Das Ziel der Bearbeitung ist, dass weiße Bereiche tatsächlich Weiß sind. Ja, und auch die ursprüngliche Papierstruktur darf nicht sichtbar werden. Solche Bilder muss man unbedingt so aufhellen, dass davon nach der Bearbeitung nichts mehr sichtbar ist. Alles andere verrät die Ränder! Furchtbar!!!
Bei dem oberen Bild ist der Weißwert knapp 90%, bei dem nachfolgenden 100%. Der Unterschied ist deutlich sichtbar! Insgesamt wurde Tonwertumfang um etwa 1/4 verringert, wie die Kurven zeigen. Sehr helles Grau wurde zu Weiß und auch das Schwarz ist dadurch etwas intensiver. Insgesamt ergibt sich ein etwas schärferer Eindruck.
Wenn Du das obere Bild in Dein Dokument einfügst, gibt es Ränder. Die gibt es selbst, wenn der gemessene Weißwert 99% beträgt! Das Auge ist eben ganz schön empfindlich. Auf dem unteren Bild kannst Du einen weißen Flicken positionieren (natürlich im weißen Bereich), ohne dass er beim Druck sichtbar wird.
Für Fotos ist diese Methode natürlich weniger geeignet! Bestenfalls kann man den (weißen) Rand so einstellen (Bildbearbeitung), dass er nicht mehr auffällt. Das verändert aber auch das Bild! Daran muss man immer denken. Jeder wird da wohl einen anderen Kompromiss finden oder man macht aus der Not eine Tugend, indem man den Rand betont …
Ein feiner Rahmen kann auch durch Schattenbildung beim Scannen entstehen. Den muss man dann „wegschneiden“. Wahrscheinlich aber war Weiß nicht gleich Weiß! Man sollte sich beim Weißwert nicht auf seine Augen verlassen. Wie oben schon angegeben, kann man mit dem Farbdialog auch den Weißwert/Farbwert auf dem Bildschirm messen. Alle drei Grundfarben müssen dabei auf 255 stehen.
Vermutlich hilft Dir das für Dein genanntes Dokument nicht weiter. Aber behalte das mal im Hinterkopf, um Dir gegebenenfalls mal den Weißwert anzeigen zu lassen, wenn Du ein ähnliches Problem hast.
Es war eine gezeichnete Wäscheleine, also nur ein Strich, über den ich ein weißes Element gelegt habe. Ich behalte deine Ausführungen im Hinterkopf, dennoch ist es für die Seitenzahlen nur eine Krücke. Denn die Stammseiten von Papyrus sind ja genau dazu da, solche „Probleme“ zu lösen. Es ist auf jeden Fall die sauberere Methode, um Seitenzahlen „auszublenden“ oder etwas anderes einzublenden.
Um noch mal auf mein Beispiel zurückzukommen:
Ich habe mir für die Leseprobe von Sardowski - Die Geschichte einer Trauergemeinschaft im Roman Sardowskis Enkel eine Sonderseite angelegt, damit ich im Fuß nicht die Seitenzahlen sondern das Wort Leseprobe habe:
irgendwie da reinfrickeln müssen, wo im Rest des Buches die Seitenzahl steht. Aber wozu das Gefrickele, wenn ich es ganz galant über die Stammseiten lösen kann? Hat man einmal das Prozedere kapiert, ist es ganz einfach.
Natürlich ist das eine Krücke! Nur, wenn jemand kurz vor der Veröffentlichung steht, hat er kaum den Draht, sich mit dem Problem der Stammseiten umherzuschlagen. Ich jedenfalls habe Wochen(!) dazu gebraucht, es zu verstehen und damit zu praktizieren! Das Problem dabei ist, dass Du nichts zwischendurch ändern kannst. Man muss von Hinten abtragen, bis zur Einfügungsstelle und dann wieder aufbauen! (Ich bin jedenfalls nicht anders zurande gekommen.)
Zu Deinem Sardowski:
Kopie der Originaldatei
Seitenzahl rausnehmen und Leseprobe Sardowski rein.
Aber da meine ich ein paar Hundert Kilometer weg in Kröpelin.