So schön der Kurzurlaub an der Ostsee auch war, aber auf diese Schreckmomente während der Heimfahrt hätte ich getrost verzichten können.
Nach ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit (Noch etwa 300 km) Heimwärts schleifte etwas kurz über das Dach. Vielleicht war der Dachkoffer aufgegangen? Die überholenden Autos gaben keine Zeichen, und da der eh leer war, weil alles anders verstaut wurde hielt ich erst am nächsten Rastplatz. Ein flüchtiger Gang um das Auto: Alles in Ordnung. Auch der Dachkoffer war fest verschlossen.
Also weiter.
Ca. eine Stunde später (Noch etwa 170 km) das Geräusch, als wenn Splitt gegen den Unterboden geschleudert wurde. Mehr dachte ich nicht.
Nach einer weiteren Stunde (Noch etwa 30 km) verkündigte das Navi: „Die Abfahrt Cottbus-Süd nehmen.“
Auf dem Rücksitz jubelt meine Tochter: „Ja, wir sind gleich zuhause!“
Ich: „20 Minuten noch …“
Da! Ein Zischen vorne links am Auto. Ich bremste und gleichzeitig ein Knall und Schlag und im Seitenspiegel sah ich nur noch etwas halbrundes, schwarzes durch die Luft fliegen.
Was war das? Der Reifen? Die waren doch gerade alle neu!
Von hinten rief meine Tochter: „Ist das Auto wieder kaputt? Ich rufe Papa an!“
„Warte! Ich will erstmal sehen was ist!“ Mit Warnblinker rollte ich auf dem Seitenstreifen und erreichte die nächste Abfahrt. Meine Beine und Hände zitterten. Ich ignorierte das. Ich wollte wissen, was passiert war, denn keine sonderbaren Geräusche waren zu hören und auch keine Lampe leuchtete auf. Der Wagen ließ sich auch problemlos steuern.
Ich hielt auf einem Parkplatz an und begutachtete das Auto. Alle vier Räder waren ganz und noch dran. Aber was war dann weggeflogen? Am linken Vorderrad hing ein loses Fließ. Lag vielleicht doch was auf der Straße und ich bin drüber gefahren?
Nein! Beim genauen Vergleich von Links und Rechts fiel mir auf, dass ich die Radkastenabdeckung vom Vorderrad verloren hatte. Wie das möglich war, ist mir noch immer ein Rätsel.
Ich fuhr weiter. Meine Tochter: Ich hatte Papas Nummer für den Fall der Fälle schonmal aufgerufen!
Zukünftig überlege ich mir, ob ich nicht doch lieber die öffentlichen Verkehrsmittel nutze, anstatt alleine mit meiner Tochter wo hin zu fahren. Denn immer hat das eine Auto von uns immer dann eine Panne, wenn ich damit alleine mit meiner Tochter unterwegs bin. Vor fünf Monaten gab die Batterie auf der Landstraße den Geist auf und jetzt das Teil, das weggeflogen ist … Was passiert als nächstes?
Aber egal, was passiert war … Wir hatten Riesenglück, dass dieses Teil sich nicht verkanntet hat und sonst was passiert ist … Das hätte bei 120 km/h auch anders ausgehen können.
Also, Danke Schutzengel!
Alles gut gegangen und den Schutzengel hat gut aufgepasst.
In den Urlaub mit Kind und Gepäck, da ist der ÖPNV keine Alternative.
Ich fahr Cabrio und da macht es über 100 keinen Spaß, 120 sind dann Quälerei. Und bei 100 verbrauche ich um die 3 1/2 Liter.
Genieße die Fahrt und mach dir keinen Stress beim Fahren und alles wird gut.
Gut, dass alles gut ausgegangen ist. Die schlimmsten Fahrten passieren gefühlt immer dann, wenn man mit Kind unterwegs ist, davon kann ich ein Lied singen.
Und von wundertollen Fahrten durch Köln zur Hauptverkehrszeit mit Messe (wann ist die mal nicht) und Weihnachtsmarkt. Und dann schneit es. Der Kölner an sich kommt mit Wasser von oben schon nicht klar, man kennt hier nur Wasser von unten, wenn „die Flut kütt“. Aber Wasser von oben und dann auch noch gefroren? Biste zu Fuß sicherer und schneller unterwegs.
Meiner: München. Am liebsten: ich werde gefahren. Die Jahre, bevor ich München verlassen habe, habe ich die Münchner Taxler reich gemacht (und nebenbei unzählige interessante und witzige Leute jeglichen Hintergrundes kennengelernt).
Uff. Die Geschichte hätte auch in meinen Thread über Alltagsgeschichten gepasst … der ebenfalls mit einer Auto-Story begann. Hauptsache, alles ist gut ausgegangen
Danke für die Grüße.
Früher wollte ich nie Auto fahren, aber jetzt bin ich doch hin und wieder drauf angewiesen. Wobei Radfahren mir bedeutend mehr Spaß macht.
Dem kann ich nur zustimmen, da ist selbst das Navi keine große Hilfe. Daher fahren wir nach Berlin rein immer mit dem Zug. Nimmt sich von der Fahrtzeit her auch nichts. Und sonst nur die A10 mit dem Auto herum.
Genau. Es schickt Dich hilflos von einer Dauerbaustelle zur nächsten. Und wieder hinten anstellen. Nicht auszudenken, dass das in Rom noch schlimmer sein soll.
Das ist wirklich so!
Ich habe unseren Jungen kürzlich zweimal zu ambulanten Maßnahmen in das Krankenhaus begleitet. Der Wartesaal, auf den die Schwester deutete, war leer. In der angrenzenden Cafetería wurde geschluckt, kaum gesprochen. Also bin ich immer in die Notaufnahme gegangen: großer Wartebereich mit Glasdrehtür. Ich habe mir immer etwas abgelegen einen Platz an einem Standlautsprecher gesucht: gedämpfte Morgenprogramme aus dem Radio, direkt am Durchgang zu den Schließfächern.
Und dann habe ich den Gesprächen der eintreffenden Patienten, deren Familien und Begleiter gelauscht. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, worum es in diesem surrealen Ambiente da manchmal so ging. Wenn Ihr nicht das Gedächtnis eines Elefanten habt, empfehle ich die Mitnahme von Block und Bleistift. Hier könnt Ihr Geschichten für Eure Romane erleben, im Überfluss, für jedes Genre! Noch und nöcher!
… ich behaupte ja: regelmäßig längere Strecken mit der S-Bahn - das ersetzt ein Medizinstudium. Die Leute reden unglaublich viel über ihre Zipperlein, ihre Ärzte, ihre Erfahrungen - und über geheime Wundermittel. Wer nachweislich zehn Jahre lang jeden Tag zwei Stunden S-Bahn gefahren ist, sollte umstandslos das medizinische Staatsexamen bestehen.
Es gibt übrigens ein wunderbares Buch der noch wunderbareren Karen Duve: „Taxi“. Sie hat einst selbst als Taxlerin gejobbt.
Verkehrsmäßig ist München schlimm, Berlin noch um einiges schlimmer. Dicht gefolgt von London und Paris, besonders freitagnachmittags. Aber Rom toppt echt alles!
Weiß mitlerweile auch, was da sich verselbstständigt hat. Die „Radhausschale“ vom linken Vorderrad. Was es für Begriffe gibt.
Kann zum glück ohne Probleme ersetzt werden.