Happyend für das Böse?

Was ich gut finde in Geschichten sind „schwere Entscheidungen“ - wenn es dann trotzdem ein Happy End gibt, obwohl die schwere Entscheidung noch an einem nagt.

In einem storylastigen Computerspiel (spoilerfrei ohne Name) löst man mit seiner „besten Freundin“ eine Art Kriminalfall an einer Schule. Am Ende muss man sich aber überlegen, ob man die beste Freundin rettet, oder den Heimatort.
Offenbar haben viele das moralisch womöglich „richtigere“ rette den Ort, opfer die Freundin gewählt und waren extrem unglücklich, über die Friedhofszene mit der besten Freundin.

Ich habe die „beste Freundin“ gerettet und den Ort geopfert „Dinge passieren, aber die liebsten sind bei mir“ → was ein hartes Ende ist, aber ich durchaus als Happyend zähle (Krimi gelöst, Freundin gerettet)

Daher kommen in meinen späteren Büchern vermehrt schwere Entscheidungen vor (was bist du bereit zu opfern für ein HappyEnd?) aber das es sinnlos war, das mag ich nicht :slight_smile:

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Das ist doch toll!

Nicht in einem Kriminalroman. Da muss für mich Logik her.

In jedem anderen Genre bin ich da offen.

Der Roman zählt zu den amerikanischen Klassikern, liest sich aber verhältnismäßig modern. Das von Dir beschriebenen Ende erinnert mich gaaaanz entfernt an das Ende von Nightmare Alley. Die Handlung ist aber eine völlig andere.

Ein versöhnlicher Gedanke :wink:. Das tut gut.

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Aha. Muss ich dann mal im Auge behalten.

In einem meiner Romane habe ich genau so ein Ende geschrieben. Mir hat es gefallen, aber meinen Protas nicht. Die haben mich ewig genötigt, dass es nicht sein kann, dass der Böse, ein mehrfacher Mörder einfach unbehelligt auf seine Harley davonfährt - also hat es bald darauf eine Fortsetzung gegeben, in dem die Gerechtigkeit gesiegt hat.

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Ich ebenso.

Ein Leser möchte doch Figuren kennenlernen, mit denen er sich identifizieren kann und die im besten Falle seine Sichtweise ändern. Das ist ja das Schöne an der Freiheit frei zu sein. Wir haben das Recht zur Unvernunft. Warum sollte also nicht das Böse aus plausiblen Gründen gewinnen?

Was ich nicht mag ist, wenn Bösewichte um des Bösens willen böse sind. Niemand ist wirklich abgrundtief böse. Abr viele tun abgrundtief Böse Dinge. Die Beweggründe zählen.

Ich persönlich setze darauf, dass alle meine Figuren etwas verlieren. Die Guten, wie auch die Bösen. Jeder hat im Leben einen Preis zu zahlen. Selbst die Götter.

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Isabella 132-134.pdf (54,5 KB)

Meine aktuellen Antagonisten. :slight_smile:

Ursprünglich sollten sie erst im dritten Teil ausgebaut werden. Meine Testleser wollten jedoch mehr von den beiden Erfahren.

Die Bösewichte werden überleben (müssen), da sonst das Ende unseres Universums eintritt. Wir werden lernen mit ihnen zu leben.

Bist wohl nicht verheiratet.

Duck und weg.

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Doch. Aber wer sagt, das meine Schwiegermutter die Böse ist? Es gibt immer mindestens zwei Mütter in der Ehe :sweat_smile: :innocent:

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Ich habe gerade erschüttert festgestellt, dass es eine Folge gibt, wo der Koyote den Roadrunner erwischt.

(Allerdings hält er dann ein Schild hoch: “Ich wolltet immer, dass ich ihn fange. Was mache ich jetzt?”)

In dem Sinne: Meep, meep. Schönen Abend!

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Das ist ja fast so schlimm, als wenn James Bond sterben würde …, hmmm, Moment mal …

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Soll Leute geben, die tun sowas (ich gehöre allerdings auch nicht dazu).

Ich glaube per se nicht, dass ich ein Happy End brauche, bei mir scheint das vom Genre abzuhängen.

Gerade bei Horrorromanen mag ich es, wenn die Story einen geradezu katastrophalen Ausgang findet. Das Spukschloss, das alte Asylum und der Wald voller Wendigos sollen bitte unbedingt weiterhin verflucht bleiben und auf ihre nächsten ahnungslosen Opfer warten. Von mir aus kann auch gern alles hoffnungslos zu Grunde gehen und nichts als Asche und Staub von allem zurückbleiben. Ein Happy End im Genre Horror ist nichts für mich.

Bei Fantasyromanen mag ich es hingegen gar nicht, wenn das Böse triumphiert. Vielleicht habe ich auch einfach zu wenige Fantasywerke gelesen, um mir da eine Meinung bilden zu können.

In Kriminalgeschichten und Thrillern bin ich für nahezu jeden Ausgang offen. Voraussetzung: Das Ende ist schlüssig, es bleiben keine Fragen offen und die Lösung wurde nicht auf den letzen zehn Seiten irgendwie an den Haaren herbeigezogen, weil jetzt doch noch irgendein Mörder her musste. Ich habe mal ein Buch gelesen, in dem kurz vor Schluss plötzlich ein Sohn auftauchte, der natürlich ein Genie war und die ganze Zeit versteckt mit im Haus lebte. Er hatte dann sämtliche Morde begangen, die im Roman vorkamen.Es gab im ganzen Buch weder Hinweise auf eine zusätzliche Person im Haus noch auf einen verschwundenen Sohn oder irgendetwas in dieser Richtung. Genau deshalb hat mich das Ende so geärgert: Der Roman hat vorher wirklich gut funktioniert, aber die Auflösung wirkte plötzlich hineingeschoben. Für mich sollte ein Twist im Nachhinein wenigstens ein paar Spuren sichtbar machen. Bei Quick Win https://quickwin-casino-de.de/ ist es ähnlich mit Bonusmechaniken oder Spielregeln: Überraschungen sind okay, aber sie sollten aus dem System selbst kommen und nicht wie eine nachträgliche Erklärung wirken. Schade, weil mir das Buch bis dahin echt gut gefallen hatte.

Sehr gut auf den Punkt gebracht, und ich sehe das mit dem genreabhängigen Ende ganz genauso. Gerade beim Horror wäre ein Happy End für mich fast Verrat am Genre. Das Grauen soll bleiben, sonst nimmt es der ganzen Geschichte im Nachhinein die Wucht. Dein Bild vom verfluchten Wald, der auf die nächsten Opfer wartet, trifft es perfekt.

Und dein Krimi-Beispiel, autsch. Das ist genau der Bruch, der ein sonst gutes Buch komplett ruinieren kann. Ein Ende muss aus dem funktionieren, was vorher da war, sonst fühlt man sich als Leser schlicht veräppelt. Ein plötzlich auftauchender Genie-Sohn ohne einen einzigen Hinweis vorher ist kein Twist, das ist einfach nur unsauber erzählt. Da verstehe ich den Ärger über die investierte Zeit total.

Beim Fantasy geht’s mir übrigens ähnlich, das triumphierende Böse mag ich da auch nicht so recht.

Hast du den Krimi auch gelesen und erkannt? :smile:

Weil du hast völlig Recht, ich finde auch, der Roman liest sich gut bis zu besagter Stelle.

Weiß nicht, ob ich da zustimmen kann. Horror ist nicht so mein Spezialgebiet, aber ich erinnere mich an den Film Scream, bei dem Sidney am Ende durchaus gewinnt.
Und ich würde nicht sagen, dass dieses Happy End dazu führt, dass die vorausgegangenen Schrecken ausgelöscht werden.

Und wie war das eigentlich bei Psycho von Alfred Hitchcock? Sitzt Norman am Ende nicht im Gefängnis?

Ich würde nicht sagen, dass Horror zwangsläufig ein schlimmes Ende haben muss. Aber möglich ist es natürlich.

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Echt? Das ist Horror? Den hätte ich eher in der Kategorie Thriller einsortiert.

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Meiner Ansicht nach ist es ein Psychothriller. Ich glaube, er ist auch öffentlich so deklariert.

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Wikipedia nennt Psycho auch als Beispiel für Horror. Wahrscheinlich sind die Grenzen da fließend.
Ebenso Es von Stephen King. Das habe ich mal als Hörbuch gehört. Ich erinnere mich nicht mehr so genau und Stephen Kings Romanenden mag ich oft nicht so gerne, aber ich glaube, das Böse wird da am Ende auch besiegt.
Eigentlich finde ich es völlig egal, um welches Genre es geht. Solange das Ende stimmig ist und der Payoff funktioniert, kann es in den meisten Genres ein gutes oder schlechtes Ende geben.

Nur weil das Ende gut ist, heißt es nicht, dass die Figuren zuvor nicht leiden mussten und Schreckliches erlebt haben. Das fände ich auch eine gefährliche Aussage. Das könnte ja auch bedeuten, dass man schlimme Erlebnisse aus dem echten Leben herunterspielt (Flucht aus Kriegsgebieten, Vergewaltigung, Überfall und Verletzungen), nur weil die betreffende Person überlebt hat und es “gut” ausgegangen ist. Da würde man deren Traumata ja total abwerten.

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Ich glaube, hier reden wir ein wenig aneinander vorbei. Zum einen bezog ich mich hauptsächlich auf Horror mit übersinnlichen Elementen (Geister, Hexerei, Monster, entartete Pflanzen, verfluchte Häuser/ Schlösser/ Wälder/ Kliniken etc). Ich gebe zu, das war zu eng gedacht, denn du hast völlig Recht: das Genre hat viele Facetten.

Dann meinte ich mit einem Happy End wirklich ein Friede, Freude, Eierkuchen Ende. Nicht etwa ein Ende wie das von Stephen Kings “The Shining”, das ich hier als Beispiel nenne, weil es mein liebstes Werk von ihm ist und weil es die meisten bereits gelesen haben dürften. Also von den Büchern, die ich von King kenne. Ich möchte nicht spoilern. Deshalb nur ganz kurz: Irgendwie siegt da am Ende das Gute. Aber eben. Ja. Mit ordentlich Abstrichen.

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Nicht Hitchcock. Robert Bloch.

Der komprimierteste Horror, den man schreiben kann. Ein Meisterwerk als Roman. Kein Wort zuviel. Hitchcock hat alle verfügbaren Exemplare aufkaufen lassen, damit die Pointe seines Films nicht gespoilert wird.

Der Film und die legendäre Duschszene sind harmlos gegen den Schock im Roman, wo der armen Frau gar der Kopf abgetrennt wird. Der Norman Bates ist gut gespielt, aber im Roman ist er eine optisch völlig andere Person.

Bloch war unglaublich! Sogar Lovecraft hat ihn in einer Story verewigt.

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