Halloween trifft Märchen

Ich lass das Licht heute auch an….:grinning_face_with_smiling_eyes: :distorted_face: schön, schön. gruselig :ghost:

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Ich hätte da auch noch meine Version des Märchens :grinning_face: …”Feuer, Wasser und Posaunen” , ein zauberhafter Märchenfilm von Alexander Rau….Autoren sind Michail Wolpin und Nikolai Erdmann…..

Bitte nicht zu ernst nehmen :grinning_face_with_smiling_eyes: :

„Noch mehr Kürbissuppe!“, rief der böse Zauberer Gerippchen. Ihm gefiel, was er im Spiegel sah. Jeder Löffel verjüngte ihn um ein Jahr. Er war jetzt kein altes eingefallenes Männchen mehr, ihm blickte ein junges, straffes Gesicht entgegen. Hexe Bibi Gigi und ihre tausendjährige Tochter namens Scheusal, staunten nicht schlecht. Scheusal fand ihr Gerippchen ganz zauberhaft, doch sie bemerkte, dass er sie überhaupt nicht mehr beachtete. Sie wollten doch heiraten!

Gerippchen schaute in seine Zauberkugel, sah die junge, schöne Ziegenhirtin Darja. Auf Knall verliebte er sich, schob Scheusal unsanft zur Seite, beschimpfte sie als alte, hässliche Schnepfe. Hexe Bibi Gigi tobte, schwor Rache.

Gerippchen befahl seinen Soldaten, das Mädchen zu entführen und in einen Käfig zu sperren. Die kluge Darja hatte keine Angst vor dem bösen Zauberer. Sie lachte ihn aus und machte ihm klar, dass sie den jungen Köhler Mischa liebte.

Doch so schnell gab Gerippchen nicht auf. Er ließ Mischa fangen und verkündete ihm, dass er drei Aufgaben erfüllen müsse, erst dann würde er Darja freilassen.

„Was ist die erste Aufgabe, sag Gerippchen“.

„Du musst zum Feuerberg und dem dort lebenden Ungeheuer die Feuerkugel entreißen. Wenn du mir die Feuerkugel bringst, hast du die erste Aufgabe geschafft.“

Gerippchen fing ganz fürchterlich an zu lachen und Mischa rutschte zum ersten Mal das Herz in die Hose. Der Feuerberg.

Doch Mischa war fest entschlossen, machte sich sogleich auf den Weg. Rotgelbe Flammen schossen hoch, Rauchsäulen stiegen aus dem Gestein. Er dachte an die Worte von Darja:

„Hab keine Angst vor dem Feuer, dann tut es dir nichts. Sobald du Furcht zeigst, wird es dich verbrennen. Bleib niemals stehen!“

Mischa nahm allen Mut zusammen, kam dem Feuerberg näher. Nicht stehenbleiben! Keine Furcht zeigen! Wie ein Mantra murmelte er die Worte. Die ersten Flammen griffen nach ihm, doch er spürte die Hitze nicht. Sie schlängelten sich an ihm, doch sie taten ihm nichts. Seine kluge Darja! Mischa hörte plötzlich ein Brüllen. Er zuckte. Keine Furcht zeigen! Vorwärts, nur vorwärts! Er roch das Ungeheuer, ehe er es sah. Mischa verzog den Mund. Nochmals ein Brüllen, dann sah er den riesigen Kopf, gleich einem Ballon, mit dicken Blasen übersät. Rote Augen, dem Maul entwich Rauch. Der Körper eine schwabbelnde Masse.

Mischa zückte sein Schwert: „Hey, du häßliches Monsterwesen! Gib mir die Feuerkugel, sonst platzt du gleich.“

Das Wesen guckte verdutzt, fing an zu lachen. Die Lache war noch schrecklicher als das Brüllen, doch Mischa blieb tapfer. Er holte aus und stach in den Körper. Sogleich floss dicker Eiter heraus. Bäh, war das eklig! Mischa musste sich übergeben. Das Ungeheuer heulte.

„Gib mir die Feuerkugel. Dann höre ich auf“., rief Mischa und stach nochmal.

„Da hast du sie! Verschwinde endlich“, rief das schwabblige Ungeheuer, warf ihm die Feuerkugel entgegen. Mischa fing den roten Feuerball auf, wunderte sich, dass sie Kugel nicht heiß war, obwohl sie rot glühte. Egal, nur weg hier.

Gerippchen sah Mischa skeptisch an. Wie, zum Donnerkruzifix, ist der unbeschadet durch das Feuer gekommen?

„Wie lautet die zweite Aufgabe?“

„Du musst die Wasserprobe bestehen und mir den ewig fließenden Wasserkrug bringen, dreckiger Köhlerjunge.“

„Dreckig nimmst du zurück, Gerippchen.“

Darja gab Mischa einen Kuss, wünschte Glück. Jetzt wurde es ernst. Die Soldaten vom Gerippchen steckten Mischa in einen Jutesack, banden ihn zu und warfen ihn über eine steile Klippe direkt ins Meer. Mischa wurde schwummrig, wenn er nicht rauskam, würde er ertrinken. Doch statt zu ertrinken, sank er unbeschadet bis zum Meeresboden und war zu seinem Erstaunen quicklebendig.

Eine schaurige Gestalt kam auf ihn zu. Wirre Haare, einen Kuchenzahn und einen listigen Blick. „Hey du. Bist du die Wasserhexe? Ich suche den ewig fließenden Wasserkrug.“

Ein Kichern folgte, dem Mischa einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Sie streckte einen ihrer Knochenfinger. „Folge mir, Jüngelchen.“ Mischa schwamm der Hexe hinterher, da tauchten Wassernixen auf, nahmen in an die Hand, zogen ihn mit sich. Dabei sangen sie leise: „Mischa, ach Mischa, bitte befreie uns von der bösen Wasserhexe.“ „Wie soll ich das tun?“ „Gib ihr vom Kugelfisch. Da ist er, sieh nur. Mischa, hilf uns.“ Plötzlich waren alle Nixen verschwunden und Mischa glaubte schon, dass er das alles geträumt hatte. Aber vor ihm schwamm der Kugelfisch. Er schnappte zu und steckte ihn sich ins Hemd. Die Wasserhexe machte Halt.

„So, da ist er. Der ewig fließende Wasserkrug. Nimm ihn dir. Doch vorher musst du mich heiraten!“ Die Hexe kicherte.

„Aber gern doch, Wasserhexchen! Aber vorher wollen wir etwas köstliches Essen, sieh nur, was ich dir Schönes mitgebracht habe!“

Die Hexe war verdutzt, ihr hatte noch nie jemand etwas mitgebracht. Gierig verschlang sie den Kugelfisch. Mischa zuckte zurück. Die Hexe wurde plötzlich dicker und dicker, sah aus wie ein riesiges Kugelfischhexenmonster und platzte mit einem großen Knall, der sich unter Wasser eher wie ein Plopp anhörte.

Puh. War das widerlich. Schnell griff sich Mischa den Krug und die Nixen führten ihn zum Dank aus dem Meer wieder aufs Land.

„Na, Gerippchen, was sagst du jetzt? Und was ist die dritte Aufgabe?“ Stolz überreicht ihm Mischa den Wasserkrug und der böse Zauberer verzog übellaunig den Mund. Darja strahlte.

„Ha, Köhlerjunge, dreckiger. Das war alles Pillepalle. Jetzt kommt die dritte Aufgabe. Hole die goldene Kette für meine Braut. Aus dem Reich der Posaunen. Zack Zack. Wenn du in einem Monat nicht zurück bist, heirate ich Darja!“

Darja zitterte. Das Reich der Posaunen. Sie gab Mischa ein kleines Strohpüppchen und flüsterte ihm zu, dass er immer an sie denken wird, sobald er das Püppchen ansehen würde.

Mischa war mulmig zumute. Es hieß, dass vom Reich der Posaunen noch niemand zurückgekommen wäre. Er durchquerte den Wald, erblickte schon von weitem das geheimnisvolle Reich. Ein Funkeln und Glitzern erwartete ihn. Wunderschöne Häuser. Zarte Elfen streichelten ihn, lobten sein Aussehen und seinen Verstand. Schöne Mädchen gaben ihm köstliches Essen, betteten ihn auf weiche Daunen und wedelten ihm mit Fächern Luft zu. Liebliche Gesänge lullten ihn ein. Hier war es herrlich! Warum sollte er hier wieder weggehen? Mischa begann, Darja zu vergessen, zu vergessen, wo er herkam, ja, zu vergessen, wer er war.

Bis ihm eines Tages die Strohpuppe auffiel, die auf seinem Bett lag. Er wollte das Ding erst wegschmeißen, doch die Puppe begann zu sprechen: „Mischa, mein Mischa. Denkst du noch an deine allerliebste Darja? Bitte komm zurück.“

Plötzlich fiel im alles wieder ein. Darja! Wie konnte er sie nur vergessen? Die goldene Kette! Er hielt das Strohpüppchen in der Hand und fragte es: „Wo finde ich die goldene Kette?“

„Bei den Sirenen! Folge ihrem Gesang. Lass dich nicht beirren. Sie wollen, dass du sie von ihrem Schmerz erlöst, in dem du sie tötest. Tu es nicht!“

Der Sirenengesang war so stark, dass Mischa heftige Schmerzen hatte, aus den Ohren blutete und sein Kopf schien zu platzen. Kurz darauf blieb er zitternd stehen. Blutige Gestalten mit einem Vogelkopf, im Schmerz verzerrt, kamen auf ihn zu. „Hilf uns. Bitte. Mischa! Erlöse uns. Töte uns“! Mischas Hand ging zum Schwert, doch im allerletzten Moment dachte er an die Worte des Strohpüppchens, lief schnell an den Sirenen vorbei und holte die goldene Kette.

Mischa rannte. Der letzte Tag. Endlich! Er sah Gerippchen, der schon seinen Hochzeitsanzug anhatte. Er warf ihm die goldene Kette zu, befreite Darja. Die beiden lagen sich in den Armen, winkten Gerippchen kichernd zu, der sich fluchend vor Hexe Bibi Gigi zu verstecken suchte.

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Ich schmeisse dann auch mal eine Geschichte in den Thread

Cinderella.pdf (44,5 KB)

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Schön :+1:

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Ein menschenfressendes Aschenputtel :grinning_face_with_smiling_eyes::face_with_peeking_eye: …cool :+1:

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Danke für die Geschichten.

Die Idee ist super. Vor allem, dass die Geschichte am Ende einfach … na, ich möchte nicht spoilern. Coole Idee jedenfalls.

@RippchenDD Ich habe so hart gelacht. Allein der Name von Deinem Zauberer! :joy:

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Heute Abend hab ich noch eine wirklich ganz kurze angefangen. Poste ich am Wochenende. :jack_o_lantern:

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Wir freuen uns :smiling_face_with_three_hearts:

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Coole Story, die mein Grimmsches Weltbild komplett über den Haufen wirft! Wer weiß, wie all die Geschichten wirklich waren …

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Vielen Dank :blush:

@Bommel : gruselige Abwandlung eines bekannten Märchens. Die der Brüder Grimm sind eh nicht ohne. Wer weiß, was die beiden damals tatsächlich getrieben haben.

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Ich mag ja solche Stories, wo man sich als Leser selbst seinen Teil denken muss.
Schön kurz & knapp & herrlich böse.

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waaaahhhhh … super, besonders der Schluss.

P.S: Ich hab auch ne Aschenputtel-Idee …

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Ähm, ja….bei dem Namen konnte ich einfach nicht widerstehen, im Film ist er “Gerippe Unsterblich”…einfach genial :sweat_smile:

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Cool. Ich bin gespannt.Ich finde es ehrlich gesagt unheimlich schwierig, ein Märchen zu adaptieren. Hätte ich nicht gedacht.

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Ja, das fand ich auch…Habe ewig gebraucht, aber hat auch Spaß gemacht :grinning_face:

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Und jetzt das Nächste:….:sweat_smile:

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Na, mal schauen :sweat_smile: :distorted_face:

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Ich habe jetzt auch was angefangen. Am Wochenende wird es wohl fertig sein. :face_with_peeking_eye:

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Nach einem Jahresaussetzer ließ ich mich von euch wieder zu einem kleinen Halloween-Fairytale-Mix verführen. Über meine neuen inhaltlichen Präferenzen sorgt man sich schon in der Familie. :face_with_hand_over_mouth:

Rolf und die sieben Geistlein.pdf (1,0 MB)

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