Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich dank meiner Montags-Schreibwerkstatt, die ich besuche, eine fixe Idee für einen Spionage-Thriller. Das erste Kapitel war schnell geschrieben und ich hielt es erst mal unter Verschluss. Am Montag nächster Woche ist es jedoch so weit und diese Idee muss mehr oder weniger raus aus der digitalen Schublade, zumindest in meine private Schreibwerkstattsgruppe. Einen Klappentext habe ich erst heute ausgearbeitet, außerdem das erste (relativ kurze) Kapitel überarbeitet und auch schon ein zweites Kapitel dazu geschrieben. Vorlesen werde ich erst mal nur Kapitel 1. Und jetzt meine Frage: Wenn ich euch den Klappentext mit diesen Infos reinstelle und auch Kapitel 1 anhänge - würdet ihr weiterlesen wollen? Wäre das für euch spannend genug für einen Einstieg?
Danke im Voraus für eure Zeit
Euer Super Girl
Hier der Klappentext:
Harrington Wells, der für das Institut für moderne Kommunikation in den Staaten arbeitet, ahnt nicht, in welche Machenschaften er gerät, als er am Hamburger Fischmarkt einen Mr. Fisher anspricht. Der Tod seines Informanten löst eine Kettenreaktion aus. Schon bald findet sich Harrington in einer Spirale aus Lügen und Intrigen wieder. Was will der Geheimdienst von ihm? Wieso beschäftigt sich die Armee mit dem ›Code der Macht‹, den das Institut erworben hat? Und vor allem: Warum geben sich alle möglichen Informanten als Mr. Fisher aus? Harrington versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden, doch anstatt der Teufelsspirale zu entkommen, wird er immer tiefer mit hineingezogen!
Und hier Kapitel 1:
Der Code der Macht (Kapitel 1)
1. September 2038, 11:55 Uhr
»Treffen Sie um 12:00 Uhr am Hamburger Fischmarkt einen Mr. Fisher«, lautete mein Auftrag.
Ich seufzte leise. Nun arbeitete ich zehn Jahre im Institut für moderne Kommunikation, kurz IFMK, und sollte mich mit einem Typen treffen, den ich nicht mal kannte.
Genau heute vor zehn Jahren, am 1. September 2028, war nicht nur mein erster Arbeitstag im IFMK gewesen, es wurde auch ein Code entdeckt, der die moderne Technik revolutionierte.
Hierbei handelte es sich um einen Programmiercode, der bei der richtigen Benutzung eine virtuelle Arbeitsumgebung installierte. Das war an sich nichts Besonderes, doch es war mit diesem Code auch möglich, sofort auf Künstliche-Intelligenz-Systeme, kurz KIS, zurückzugreifen.
Natürlich hatte Mr. Jameson, mein Vorgesetzter, alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Code für das IFMK zu erhalten. Mr. Jameson hatte die Lizenz für viel Geld erwerben müssen, damit wir den Code verwenden durften.
Mit dem Code, den Mr. Jameson, als ›Code der Macht‹ bezeichnete und unserem IT-Team, gelang es uns, unser bereits in Planung befindliches neues KIS zu entwickeln. Das International Acting Android System. Dieses System sollte fortan mit sämtlichen PCs und Mobilgeräten kompatibel gemacht werden. Es sollte die Welt revolutionieren.
Der Hamburger Fischmarkt war um die Mittagszeit gut besucht. Ich fragte mich insgeheim, warum Mr. Jameson darauf bestanden hatte, dass ich mich ausgerechnet dort mit seinem Informanten treffen sollte. In einem vorherigen Gespräch hatte Mr. Jameson mir gegenüber erwähnt, dass Mr. Fisher brisante Informationen für meine Abteilung hätte.
Ich seufzte nochmals, dann drängte ich mich durch die Menschenmenge. Ich war einfach nicht für die Menschenmasse gemacht, da saß ich lieber in meinem Büro mit nur einem Kollegen gegenüber.
Ein Verkäufer pries im Hamburger Dialekt seine Waren an. Ich verstand »Frische Fische, heute im Angebot«, was ich dankend ablehnte. Ich fragte den Verkäufer nach einem Mr. Fisher, doch dieser schüttelte den Kopf. Da mir mein Vorgesetzter kein Bild meines Kontaktmannes mitgegeben hatte, begann für mich die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Ich fragte mich durch, denn mir blieb nichts anderes übrig, als jeden Mann mittleren Alters genauer zu betrachten und anzusprechen.
Als schließlich ein Mann im Business-Look antwortete »Yes, I am Mr. Fisher. What can I do for you?«, konnte ich erleichtert aufatmen. Ich fragte ihn, ob es möglich war, an einem anderen Ort, zum Beispiel einem Café ungestört miteinander zu reden. Natürlich auf Englisch, damit er mich verstand. Er bejahte und schüttelte meine Hand.
»Mr. Wells, seien Sie vorsichtig«, sprach er mit Akzent nun doch etwas Deutsches. »Dieser Code, der damals entdeckt wurde, ist viel Geld wert. Wer ihn hat, lebt in Gefahr.«
Bevor Mr. Fisher weitersprechen konnte, ertönte ein Schuss und ich ging in Deckung. Ich blieb unversehrt, doch der Schuss hatte Mr. Fisher getroffen. Zu meinem Entsetzen war er sofort tot, der Schuss war mitten in sein Herz eingedrungen.
Mein Herz raste. Was hatte Mr. Fisher gesagt?
»Wer ihn hat, lebt in Gefahr.«