Exposé schreiben

Guten Morgen liebe Community,
wie schreibt man ein Exposé?
Also nicht inhaltlich, das habe ich beim Googeln schnell herausgefunden. Ich meine eher stilistisch? Wie einen Bericht, eine Inhaltsangabe? Spannend wie die Geschichte, mit Cliffhängern etc? Stelle ich meine Charaktere richtig vor oder zähle ich sie nur auf?

Ich traue es mich kaum zu fragen, aber hat vielleicht jemand ein Beispiel, gerne auch von einem schon veröffentlichten Roman, das er mir zum Lesen zur Verfügung stellen würde? Wahrscheinlich würde das eher niemand tun, oder?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Arletta

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Ich verstehe die Frage nicht ganz – stilistisch gibt es meines Erachtens nach wenig Spielraum :wink:

Eine Inhaltsangabe ist Pflicht, dabei sollte nicht mit „Cliffhangern“ gearbeitet werden und vor allem nicht bis in jedes Detail erzählt werden. Oder auf jede Person hinab wie „Auf einer Tour durchs Dorf fragt er seine Nachbarin Ilse, seine Oma Heidrun, seinen Onkel fünften Grades namens Torben ebenfalls nach dem goldenen Messer, nur Torben verriet ihm, dass sein verschollener Bruder Maxim ebenfalls auf der Suche danach gewesen ist“.

Ich baue sie meist so auf, dass ich erst allgemeine Daten wie Zielgruppe, ggf. Tropes (kotz), Vergleichstitel, geplanter Umfang + ggf. Reihenfähigkeit + Erzählperspektive anführe. Dann kommt meist ein Pitch + ein erster Klappentextvorschlag, eine Charaktervorstellung der wichtigsten Charaktere (2-3 Personen, 2-3 Sätze pro Person – dabei mit „Problem“ und ggf. was die Entwicklung im Buch ist, nicht so ein BS wie „Sie hat rote Haare und grüne Augen und ist ein seltener Hybrid aus Werkaninchen und blutsaugenden Faultier, der nur bei Vollmond menschliche Gestalt annehmen kann“) und dann eine Inhaltsangabe, die ich so lange runterkürze, bis sie maximal eine Seite lang ist :wink:

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DAS würde ich lesen!
Hingegen die hundertste Elbenkriegerin, die der Prophezeiung ™ nach, den Tod ihres Vaters (herzensgut) rächen wird, eher nicht…

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Oh mein Gott, Ihr seid der Wahnsinn! Vielen herzlichen Dank auch für die Privatnachrichten, die ich erhalten habe. Leider habe ich gerade nicht viel Zeit und antworte später ausführlich, aber zumindest kurz melden wollte ich mich.

Liebes Scherbengericht,
vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort, auch Dir wollte ich hier kurz antworten. Falls andere meine Frage auch nicht ganz verstehen. Ich versuche, sie etwas konkreter zu stellen.
Tatsächlich habe ich Spielraum. Ich könnte versuchen, meinen Kriminalroman in eine Art Kurzgeschichte umzuwandeln, inklusive Spannungsbogen, Cliffhänger und natürlich am Ende mit einer Aufklärung. Das wäre sicherlich einigermaßen unterhaltsam zu lesen. Natürlich würden viele Nebenstränge auf der Strecke bleiben, möglich wäre es aber. Wobei ich jetzt natürlich nicht beurteilen kann, ob das so bei einem epischen High Fantasy Roman auch ginge…
Oder eben, ich schreibe die Inhaltsangabe als Inhaltsangabe. Eher wie einen Bericht oder eine Beschreibung des Inhaltes meiner Buches.

Hallo, hier der Aufbau zu einem Exposé, wie ich ihn in einem Coaching gelernt und bereits erfolgreich angewendet habe

  1. Grundlagen:
    Umfang: 3-5 Seiten (an Vorgaben Verlag/Agentur anpassen)
    Format: Normseite
    Kopf und oder Fuß (auf jeder Seite) mit Arbeitstitel und allen Kontaktdaten.
    Tipp: Erst abschicken, wenn das MS fertig ist. Beißt der Adressat an, kann es passieren, dass sehr kurzfristig das gesamte MS angefordert wird (bei mir noch am selben Tag).
    Inhalt und Aufbau
  2. Angaben zum Werk (tabellarisch)
    Arbeitstitel, Genre/Subgenre, Setting, Erzählpersektive, Zeit, Zielgruppe, Refferenztitel, (geplanter) Umfang in NS
  3. Headline: EIN Satz, der die Essenz/Prämisse des Werks trifft.
  4. Pitch: Ca. 15 Zeilen, ähnlich Klappentext. Der Pitch soll richtig heiß machen auf die Geschichte und darf mit einem Cliffhanger enden!
  5. Inhaltsangabe: Der längste Teil, sachliche Darstellung, ohne Cliffhanger!! Inhalt, Spannungsbogen, roter Faden und ein schlüssiges Ende müssen erkennbar sein. Zeit (wie Pitch und Headline) in der Gegenwart.
  6. Figuren: Manchmal möchte Agentur/ Verlag eine Charakterliche Darstellung und die Entwicklung der wichtigsten Figuren. Dann schreibst du das als Anlage zum Exposé. Ansonsten reicht Protagonist und Antagonist in der Inhaltsangabe.
  7. Sonstige Anlagen: Autorenvita, bereits veröffentlichte Werke (SP nur, wenn entsprechender Erfolg prüfbar ist, z.B durch viele gute Rezensionen), Verlage und Agenturen, die das Exposé sonst noch prüfen/geprüft haben. Achtung! Werke, mit denen du dich bei Agenturen bewerben willst, sollten noch keinen Verlagen vorliegen!
    UND das Wichtigste, die Leseprobe ( meistens 30-50 NS) Achtung: Wenn nichts andere angegeben, zusammenhängend, ab Beginn der Geschichte).
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Sinn und Zweck eines Exposés ist es, der Agentur oder dem Lektorat einen klaren Eindruck darüber zu vermitteln, wie der Hauptstrang deiner Geschichte beginnt, sich entwickelt und endet. Plus die Fakten, die Scherbengericht bereits ausführlich benannt hat.
Alles andere wäre kein Exposé.

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Sic.
Die Erklärung auf mein „Ich verstehe die Frage nicht ganz“ klingt für mich eher nach Marketingansatz.

Hallo Arletta, die Inhaltsangabe (anders als Pitch und Headline) soll nicht unterhaltsam, sondern sachlich und professionell geschrieben sein.

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