Der Aufbau deines Exposés erscheint mir ausführlich und gut durchdacht, wie @Phlox aber schon sagt, denke ich auch, dass du am Inhalt noch eine ganze Menge feilen musst.
Schon der Klappentext liest sich nicht optimal.
So fragt man sich z.B., wer Alethea eigentlich ist. Eine Priesterin, Zauberin, Kriegerin, Lehrmädchen, Dienstmagd, Bettlerin, etwas ganz anderes oder auch alles zusammen? Da wären ein paar erklärende Worte nicht schlecht.
‘Deimos, der Tempelherr, ist nicht mehr ihr alter Kamerad Zelus’. Aha. Muss man das wirklich schon im Klappentext wissen, wo man als Leser von sämtlichen näheren Zusammenhängen noch keine Ahnung (und ehrlich gesagt auch noch kein Interesse) hat? Ansonsten gibt es noch ein paar nebulöse Andeutungen, mit denen man leider auch noch nichts anfangen kann.
Ein Satz wie ‘Selbst die Wahrheit enthüllt ihr scheinheiliges Inneres’ macht ein näheres Verständnis auch nicht einfacher, ich zumindest weiß nicht, was damit gemeint ist.
Das eigentlich Manko ist aber, dass man sich fragt, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Für einen Klappentext, der ja einen potenziellen Käufer verleiten soll, weiter bis zum ersten Kapitel zu blättern, ist das tödlich.
Es steht hier kein persönlicher Konflikt in Aussicht, nur eine farblose Protagonistin, die sich mit irgendwelchen Kräften herumschlagen muss, um irgendetwas herauszufinden.
Um das Interesse des Lesers zu wecken, ist das zu wenig, zu unpersönlich und zu allgemein gehalten.
Wichtig: Die Leser interessieren sich zunächst einmal ganz konkret für ein Einzelschicksal, i.d.R. das des Protagonisten. Der sollte sich mit einem ganz persönlichen Konflikt herumschlagen müssen, zu Deutsch, er steckt in irgendeiner Scheiße. Diese muss jetzt spannend genug klingen, dass man wissen will, ok, was steckt da dahinter und wie kommt er oder sie da wieder raus?
Sobald der Leser am Haken hängt, kannst du die Sache weiter ausbauen und die Probleme weiter ausufern lassen, denn jetzt hat er einen Anreiz, die Sache weiter zu verfolgen.
Die richtigen Zutaten hättest du, du hast sie hier nur denkbar ungünstig präsentiert.
Auch die Inhaltsangabe liest sich leider eher abschreckend als verlockend. Du schüttest hier eine ganze Wagenladung an Namen, Orten und Ereignissen über den Leser aus. Dabei scheinst du kaum zwischen wirklich wichtigen und eher nebensächlichen Dingen zu unterscheiden, eine Begebenheit reiht sich an die andere, doch man fragt sich nach wie vor, worum es eigentlich geht.
Was will Alethea, was ist ihr Ziel. Wer und was steht ihr dabei im Weg, wer ist der Antagonist, was erreicht sie, wo scheitert sie und wo landet sie zum Schluss?
Die Entwicklung, die sie auf diesem Weg durchmacht, die entscheidenden Stationen und die wichtigsten Weggefährten (gute wie schlechte) gehören in die Inhaltsangabe.
In deinem Fall heißt das: Eine ganze Menge kürzen und dafür sehen, dass du die wesentlichen Punkte der Handlung ansprichst.
Bitte nicht den Mut verlieren, das wird schon, so ein Exposé ist eigentlich immer verdammt kompliziert zu schreiben!