Hallo liebe Community ![]()
Ich lebe seit gut 16 Jahren mit chronischen Schmerzen. Vergangenes Jahr war ich deshalb 6 Wochen in Reha. In der Kunsttherapie der Klinik musste ich nicht malen, sondern durfte mein Hobby des Schreibens ausleben. Dabei ist ein Text entstanden, der viele meiner Emotionen einfängt und zeigen soll, wie es ist, mit einer lebensbeeinträchtigenden Krankheit zu leben. Und dass es nie zu spät ist, neue Hoffnung zu schöpfen.
Ich möchte diesen Text mit euch teilen und hoffe, er gefällt euch.
Absolute Schwärze. Kein Raum, keine Zeit, nur Leere. Endlose Weite, ohne Ziel, ohne Absicht. Ein ewiges Warten auf ein Ankommen, auf Geborgenheit, auf einen Sinn. Ein ewiges Warten auf irgendetwas.
Und dann, leicht und voller Freiheit, gleitet ein Vöglein vorbei, flattert von hier nach dort und weiter. Im Blicke folgend glitzern sehnsüchtige Augen auf den unbeschwerten Geist herab. Faltige Arme recken sich, strecken sich und greifen nach dem Greifen. Ein tiefer Fall endet in Stein gemeißelt und vom Moos bedeckt, hinterlässt ein ungestopftes Loch bei allen, die einst waren. Graue Schleier schieben unaufhaltsam, hämisch lachend alles davon. Wilde Wirbel zeichnen bekannte Formen, zeigen Gesichter, reißen alles wieder auseinander, formen Bilder aus der Zukunft, schmeißen sie wieder davon und werden zu Fratzen in der Nacht. Will der Geist doch eigentlich nur Ruhe und Frieden, bekommt er beißende Enge. Und gerade als die Hoffnung verschwimmt wie Tinte im Wasser, zerreißt die Leinwand ein fallender Stern. Stürzt herab, schreiend, und zerstäubt in Funken. Ein Licht geht auf und erhellt die Nacht, die so bedrohlich gähnt, dass sie sich selbst verschlingt. Ein Feuer entfacht mit einer Hitze so stark, verbrennt jeden Zweifel und all die Angst. Unterm Moos erwacht ein Sprössling, bricht hervor und entflieht seinem Grab. Spürt das Licht, spürt die Wärme und gleitet davon. Voller Leben, voller Güte und plötzlich nur noch dieses eine Gefühl.