Ein Buch, das mich nicht loslässt

Hallo Zusammen!

Das soll hier keine Fragerunde werden, sondern ich möchte einfach meine Erlebnisse der letzten Wochen mit euch teilen, zu einem Buch, das mich fasziniert!

Seit meinem Urlaub vor drei Wochen lässt mich ein Buch nicht mehr aus seinen Fängen. Ich hatte es auf der Fahrt im Zug angefangen zu lesen und es danach regelrecht verschlungen. Alle meine Gedanken gingen nur darum und ich wollte nichts anderes, als lesen. Das Buch heißt „Der Seewolf“ von Jack London und wird wohl kein unbekanntes Werk hier im Forum sein. :wink:

Es gefiel mir so sehr, dass ich es auf der Rückfahrt sofort wieder zur Hand genommen habe. Was soll ich sagen? Der Charakter Wolf Larsen und seine Facetten faszinieren mich und ich mochte schon immer Segelschiffe. Es ist auch das erste Buch, das mich so stark gefesselt hat, dass ich auf nichts anderes Lust hatte. Auf Arbeit habe ich mir sogar eine Playlist erstellt, mit Liedern, die zum Buch passen und natürlich rauf und runter gehört. Sobald ich in der Wohnung angekommen bin, habe ich gelesen und versucht meine beste Freundin damit zu begeistern. Es ging auch so weit, dass ich mich einen Samstag hingesetzt habe und ein Gemälde der „Ghost“ gemalt habe und darauf bin ich wahnsinnig stolz!

Das Schlimmste ist aber die Schreibblockade, die mit dem Buch kam. Ich hatte weder Lust andere Bücher zu lesen oder an meinen eigenen zu arbeiten. Alles fühlte sich fade und farblos an, als wäre die Welt des Seewolfs die perfekte, mit der brutalen Umgebung, aber auch mit den philosophischen Gesprächen.
Diese Blockade dauerte über zwei Wochen, bis ich dann einfach aus Langeweile mir eine neue Serie angesehen habe, danach hatte ich auch wieder Lust auf die Bearbeitung meines Fantasy-Romans.

Das Buch „Der Seewolf“ lässt mich aber immer noch nicht aus den Klauen und ich liebe es, aufzuschlagen und meine Lieblingsszene immer und immer wieder zu lesen. Ich habe mir sogar vorgenommen, im Sommer einen Segelschein zu machen, aber ob das wirklich klappt? :smiley:

Meine beste Freundin muss auch herhalten, denn ich möchte ihr unbedingt das Buch zeigen, aber sie wohnt auf der anderen Seite Deutschlands. Also habe ich angefangen ihr meine Lieblingsübersetzung vorzulesen und hoffe, dass es ihr auch so gut gefällt, wie mir. Das neuste, was ich mir zum Buch gekauft habe, ist ein Modellbausatz eines Schoners, den ich aber noch etwas umändern muss, damit er zur „Ghost“ wird.

So das wars erstmal mit meiner Leidenschaft für „Der Seewolf“ und es tut richtig gut, sich das gesamte Herz darüber auszuschütten.

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!

Schöne Grüße aus dem Norden,
Geodäsia

PS: Hier ist die Ghost, wie ich sie gemalt habe :blush:

13 „Gefällt mir“

Ja der gute, alte Jack London. Ich liebe seine Geschichten auch.

3 „Gefällt mir“

Ich kenne nur die Verfilmung mit Raimund Harmstorf. Schön, dass dir das Buch so gut gefällt. Dein Schiffchen kann sich sehen lassen.

3 „Gefällt mir“

Dass Du begeistert bist vom „Seewolf“ habe ich verstanden - es ist wunderbar, solche „Lebensbücher“ zu finden. Magst Du vielleicht noch ein bisschen beschreiben, was genau die Faszination für Dich ausmacht?

2 „Gefällt mir“

Neuankündigungen wurden in unserem kleinen Buchgeschäft immer auf Schreibmaschinenseiten unter Glas gemacht. Das Geschäft öffnete zu diesen Verkäufen grundsätzlich Mittwochs, 14.00 Uhr. Wenn man eine Chance haben wollte, musste man sich bis spätestens 12.00 in die Schlange einreihen. Sie reichte dann meist bis zur Apotheke an der Ecke. Auf der anderen Straßenseite stand man mit doppelter Wartezeit nach Brötchen an.
An diesem Tag konnte ich eine nagelneues Exemplar Jack London, „Lockendes Gold“, Neues Leben erstehen. Kostete 7 Mark, 80 Pfennig. Hardcover mit Schutzumschlag.
Wir waren die glücklichsten Kinder der ganzen Stadt! Lass die Brötchen doch den anderen!
Den „Seewolf“ gab es nur als Leihexemplar in der Bibliothek, dort wo später der „Ratskeller“ untergebracht war.
Diese Bücher, und die anderen von London („Die Abenteuer eines Tramp“, „Wolfsblut“ etc.), natürlich auch besagter Film mit Raimund Harmstorf, waren die Grundpfeiler unserer kindlichen Existenz.

3 „Gefällt mir“

… und ich hab jetzt Lust,. den Seewolf mal wieder zu lesen. Weil es so lange her ist, dass ich mich kaum noch erinnere.

2 „Gefällt mir“

… und mir den Film anzuschauen. Meines Erachtens der einzige, der dem Inhalt des Buches optisch standhält. Wegen dem noch jungen Schauspieler. Einfach herrlich.

1 „Gefällt mir“

Ich habe erst die Serie mit Raimund Harmstorf gesehen und dann das Buch gelesen. Da merkte ich erst, dass in der Serie noch andere Werke von Jack London mit verarbeitet wurden.
Wolf Larsen ist eine Romanfigur, die in Erinnerung bleibt, auch viele Jahre später. Das kann ich nicht von vielen Figuren behaupten. Mir fällt nur noch Druss die Legende ein, und das ist ein ganz anderes Kaliber.

2 „Gefällt mir“

@Phlox Das ist eine gute Frage.

Es ist glaube ich einfach die Szenerie auf dem Schiff und natürlich die Gegensätze. Zum einen ist Wolf Larsen gnadenlos und brutal, aber dennoch auf eine gewisse Art der Gute, wenn man das so nennen kann. Er versteht, wie das Leben funktioniert auch wenn seine Taten eher unkonventionell sind. Er möchte die Ordnung auf dem Schiff halten und geht dabei auch über Leichen.
Am meisten hat mich aber das Ende berührt, denn er stürzt von ganz oben nach unten. Das war so schrecklich für mich, obwohl ich es nicht ganz erklären kann. Vielleicht habe ich einfach Mitleid mit ihm, da er so ein Ende nicht verdient hat.

Wie er so gut sagte: wir sind alle nur Hefe. Wir leben, damit wir leben und uns bewegen können.

2 „Gefällt mir“

Genau. Es ist die Ambivalenz dieses Mannes. Das, was unvergessliche Romanfiguren ausmacht.
Einerseits sieht er interessiert wie ein Raubtier zu, wie sein Koch beinahe vom Hai verschlungen wird. Andererseits entwickelt er eine beinahe rührende Beziehung zu Hump. Rettet ihm zum Schluss wohl sogar das Leben.
Interessant auch, weil er sich alles selbst erarbeiten musste. Es wurde ihm nichts geschenkt. Sein Kapitänspatent hat er im Selbststudium erworben.
Mir geht es genauso: Man entwickelt für diesen rauen Kerl Mitgefühl, beinahe Zuneigung. Das musst Du als Erzähler erst mal schaffen!

2 „Gefällt mir“