Ein alter Zopf als neue Idee - BookCrossing

Hallo ihr Lieben,

ich mache mir die ganze Zeit Gedanken, wie man sein Buch unter die Leute bringen kann. Und habe ich mich an ein Gespräch mit einer Freundin erinnert. Da haben wir über das Lesen geredet und sie erzählte mir dabei, dass sie gerne nach dem Lesen ihre Bücher durch BookCrossing auf die Reise schickt.
BookCrossing ist ein Service im Internet, bei dem man sein Buch registrieren lassen kann. Es bekommt dann eine Nummer, die man mit einem Aufkleber auf das Buch klebt. Auf dem Aufkleber ist eine Information, dass der nächste Leser doch einen Tagebuch-Eintrag - auch anonym möglich - auf der Registrierungsseite des Buchs dalassen soll, damit man so ein bisschen die Reise des Buchs verfolgen kann.
Dann gibt man es entweder einfach an Freunde weiter, die es wiederum weitergeben, oder man legt es in der Wildnis für einen Finder aus.
Ich habe das jetzt mal mit der Anthologie „Drachenlachen - frech und fröhlich“ gemancht. Das Buch war etwas am Einband beschädigt, was ich mit Klebestreifen korrigiert hatte. Ich konnte es also nicht mehr weitergeben und dachte, dass es auf Reisen vielleicht begeisterte Leser findet. Es ist also quasi nun als Promotionsreisender für mich unterwegs.
Am Donnerstag habe ich es auf einer Parkbank ausgelegt. Und heute hat mir jemand einen Tagebuch-Eintrag für das Buch gemacht. :slight_smile: Das finde ich klasse!

Natürlich habe ich schon gehört, dass es viele Bücher mit dieser Registrierung auf dem Bücherflohmarkt gibt, weil einige Menschen meinen, diese nette Art der Buch-Weitergabe zu sabotieren. Aber dadurch möchte ich mich nicht abbringen lassen, BookCrossing einmal auszuprobieren. Wenn meine Geschichten so gelesen werden und vielleicht dadurch begeistern können, warum nicht? Ein Versuch ist es wert. :thumbsup:

Ob ich ein 18±Buch aber so auf die Reise schicken wollte, weiß ich nicht. Schließlich könnten es auch Kinder finden. Das fände ich dann nicht so toll. Aber bei All-Age-Büchern kann diese Art der Werbung bestimmt Gefallen finden.

Da hier Links nicht so gerne gesehen sind, habe ich hier einen Screenshot angeheftet.

Bookcrossing Drachenlachen.jpg

Liebe Grüße,
Vroni

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Warum wäre das nicht gut?

Sind wir mal ehrlich. Wenn du solche Sachen schreibst, bei denen Kinderseelen Gefahr laufen, beschädigt zu werden, solltest du dir überlegen, was anderes zu schreiben. Und was den Sex angeht: Kinder wissen sehr genau, was in welchen Alter interessant für sie ist. Wenn es ihrer Alter- und Interessengruppe nicht entspricht, verlieren sie schnell das Interesse. Wir dürfen uns im Jugendschutz nicht an Amerika orientieren! Das ruiniert unsere Gesellschaft. Lieber weniger Gewalt, weniger Gemetzel und weniger Tote. Dafür mehr Liebe. Es muss ja nicht Porno sein, aber das wird hier kaum einer schreiben.

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Nö. Muss sie nicht. Sie muss sich nur überlegen wie sie es verbreitet. Und genau das hat @Zauberfrau getan.

Und wenn es nur einer ist … und woher weißt du, dass das “hier” kaum jemand schreibt, nur weil er es nicht im Forum zur Diskussion stellt?

Wahr oder falsch? Keine Ahnung. Ist auch egal, weil die gute Zauberfrau mit keinem Federstrich erwähnt hat, dass sie sich am Jugendschutz der USA orientiert.

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Da schließe ich mich @Suse an.

Das ist richtig. Trotzdem muss ich sie ja nicht gleich mit etwas konfrontieren, was sie nicht verstehen oder was sie gar erschreckt.

Ich denke, bei einem Film hättest du eher recht. Denn Filme werden eher “passiv konsumiert”. Man braucht viel weniger Anstrengung, um die Bilder auf sich wirken zu lassen. (Leider auch viel weniger Fantasie.)
Beim Lesen muss man sich mehr anstrengen. Und wenn Kinder von dem Inhalt dann abgeschreckt werden, würde ich denken, dass sie das Lesen abbrechen. (Es ist ohnehin schon schwer genug, Kinder heutzutage zum Lesen zu bringen.)

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Da hast du auch wieder recht.

Ich hab mal gesucht. Es sind dort tatsächlich auch 18±Bücher in freier Wildbahn unterwegs. Scheint weniger ein Problem in der Praxis zu sein.

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Komisch, dass sich alle auf den Sex einschießen, an Gewalt denkt keiner? Findet ihr diese Schwerpunkte in der Erziehung nicht auch merkwürdig? Prügeln, Schießen, Stechen, Foltern und was weiß ich noch alles sind okay, so lange man nur keine Nippel sieht? Das ist amerikanische Unkultur und ich empfinde als aufgeklärter Europäer eine heilige Pflicht, dem entgegenzutreten. Aber die meisten Leute konsumieren nur noch amerikanisch, da bleibt das leider nicht aus.

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Hast Recht. Vielleicht ist man einfach zu abgebrüht.

stimmt schon, Gewalt in so ziemlich jeder Form gilt als kindertauglich, während oft schon ein blanker Busen ausreicht, damit ein Film auf ‘nicht unter 16 Jahre geeignet’ hochjagt wird. Total krank, dieses System!

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In meiner Kindheit und Jugend, als Computer und Internet noch nicht erfunden waren und Telefone noch Kabel hatten, war für mich als Leseratte der Gang zur Bibliothek unabdingbar. Ich empfand es als Privileg, jugendgefährdende Inhalte (also aus der Erwachsenenwelt) lesen zu dürfen. Bücher wie Fanny Hill haben dazu beigetragen, dass ich Frauen bis heute als Kunstwerke der Natur betrachte.

Gérard Depardieu soll einmal über die amerikanische Filmindustrie gesagt haben: *“Brüste abschneiden ist in Ordnung, aber wehe du küsst eine.”

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Behütet aufgewachsen, habe ich dennoch als Kind bereits Erwachsenenliteratur gelesen. Auch meine Jungs haben uneingeschränkten Zugang zum Bücherregal. Fazit aus meiner Erfahrung: alles was nicht verstanden wird, wird überlesen oder als “nicht interessant” oder “igitt” befunden :wink: Mach dir bei bookcrossing keine Gedanken wegen des Jugendschutzes, in den öffentlichen Bücherschränken steht das gesamte Spektrum an Literatur und ich bezweifele ehrlich gesagt, dass ein zehnjähriger Junge gezielt nach einem “Biengau” Roman greifen würde :wink:

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Da muss ich ein weiteres Mal kommentieren. Wer legt fest, ob es ein Buch ab 18 ist? Die FSK sicher nicht, es gibt zwar auf der Webseite Hinweise, aber dass sich Verlage und Selfpublisher einer Prozedur unterziehen, ist mir nicht bekannt.

Die Definition von Pornografie ist laut FSM aber eindeutig– ich will sie nicht wiederholen, aber die Quintessenz lautet: Ist das Buch mit den Sexszenen Scheiße, ist es FSK18. Ganz leicht. Wie es hier propagiert wird, der Unterschied zwischen Erotik und Pornografie, der existiert bei der FSM nicht. Hier im Forum sagt man »explizit« und meint wahrscheinlich wenn sich Penis und Vagina berühren und Intimeres. Aber das ist weder Pornografie, noch verboten oder FSK18. Nicht, wenn es mit Liebe passiert, nicht, wenn es Handlung und handelnde Personen gibt.

Es ist nur ein Gerücht, dass etwas ab 18 sein muss, wenn es zur Sache geht. Wenn geschildert wird, wie sich Geschlechtsteile berühren, wie penetriert wird und was mit allerlei Körperflüssigkeiten geschieht. Das ist weder verboten noch sanktioniert. Es wird erst in dem Moment zu einem Sujet, was grundsätzlich abzulehnen ist, wenn die Unpersönlichkeit hinzukommt. Spielt sich alles im Rahmen einer Liebesbeziehung ab, kann man sexuell nicht auf dem Index landen. Nicht durch Schwanz und Möse. Gar nicht.

Hingegen: Ist es herabwürdigend, ist es unpersönlich, ist es gegen das Gesetz, ist es beliebig und werden die Protagonisten nur auf ihre Fleischlichkeit reduziert? Ja, dann ist es (wäre es) ein Fall für die FSK. Selbst einzelne Szenen, die die obigen Merkmale enthalten, stufen das Buch nicht entsprechend herauf, so lange sie in einen Kontext eingebaut sind, der ihr Handeln glaubhaft und nicht abwertend macht. Beispiel: Geht ein Pärchen in einen Sauna- oder Swingerclub, können Szenen dabei sein, wo es unpersönlich und ausschließlich körperlich zugeht. Ist das aber in einen Roman eingebettet, der sonst diese Merkmale nicht hat, ist auch das nicht pornografisch, denn es wird ja im Gesamtkontext garantiert aufgearbeitet.

*Geschlechtsorgane alleine machen in Deutschland keinen Porno aus. Auch nicht, wenn man sie ineinandersteckt.
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Also, liebe Zauberfrau, sag mir, ob du unter diesem Gesichtspunkt Pornografisches hast, was du in so einen Schrank packen willst, oder ob du so etwas schreibst? Nicht? Dachte ich mir. Mittlerweile ist nicht einmal mehr
Josephine Mutzenbacher *auf dem Index, obschon es dort lange war. Zu recht. Aber die Kunstfreiheit in Deutschland ist (noch) ein hohes Gut. Wir sollten gegen die viele Gewalt kämpfen, nicht gegen die Liebe.

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@Unbefleckte : Ja, da stimme ich dir zu 100 % zu. Ich habe meinen Text selbst auch nie als pornographisch bezeichnet. Nur andere haben mich darauf hingewiesen, weswegen ich auch viele Szenen mittlerweile extrem entschärft habe (in der Hoffnung, damit mehr Leser zu erreichen).
Nach meinem Dafürhalten kann Text nicht pornographisch sein. Denn man sieht immer nur Buchstaben, niemals ein Geschlechtsteil. Es sei denn, man würde den Text so konstruieren und setzen, dass eventuell das Textbild pornographisch aussieht. Es hat aber immer mir einem Bild zu tun, was man mit den Augen sieht. Dazu zähle ich nicht das Bild, das entsteht, wenn man einen erotischen - oder auch meinetwegen erotisierenden -Text liest. Dieses Bild ist im Kopf! Und bei jedem wird es - je nach Phantasie - anders gewichtet sein. Aber bevor so ein Bild im Kopf entsteht, muss auch erst mal eine bildliche Definition dafür existieren. Sprich: Bei Kindern wird da wahrscheinlich gar nichts im Kopf sein, wenn sie es lesen sollten, weil sie solche Szenen auch noch nie gesehen haben.

Als mich meine Mutter aufgeklärt hat, wie die Kinder entstehen, - da war ich vielleicht so Anfang Grundschule - , konnte ich mir das gar nicht vorstellen mit der Vereinigung von den Geschlechtsteilen. Wie soll denn so ein wabbeliges Irgendwas überhaupt irgendwo reinkommen können? Das geht doch technisch gar nicht. Das habe ich mir dabei gedacht und alles gleich wieder in die Schublade “Erwachsenenkram und uninteressant” gesteckt.

Wenn ich schreiben würde “ich schreibe Erotik nicht, um meine Leser anzuregen”, dann wäre das gelogen. Ich habe schon in dieser Hinsicht Aussagen gehört, die mich ehrlich gesagt stutzig machten (von einer ablehnenden Verlegerin: “Dir geht es ja nur um das Eine!” - äh, nicht mir, sondern meiner Protagonistin, weil sie über beide Ohren verliebt ist - warum kauft sich jemand eigentlich einen Erotik-Roman? Bestimmt nicht, um die überaus gelungenen Landschaftsbeschreibungen zu genießen).
Natürlich freue ich mich, wenn gewisse Gefühle in die Realität übetragen werden können. Klar!
Aber mir geht es auch um mehr. Meine Message ist auch: Redet miteinander! Redet über Gefühle und sagt, was ihr mögt und was nicht. Findet einen gemeinsamen Nenner! Und wenn ihr eurem Partner (ich gendere hier jetzt nicht, aber ihr wisst ja, dass ich beide Seiten meine) entgegenkommt, dann nur aus freien Stücken und nie aus Zwang.
Deshalb ist auch in jeder Szene das Herz dabei, auch wenn es beide gerade mal überaus nötig und keine Zeit fürs Vorspiel haben sollten. - Der Vollmond kann einem schon mal den Kopf verdrehen.

Du hast vollkommen recht: Nur rein mechanisches Beschreiben der Fleischlichkeit kann nicht erstrebenswert sein. Zumal dabei auch wenig im Kopf entsteht. Am wenigsten Empathie für die Protagonisten. Und Gewalt darf dabei sowieso nicht vorkommen. Zumindest nicht in meinem Universum.

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