Dumm gelaufen? Pech gehabt? Selbst schuld? (KI)

Shit in, Shit out.

Das betrifft nicht nur die großen Sprachmodelle (hier KI abgekürzt). Es betrifft natürlich auch die Autoren und die Leser. Wenn man als Leserin hauptsächlich eine Sorte Bücher liest, wird man unter Umständen strunzdumm, wenn es nämlich die falschen sind. Die Leserin bewegt sich in einer Bubble von großgewachsenen Männern mit blauen Augen und definierten Körpern. DAS IST EIN MUSS. Offensichtlich und nicht verhandelbar. Diese Bücher sind nicht alle Shit. Aber in ihrer Masse sind sie es. Das hat nichts damit zu tun, dass man gerne liest, das bedeutet nur, dass man sich gerne das Hirn mit einer klebrigen Masse zukleistern lässt, um nicht denken zu müssen.

Männer haben diese Genres auch, Jack Reacher lässt grüßen. Ich habe seinerzeit mit einem Achillessehnenriss alle Jack-Reacher-Romane gelesen. Ich fand sie gut, aber sie bringen einen nur weiter, mit dem Hintergrund von vielen hundert gelesenen Büchern, die vielen anderen Genres zugerechnet werden. Läse ich nur Reacher, was käme dann aus meinem Hirn? Genau: Shit out. Belesen ist man nur, wenn man mehrere Genres kennt und liest oder gelesen hat. Dazu gehören ein paar Kriegsromane, wichtige Kinderbücher, Liebesromane, ein paar Thriller und Krimis, Fantastik und Science-Fiction und natürlich und vor allem Tragödien. Die Tragödie ist das, was den Menschen von den allermeisten Tieren unterscheidet. Kann sein, dass du nur Happy-Ends liest, doch dann, finde ich, bist du niemand, mit dem man ernsthaft über Literatur diskutieren kann. Dann ist dein Hobby vielleicht Lesen, aber eher im Sinne von Konsum.

Shit in. Wenn ein Hirn von Beginn der Pubertät an mit Romance und New Adult geflutet wird, braucht man nicht erwarten, dass als Erwachsener auf einmal Böll rauskommt. Shit in, Shit out. Eigentlich logisch, wird aber gerne ignoriert. Es muss einem ja nicht alles gefallen, aber man muss es wenigstens KENNEN. Andernfalls? Genau, Shit out. Und wenn man das ewig gleiche Gelesene wieder als Buch ausspeit, kommt das dabei heraus, was die KI-Entlarvungstools als ki-generiert erkennen. Dabei ist es vermutlich gar keine KI gewesen, die das Buch schrieb. Es war die Autorin selbst. Shit out geht auch bei Autoren.

Jeder, dessen Schreibe von einem KI-Tool als ki-generiert markiert wird, sollte sich einmal Gedanken machen, ob er nicht zu viele Regeln und Gepflogenheiten seines Genres verinnerlicht hat. Auch das kann die KI dazu bringen, zu glauben, sie selbst hätte es »geschrieben«. Die großen Sprachmodelle wurden vorwiegend mit Shit gefüttert. Wer glaubt, dass was anderes herauskommt als eben dieser Shit (nur gequirlt), der soll das tun. Gebe ich meine Bücher kapitelweise in die Prüftools, liege das Ergebnis zwischen 97,5 % und 100 % menschlicher Schreiber. Ich schreibe eben nicht das, was alle schreiben. Menschliche Leser finden es auch gut, leider noch viel zu wenige.

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Ehrlich gesagt … das klingt für mich ganz schön nach Feuilleton-Hybris. Ich mag bestimmte Schreibrichtungen auch nicht - sogar wohl die gleichen wie Du - aber sie deshalb als „Shit“ zu bezeichnen geht mir ebenso zu weit, wie die Leser so pauschal abzuqualifizieren. Man muss schon froh sein, über jeden, der überhaupt liest. Und was ist falsch daran, im Lesen Unterhaltung zu suchen? Nur weil man selbst „Cinnamon Flat White mit Hafermilch“ bestellt, sind nicht gleich die Mehrheit aller „Kaffee-schwarz“ Trinker irgendwie Unterschicht.
Und um als 100% menschlich im Prüftool bewertet zu werden, muss man nur genug Rechtschreib- und Grammatikfehler machen. Ich unterstelle das deinen Texten nicht, aber es zeigt, dass anekdotische Evidenz hier nicht funktioniert.

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Gib mir einen Text von dir und ich jage ihn durch die KI-Prüfung. Wollen wir wetten, dass du als KI-Schreiber gebrandmarkt wirst? Oder hast du so eine schlechte Grammatik, dass die KI sagt: Ja, das ist menschlich? Ich weiß gar nicht, was dieses ständige Rumgehacke auf Romance- und New-Adult-Bücher soll. Glaubst du ernsthaft, Thriller oder Krimis seien gehobene Kost? Oder würden weniger als KI-Texte gebrandmarkt? Es gibt in jedem Genre gute und schlechte Autoren. und somit gute und schlechte Texte.

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Gibt er dir nicht. Das Schäfchen hat ja schon oft genug betont, dass es Rachebewertungen fürchtet.
Ich frage mich, ganz allgemein, wie man eine Fangemeinde generieren möchte, wenn man seine Texte - aus welchem Grund auch immer - vor den Lesern versteckt. Ooops, ich habe 2 Gedankenstriche benutzt …

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:innocent: :innocent: :sweat_smile: Da gebe ich dir vollkommen recht…in allen Punkten

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Wie denn? Bei der literarischen Qualität würde das doch auffallen. Außerdem würde bei 200 Fünf-Sterne-Bewertungen eine einzige mit zwei Sternen doch gar nicht ins Gewicht fallen.

@Klonschaf : Ich glaube nach wie vor nicht, dass du bereits etwas veröffentlicht hast. Ich warte außerdem noch auf deine Krimi-Empfehlung zum Osterwochenende.

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Personenunabhängig ist auffällig, dass die scheinbar anspruchsvollsten Kritiker hier doch recht häufig ihre Texte selber nicht zur Kritik stellen.

In einem Autorenforum für mich nicht ganz nachvollziehbar. Gerade bei Teilnehmern, die ja z. T. vehement beharren, dass Kritik hart und ehrlich sein muss und ein Autor das aushalten muss. Wenn dann vielleicht sogar eine Person unter verschiedenen Profilen postet, bin ich völlig mit meinem Latein am Ende.
„Rachepostings“ sind aber ja auch keine Lösung. Sie sind ja nur der zurückgeschickte Ball von Troll Bewertungen. Da „ignoriere“ ich lieber.
Nochmal betont: Personenunabhängig.

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Nein, du hast Minusse genutzt, keine Gedankenstriche, wie den folgenden – ich schreibe extra nicht „zwei Minuszeichen“, denn das deutete auf KI hin. Die Verwendung des falschen Satzzeichens dürfte dich KI-Prüffest machen. :joy:

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Puh! Glück gehabt.

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Also ich bin da anderer Meinung.
Klonschaf hat hier jetzt zwar sehr kontrovers, weil etwas schnoddig gepostet. Aber nicht so sehr pauschalisiert, wie angenommen.
Aufs Wesentliche heruntergebrochen ist ein Funken Wahrheit dabei.
Natürlich mit einer ordentlichen Portion klonschaf.

Und nebenbei denke ich sehr wohl, das es bei einem Verlag veröffentlicht und seine Vita als Autor schützt.
Wenn es mit dem Klarnamen veröffentlicht, ist es für mich nachvollziehbar.
Und ja, mit einer gewissen Anonymität lässt sich viel freier Kritisieren, Reden, Nörgeln, Rumposen, was auch immer.
Trotz alledem ist es die Meinung von klonschaf.
Und eine gewisse Meinungsfreiheit sollte absolut sein.

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Stimmt. DAS ist das Problem.

Stimmt. DAS ist es nicht.

Nicht? Alle, die nur Happy Ends lesen wollen verstehen nichts von Literatur. Das finde ich extrem pauschalisiert.

Ich kenne jemanden, der nur Happy Ends liest, weil die Person im echten Leben genug Drama erlebt hat und erlebt, um so eine kurzweilige Realitätsflucht zu haben.

Belesen ist die Person trotzdem. Weil eben Happy End nicht automatisch „Geschnacksel mit einer Portion Romantik“ bedeutet.

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Jetzt fühle ich mich getroffen.
Aber ich habe mindestens ein gutes Argument: Ich kritisiere meine eigenen Texte mindestens genauso anspruchsvoll und perfektionistisch. Wo ich bei anderen denke - und manchmal auch schreibe - „oh, das war aber echt noch nicht reif für die Veröffentlichung“, da denke ich bei mir selbst eben analog: „oh, das will ich so nicht im Internet veröffentlichen“.

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Diese direkte Art ist, nunja direkt und provokant.
Aber als These durchaus nachvollziehbar.
Nehme ich mich jetzt mal als Beispiel, dann bin ich wohl kaum in der Lage, eine fundierte Expertise über Romantic zu formulieren, ohne tief in die Mogelkiste zu greifen.
Ich lese so etwas nicht, könnte allerdings allgemeines Garn spinnen.

Wie dem auch sei, ich erlaube mir aus der Vielzahl der Beiträge mir Wichtiges abzuschöpfen, vieles andere zu tolerieren und anderes einfach zu ingorieren. Ja ich weiß, das ist nicht die korrekte Schreibweise, nur Ingo weiß, wie’s gemeint ist.

Auf mich trifft das sogar zu. :laughing:
Ich lese zu meiner Unterhaltung, zum Vergnügen.
Wenn ein Buch mir kein Vergnügen bereitet hat, fange ich an zu kritisieren - aber ein Literaturkritiker wollte ich niemals sein.

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Und zu oft sind das die lautesten Kritiker. Das Genre, das Buch, das wasauchimmer nicht lesen, aber am lautesten abwerten und durch den Dreck ziehen. Und die Lesenden gleich mit.

Ich sagte nicht, dass du das tust. Man braucht ja nur die Berichterstattung nach den Buchmessen verfolgen.

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Ich verstehe dich sehr gut. :wink:
Ich muss aber auch zugeben, dass so mancher Beitrag auch Recht amüsant ist, wenn man ihn nicht auf sich münzt.

Ist es, ich blende auch vieles über das System auf.

Aber gerade fliegen auf dem Eis vor mir so oft die Fäuste, das steckt an :wink:

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Gutes Stichwort.

Gegenteilige Ansichten und Meinungen befruchten ein Forum ja.

Nur persönlich sollte es nicht werden (außer im Scherz). Aber das bekommen wir bestimmt prima im Miteinander hin.

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Ich glaube nicht, dass du gemeint warst. Personenunabhängig versteht sich. :wink:

Davon abgesehen, besteht schon ein Unterschied, ob man sagt: „Wer sowas liest ist doof.“ (verkürzte Wiedergabe.) Oder ob man einen Text oder ein Buch kritisiert, z. B. wegen Zuviel „Show“ und zuwenig „Tell“. :thinking: Und dass nur das Lesen von Tragödien den Leser zum Literaten macht, halte ich - vorsichtig ausgedrückt - für eine recht steile These.

Die Sache mit dem KI-frei-Lable halte ich für eine gute, aber gleichwohl kaum durchführbare Idee. Zuerst einmal, weil kaum kontrollierbar. Man müsste ja eine rechtssichere Instanz schaffen, die das kontrolliert. Wer soll das sein? Eine stattliche KI? Denis Schenk? Der Bundestag? Außerdem, bei der Geschwindigkeit, mit der die Politik bisher auf neue Entwicklungen reagiert, ist das Jahrhundert mindestens zur Hälfte um, bis es da eine Regelung geben wird.

Dann bliebe noch die Frage der Grenze: „gar keine KI verwendet“ wird schon jetzt nur noch auf wenige Bücher zutreffen. Mindestens die für Rechtschreibprüfung wird sich KI auf breiter Front durchsetzen. (Wenn das nicht sogar jetzt schon so ist.)

Dann kann man die KI natürlich auch als Sparrringspartner nutzen. Sich mit ihr über Ideen oder Szenen unterhalten, ohne direkt Texte zu übernehmen. Gälte das noch als KI-frei?

Ich könnte auch Ideen aus anderen, mit KI bearbeiteten Projekten in meinen Plot aufnehmen. KI-frei? Andererseits: Merkt ja keiner. Kann auch niemand kontrollieren.

Für die geschilderten Fälle könnte ein KI Lable eher unglücklich sein. Also wird man es dort als Autor nicht einsetzen wollen.

Am Ende werden die Leser entscheiden, ob mit oder ohne Lable. Bücher, die gefallen, werden gelesen (wenn sie denn bekannt genug werden), wenn sie nicht gefallen, dann eben nicht.

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