Drehbuch umschreiben auf Prosa

Da ich auch Drehbücher schreibe und früher jahrzehntelang lektoriert habe: Rechtschreibfehler und „bayrisch ausgeschriebener“ Text waren für mich immer rote Tücher. Einmal beim ersten Auftritt eines Charakters darauf hinweisen, dass die Figur „mit einem starken (nieder-/ober-/Münchner)bayrischen Dialekt“ spricht, und dann die Takes auf hochdeutsch lediglich mit bayrischem „Sprachgefühl“ ausstatten; das wäre meine Empfehlung. Auch wenn das bei einem Buch von 2009 wahrscheinlich als Tipp zu spät kommt.

Das Umwandeln von Drehbuch zu Prosa ist mMn schwerer als andersherum. Ich würde davon abraten, den Drehbuchtext als Fließtext in Papyrus reinzukopieren und nur epische Teile dazwischen zu drücken, denn das liest sich oft sehr mühsam. Das ganze Ding neu denken und komplett neu aufsetzen ergibt mMn mehr Sinn.

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Das Drehbuch habe ich damals für den Bullen von Tölz geschrieben. Ich fühlte mich einfach wohler dabei, es bayerisch einzufärben, den Text direkt auf die Schauspieler zuzuschneiden, fand ich einfach authentischer.

Der Produzent hat mich mehrmals darauf hingewiesen, dass ich Ottfried Fischer (Benno) darauf aufmerksam machen sollte, wenn er zu sehr ins Bayerische abgleitet. Ich habe es bleiben lassen, weil es einfach nicht passte. Ruth Drexel (Resi) konnte das perfekt, das Bayerische „eindeutschen“.

Ich finde es einfach gut, es so zu machen, wenn mir danach ist.

In meinem Buch (Das Gemälde) habe ich ebenfalls Passagen im fränkischen Dialekt eingefärbt.

Als Erster traf der Hausarzt ein.

„Sie is friedli eigschlafn“, flüsterte Emmi ihm zu, während er sich über die Verstorbene beugte. Die Tränen bahnten sich ihren Weg durch die tiefen Falten ihres Gesichts. „Der liebe Gott hat ihr den Wunsch erfüllt, im Schlaf geh’n zu dürf’n. I dank ihm dafür vom ganzen Herz’n, des könnens mir fei glaum, Herr Dockter, werggli.“

Ihre Stimme brach. Der Arzt, ein gebürtiger Westfale, der sich über die Jahre den weichen fränkischen Dialekt angeeignet hatte, legte ihr tröstend den Arm auf die Schulter. „Kommens, setzen’s erna do in den Sessel nei“, sagte er sanft. „I geb erna jetzt a kleins Schpritzerl, dann wirts scho wieder.“

Während Emmi unter der Wirkung der Injektion teilnahmslos in den Sessel sank, schallten Schritte durch das Treppenhaus und kündigten den Notarzt und die Polizei an. Die Wohnung füllte sich.

Annemarie war tot. Dass ihr Ableben ein tragisches Nachspiel haben würde, konnte sie nun nicht mehr verhindern.