Preisgekrönter Autor soll mit KI geschrieben haben
Stand: 24.09.2026 • 14:08 Uhr
Schlammcatchen ist ein ernsthafter Sport.
Zum Thema: Die KI ist da und wir werden sie nie wieder los, selbst wenn die KI-Blase (hoffentlich) platzt.
Freuden wir uns mit dem Gedanken an: Dank KI wird es ein Berufesterben geben und (wir) Autoren sind als erste dran, weil keiner von uns beweisen kann, keine KI benutzt zu haben.
Da die Leserschaft nie mehr weiß, ob das Buch KI oder Handmade ist, werden immer weniger bereit sein Geld für Bücher auszugeben. Jeder Leser kann einer KI ja sagen: Schreibe mir einen Zauberlehrlingsroman über 300 Seiten.
Also Ball flach halten und teetrinken.
Die Frage ist, ob man in Zukunft noch wird beweisen müssen, dass ein Roman ohne KI geschrieben wurde.
Ich denke, die Qualität wird das sein, was zählt.
Wenn jeder von KI einen Roman schreiben lassen kann, werden die die Nase vorn haben, die es ohne können und KI trotzdem nutzen.
Das wird in so ziemlich allen Bereichen so sein.
Nur KI: Das ergibt Einheitsbrei.
Nur vom Menschen gemacht: Wird im Vergleich zur Konkurrenz zu langsam sein.
Dann wird man beides brauchen: Mensch und KI.
Da KI für alle wieder mehr oder weniger gleich ist, entscheidet dann doch der Mensch.
Wenn ich mit KI Brainstorming mache, sind meine eigenen Ideen immer die besseren. Aber die schlechteren Ideen der KI geben mir oft erst einen Anstupser.
Und wenn ich KI mal einen Text zum Verbessern gebe, muss gar kein Teil eines Romans sein, findet die immer ein Haar in der Suppe. Da würde ich nie fertig werden.
Bei dem hier angesprochenen Fall stellt sich ja auch die Frage, ob das politisch motiviert ist. Und so eine Behauptung anonym rauszuhauen ist ja auch nicht gerade der gute Ton.
Ich habe als Beweis immer meine Rohschrift
und diverse Entwicklungsstadien bis zum Finalbuch.
Der Tag kommt, wo ein Nachweis a) nicht mehr erbracht werden kann und b) es den Leuten egal sein wird. Dann haben ‘echte’ Autoren ohnehin verloren. Ich kann nur meine Pace ziehen, gänzlich ohne KI – in keinem einzigen Prozess meines Schreibens. Luxus.
Nur für mich gilt immer die Unschuldsvermutung! Eine Hetzjagd auf vermeintliche KI-Texte empfinde ich menschenverachtend und widerwärtig. Es wird natürlich KI-Texte geben, die nicht so deklariert sind, aber es gibt auch Kunstfälscher und es steht mir nicht zu, bei jedem Maler Verrat zu wittern. Wo es um Geld geht, dort gibt es auch Missbrauch.
Irgendwann wird es KI-sichere Schreibprogramme geben, die dann den gesamten Schreibprozess rechtssicher dokumentieren. In etwas so, wie die Technik, die in Apples neuem iPhone zum Einsatz kommt. Da wird dann ein erstelltes Foto als authentisch und unverfälscht dokumentiert.
Und was machen die, die tatsächlich noch mit Tinte und Füller schreiben? Dass jemand das heutzutage macht, ist zwar unwahrscheinlich, aber dennoch gibt es einige wenige.
Ich finde es furchtbar, mittlerweile alles dokumentieren zu müssen. Demnächst muss ich noch beweisen, wie oft ich in meinem Wohnzimmer Staub wische, damit ich keinen Ärger wegen möglicher Feinstaubbelastung bekomme. Unsachlich, ich weiß. Aber das Thema nervt mich.
Das wäre doch ein neues Buchthema für dich
Stimmt. Allerdings habe ich noch 3 „auf Halde“. 1 ist fertig und wird nur noch final geprüft, 1 ist zu einem Viertel fertig und vom neuen Roman habe ich bisher nur Bruchstücke.
Könnte es aber im Hinterkopf halten: Der Höhenweger Staubwedel schlägt wieder zu! Eine Drama in 2 Akten.
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Ja, schöne neue Welt. Was glaubst du, müssen wir in meinem Brotjob alles nachweisen. Totaler Affenzirkus. Ich arbeite im technischen Support. Wenn Kunden etwas zurückschicken oder zur Reparatur einsenden, muss das Paket beim Öffnen gefilmt werden, damit Kunden nicht behaupten können, die Beschädigung sei durch die Werkstatt bzw. Retourenabteilung entstanden.
Thema KI. Technik wird immer eingeführt ohne die Folgen zu bedenken. Der Mensch lernt in dieser Sache nicht dazu.
Ja, das ist mir klar. Ich habe knapp 20 Jahre lang in der Technik von VF gearbeitet. Aber ein Buch ist eben ein Buch und als Hobbyautor werde ich genau 0% dokumentieren und 100% schreiben.
Ja, wäre mir auch ladde. Außerdem sind meine gesamte Familie und Freundeskreis mittlerweile eingebunden. Die kennen meine Arbeit.
Es hat sich etwas geändert. Früher musste man nachweisen ob man KI nutzte, heute das man keine nutzt.
So gehen halt Hexenjagten. Zuerst kommen die aufs Feuer die wie Hexen aussehen, dann alle anderen.
Ich habe kein Problem damit. Schließlich nutze ich KI.
Mal wieder mein Lieblingsspruch: Die KI nimmt euch nicht den Job weg, sondern Menschen die KI nutzen. Allen anderen empfehle ich ihren Text in Marmorplatten zu meißeln.
Das kann ich bestätigen. Seit vielen Jahren schreibt meine Frau die Handschriften eines Ihrer Kunden ab, der bekannte und weniger bekannte Märchen in die Versform übersetzt. Eine Bad-Doberaner Malerin (Leinwand) ist da auch noch im Spiel. Letzten Endes mache ich seine Bücher druckfertig (Druckvorstufe).
Übrigens: Auf dem Cover meines Papyrus-Layoutbuchs ist eine Doppelseite zu sehen.
Sehr wahrscheinlich ist da auch eine ordentliche Portion Neid mit im Spiel.
Der Debütroman eines jungen Autors schlägt ein wie eine Bombe und wird mit Lob überhäuft – was liegt näher, als erstmal zu behaupten, dass da nicht alles mit rechten Dingen zugegangen wäre?
Als ‚Nachweis‘ wurden Textstellen in einen KI-Detektor gefüttert und ein „100% KI-generiert“ bescheinigt.
Toll, diese Dinger sind ja auch so unglaublich zuverlässig. Ich habs mit manchen Textstellen auch schon auf 100% KI geschafft, bei denen absolut keine KI im Spiel gewesen ist.
Dazu sagt auch noch jeder dieser Detektoren was anderes.
Eigentlich müsste man das nicht weiter ernst nehmen, wenn es nicht so rufschädigend wäre. Auf diese Weise können ganze Karrieren zerstört werden.
Mal davon abgesehen wäre es auch eine immense Leistung, eine KI so zu prompten, dass sie einen Roman ausspuckt, der von den Kritikern mit Preisen überhäuft werden würde.
Ich nutze KI bei Sätzen, die sich falsch anfühlen, ohne dass ich sagen könnte, warum. Oft war das klärend. Bei diversen Einfällen habe ich gefragt, ob sie historisch plausibel sind, z.B. Schandesel (im 17. Jahrhundert).
Verstörend ist, wenn gleich Verbesserungsvorschläge für Sätze kommen. Manche sind brauchbar, sogar deutlich besser, hebeln mich aber aus meinem Rhythmus, meiner Sprache. Da ich den Text schon noch selbst schreiben möchte, kämpfe ich um eigene Lösungen.
Fazit: Für Recherchen oder Synonyme ist die KI ein brauchbares Instrument. Für den Schreibprozess ziehe ich persönlichen Austausch vor.
Interessant finde ich, wie selten eine Beweispflicht verlangt wird. Es steht ja sogar im ersten Absatz bereits:
Zeitungen, Radiostationen und TV-Sender berichten über eine Enthüllung, die längst nicht bewiesen ist. Doch der Vorwurf steht im Raum:
Nicht bewiesene Enthüllung, Vorwurf, KI-Detektor-Programm.
Ansonsten finde ich es schon bemerkenswert, wie sehr sich das Blatt in wenigen Jahren gewendet hat. Bei uns in der Arbeit fanden es einige Mitbewerber schick, auf ihre Aussendungen “Mithilfe von KI erstellt” anzubringen.
Die Message war: “Wir sind modern und gehen mit der Zeit.” Die Kunden haben verstanden: “Ihr verlangt den vollen Preis, obwohl ihr nicht mehr alles selbst macht.” Arbeitsrechtlich wird gerade diskutiert, inwieweit die Verwendung von KI ein Betrug am Arbeitgeber ist, wenn man ihn nicht offenlegt (quasi Vortäuschung nicht erbrachter Leistung).
So kann man das auch am Schreiben sehen. Demnächst wird sich wohl kaum noch jemanden finden, der nicht Mithilfe von KI ein Buch erstellt (außer vielleicht @Suse
). Wenn aber Fitzek draufsteht, geschrieben hat es aber die Fitzek-KI, wird sich der Leser verarscht vorkommen. Momentan. Die Generation, die jetzt noch nicht lesen gelernt hat, wird es hingegen schwer haben, dem Slop auszukommen. Und vielleicht wird sie auch bewusst danach greifen, weil es das ist, was sie gewohnt sein wird.
Ist ja wie beim Essen. Es schmeckt, was man kennt.
Möglicherweise findet sich noch jemand … Ich gebe die Hoffnung nicht auf. ![]()