Die Raben Mutter

Minna steht in der Küche, die Arme in die Hüften gestemmt und keucht vor Wut: „Bist Du denn jetzt ganz verrückt Wieso wirfst Du jetzt den Topf mit dem Gemüse auf den Boden“? Sie brüllt, dass es drei Häuser weiter zu hören ist.
Der kleine, siebenjährige Michl, steht zitternd da und schaut seine Mutter entgeistert an: „Der Topf ist mir aus den Händen gerutscht. Bitte Mama, nicht böse sein, ich habe das nicht extra gemacht“.
„Lüg mich bloß nicht an, sonst bekommst Du noch eine Ohrfeige, dass Du die Engel singen hörst, Du Ausgeburt“.
Sie ging auf den schlotternden Michl zu; der noch dazu vor Angst, in die Hose gepinkelt hatte und verabreichte ihm eine schallende Ohrfeige. Werde ja nicht frech Bürschchen.
Michl hielt seine brennende Wange fest. Nein weinen würde er nun nicht. Den Gefallen würde er dieser Mutter nicht tun.
„Geh und hol Dir einen Eimer und einen Putzlappen und wische das sofort auf, sonst fängst Du noch eine“!
Er gab keine Antwort mehr und trottete los, Eimer und Putzlappen zu holen. Dabei schwor er sich: das, dieser ungnädigen Frau, die seine Mutter war; heim zu zahlen, wenn er einmal größer sein würde.
Weil das so war, hatte er auch in der Schule keine Freunde und wurde auch da gemoppt. Konnte aber zuhause darüber nicht klagen, denn er würde nur zusätzliche Schläge bekommen.
Ja, später einmal, würde er sich für all das erlittene Unrecht, ordentlich rächen. Doch dazu kam es nicht mehr, denn mit vierzehn schloss er Freundschaft mit dem Rauschgift und Gleichgesinnten. Er richtete sich selbst zu Grunde und hatte keinen Gedanken mehr an irgendwelche anderen Leute, Das Leben rauschte so an ihm vorbei, ohne dass er wirklich daran teil nahm.

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Ich möchte hier noch anmerken: "Ich hatte eine sehr gute Mutter, die viel mit uns sang und spielte.
Hatte aber eine Klassenkameradin, die mit 9 einen Suizid beging, weil es bei ihr zuhause nicht so nett war. Unter Anderem zu lesen in meinem Buch „Wies war“, Kindheitserinnerungen… Krieg, Evakuierung, nach Berchtesgaden, etc.

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Eigentlich hätte diese Geschichte, der des Alchemisten vorgesetzt werden sollen. Denn ich wollte damit aufzeigen, wodurch ein junger Mensch, so kaputt geht.