Dickes Fell

Hallihallo,

mein erster Beitrag in der Community (Vorstellung und Leseprobe) wurde mit viel Feedback beantwortet. Danke dafür. Ich wusste, dass ich hier an der richtigen Stelle bin :slight_smile:

Je mehr Feedback und Kritik kam, umso häufiger bin ich in meinen Antworten in eine Abwehrhaltung gefallen. Ich habe versucht, mich zu rechtfertigen und Dinge klarzustellen, aber immer weniger auf den eigentlichen Inhalt der Kritik geachtet.

Ging es euch bei euren Anfängen auch so? Hat jemand Tipps, um ein dickes Fell wachsen zu lassen (wird ja auch immer kälter draußen)?. Hat jemand Lust von seiner Erfahrung zu berichten?

Es wäre schön zu lesen, dass es nicht nur mir so geht :smiley:

Liebe Grüße,

Jenny

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Ich hab es mir relativ schnell zur Regel gemacht, bei Feedbacks von Testlesern deren Meinung eine Woche lang wirken zu lassen.

Tatsächlich hat man sofort einen Ablehnreflex. Nach ein paar Tagen bekommt man dann Verständnis für die andere Ansicht. Meistens sagt man sich dann aber, dass es sich nicht lohnt, darauf einzugehen und etwas zu ändern. Und nach einer Woche ändert man es dann einfach so.

Man braucht halt einfach Zeit, bis Kritik wirklich ankommt. Allerdings haben auch nicht alle Testleser recht mit dem, was sie schreiben. Aber auch das entwickelt sich im Lauf einer Woche.

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Hi, du hast dir eigentlich schon selbst die Antwort gegeben, weil du erkannt hast, wie du auf Kritik reagierst.

Das ist in meinen Augen der Kern der Sache. Sobald du merkst, dass du auf die Rechtfertigungsschiene abeutschst, sage dir selbst Stopp! und konzentriere dich auf den Kern der Kritik.

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Die Dauer dürfte bei jedem unterschiedlich sein. Aber im Grunde genommen hast du recht. Ruhen lassen ist immer gut. Bloß nicht in Hektik verfallen. Dann läuft man Gefahr, schnell zu denken, es wäre alles kompletter Mist, was man so schreibt.

Hallo, Jenny,
ich finde, Zeit ist ein gutes Mittel. Vor einer Reaktion erstmal drüber schlafen. Manches empfindet man etwas anders mit etwas Abstand.

Mein erster Freund hat mir, als wir Teenager waren, Wutzettel geschenkt. Das hatte nichts mit dem Schreiben zu tun. Ich glaube, er hatte die irgendwo gesehen und fand sie witzig.
Darauf stand:
WUTZETTEL
Bei einem Wutanfall zusammenknüllen und in die Ecke werfen.

Das schadet niemandem. Man kann auch einen weichen Ball nehmen. Am besten einen, den man so richtig schön knautschen kann.

Immer daran denken: Es ist dein Text. Niemand zwingt dich, die Kritik auch umzusetzen. Betrachte sie als hilfreiche Sicht aus einer anderen Perspektive, die dir vermitteln kann, wie dein Text auf andere wirkt.
Dann kannst du mit etwas Abstand nüchtern abschätzen, ob du diese Wirkung tatsächlich erzielen wolltest oder nicht.

Eigentlich gibt es beim Schreiben kein Richtig oder Falsch. Es gibt eine Botschaft, die ein Autor vermitteln möchte. Und es gibt Empfänger, die Leser.
Jetzt kommt es darauf an, diese Botschaft so zu verpacken, dass ein Leser möglichst lange dranbleibt. Am besten bis zum Ende der Geschichte.

Und seit der Antike haben Menschen sich Gedanken darüber gemacht, mit welchen Mitteln man erreichen kann, dass die Leser möglichst lange bei einer Geschichte bleiben.
Aristoteles hat in seiner Poetik schon darüber geschrieben, was für Tricks und Kniffe man anwenden kann, um dieses Ziel zu erreichen. Und im Laufe der Jahrhunderte hat man festgestellt, dass Bücher, die von vielen Menschen gerne gelesen werden, ähnliche Mittel verwenden, um ihre potenziellen Leser in ihren Bann zu ziehen.

Deshalb kann man sagen, dass bestimmte Arten, eine Geschichte zu erzählen, die Leser eher abschrecken oder eher fesseln. Natürlich kann das von Person zu Person immer noch etwas unterschiedlich sein. Aber im Großen und Ganzen funktioniert die abendländische Literatur nach einem gewissen Schema.

Dann ist auch die Frage nach deinem Ziel wichtig: Möchtest du möglichst viele Leser haben, die deine Bücher kaufen? Dann solltest du diese „Regeln“, die sich im Laufe der Jahrhunderte herauskristallisiert haben, möglichst einhalten.
Wobei nicht immer sicher ist, dass einem das auch gelingt, selbst wenn man sie kennt.

Ich habe vor Jahren mal ein „Schnupperlektorat“ bezahlt. Da durfte ich für einen gewissen Geldbetrag die ersten 50 Seiten meines Romans an einen Lektor schicken, der mir dann eine Rückmeldung gegeben hat.

Es hat mich sehr gewundert, dass er das Wort „Plantage“ gestolpert ist. Er meinte, die Leser würden das mit den Plantagen in den nordamerikanischen Südstaaten im 19. Jahrhundert gleichsetzen.
Vielleicht ging es ihm so. Aber bestimmt nicht allen Lesern. Schließlich ist eine Plantage erst einmal nichts anderes als eine große Fläche, auf der etwas angebaut wird. Baumwolle, zum Beispiel. Aber das muss nicht sein.
Auch Kakao, Kaffee oder Bananen werden auf Plantagen angebaut. Deshalb habe ich diese Kritik nicht umgesetzt und den Begriff nicht geändert.
Man muss also nicht jede Kritik annehmen, auch nicht von einem Profi.

Aber wenn sich ähnliche Kritik von unterschiedlichen Lesern häuft, wenn Leser an derselben Stelle aus dem Text geworfen werden, würde ich mir diese Stellen genauer anschauen.

Ich würde auch schauen, wie die Kritik begründet wird.
Ein einfaches „Gefällt mir irgendwie nicht“ finde ich schwieriger zu akzeptieren als eine begründete Kritik.

Aber letzten Endes kann dir niemand etwas vorschreiben. Du darfst entscheiden, was du mit deinem Text machst.
Natürlich musst du auch die Konsequenzen tragen. Wenn ihn später niemand lesen will, ist dir auch nicht geholfen. Deshalb kann es nicht schaden, die entsprechenden Textstellen nach einer angemessenen Pause noch einmal genau anzuschauen.

Manchmal hilft es auch, die Stelle entsprechend der Kritik umzuschreiben und dann die Wirkungen beider Fassungen zu vergleichen.

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Nicht nur das. Ich hab bei mir auch beobachtet, dass ich manche berechtigte Kritik dann auch abwehre und nicht an mich heranlasse.

Allerdings gibts auch Leute, die Kritik sehr undiplomatisch äußern. Und es gibt auch Leute, die gern nach „Fehlern“ suchen. Denen geht es weniger darum, dir zu helfen, einen guten Text abzuliefern, sondern dir nur aufzuzählen, was du ihrer Ansicht nach falsch machst. Das kann sehr stressig sein. :slight_smile:

Am liebsten sind mir immer diejenigen, die auch mal anmerken, wenn ihnen etwas ganz besonders gut gefallen hat. Wenn die dann Kritik äußern, fällt mir der Umgang damit leichter – und auch die Überlegung, dass die Kritik berechtigt sein könnte.

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Ich denke, das ist eine normale menschliche Reaktion, vor allem, weil ein Text, egal ob jetzt im Buchumfang oder in einer Kurzgeschichte, ja immer etwas Besonderes für einen Autor ist. Wenn dann Leute hinkommen und sagen: „Das hast du nicht gut geschrieben.“ Das kannst du verbessern. Der Plot ist nicht gut oder was auch immer. Muss man das natürlich erst mal verdauen. Andererseits bringt Kritik dich ja voran. Du verbesserst dadurch deinen Text und entwickelst dich weiter. Von daher ist Kritik im eigentlichen Sinne erst mal positiv, aber man muss eben lernen, damit umzugehen.

Andererseits gibt es aber auch Leute, die versuchen, dir ihren eigenen Schreibstil überzustülpen oder auch Dinge kritisieren, die einfach Geschmackssache sind. Man muss das schon überprüfen: differenziert gucken: Was ist für mich sinnvoll, was kann ich gebrauchen und was nicht.

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Hey Jenny,

ich bin überrascht, dass Du das so empfunden hast. Ich habe nicht mehr jeden einzelnen Beitrag unter Deinem Thread im Kopf, aber ich glaube mich zu erinnern, dass Deine Leseprobe sehr gut ankam. Viele Mitglieder der Community haben sogar betont, wie gut und flüssig sich Dein Stil liest. Das ist ein großes Kompliment. Unter anderem ich selbst habe das geschrieben und es so gemeint. Glaub mir, die Kritiken unter anderen Leseproben sehen teilweise ganz anders aus.

Die Kurzgeschichte, die ich hier anfangs gepostet hatte, wurde zum Beispiel hart kritisiert (es kam auch Lob, aber hauptsächlich erntete ich Kritik). Harte, ehrliche und verdammt hilfreiche Kritik, sollte ich hinzufügen. Unhöflich war niemand, aber zimperlich eben auch nicht. Da standen mehrfach Kommentare darunter in der Art: „Ich hätte nicht weitergelesen, weil …“ und dann kam nicht etwa, dass das am Genre liegen würde. Nein, das Problem war schon der Stil. Mein Geschreibsel war nicht gut genug.
Trotzdem hat die Community die Geschichte gelesen. Ich finde, das zeugt von Respekt. Es zeigt, dass den Leuten zwar mein Text nicht gefallen hat, aber sie trotzdem bereit waren, Zeit und Mühe zu investieren. Nur, um mir zu helfen. Sie haben Kritik formuliert und Tipps gegeben, nur, dass ich mich verbessern konnte. Und die Community hat mir geholfen, sehr sogar.

Du wirst hier auch nur sehr selten eine Antwort unter einer Leseprobe finden, in der ungefähr steht „alles perfekt, mach weiter so“. Einfach, weil es Dich nicht weiterbringt. Natürlich freut man sich als Autor über Lob, aber selbst Profis lassen Ihre Texte lektorieren und korrigieren. Selbst Lektoren haben für ihre eigenen Texte andere Lektoren und/oder Testleser. Um Kritik zu ernten. Um an ihrer Geschichte zu feilen. Auch erfolgreiche, mehrfach veröffentlichte Schriftsteller haben stärkere und schwächere Bücher geschrieben. Soll heißen: Es gibt eigentlich immer etwas, das man verbessern kann. Und das bekommst Du hier ziemlich zuverlässig gesagt. Das ist nicht immer einfach zu schlucken, die eigenen Texte sind immerhin etwas sehr Persönliches. Aber fünf Antworten à la „wow, du schreibst unglaublich gut“ helfen nicht weiter.

Man muss einfach genau hinschauen und sich bei den einzelnen Kritikpunkten überlegen, was für den eigenen Stil und die Geschichte Sinn macht und was nicht. Von einem Actionthriller erwartet man völlig zu Recht etwas anderes, als von einem Liebesroman.
Möchte man einen romantischen Liebesroman schreiben, kann es dem Autor komplett egal sein, wenn jemand bemängelt, dass es keine Actionszenen gibt, um mal ein ganz krasses Beispiel zu nennen. Es ist völlig Latte, ob Arletta als Horror- oder Krimifan den Liebesroman langweilig findet. Der Roman muss andere Leser überzeugen. Kritisiert allerdings jemand „die Gefühle kommen nicht gut rüber“ sollte unser Romanceautor zumindest über die Szene nachdenken.
Zu unterscheiden, was relevant und was eher nicht relevant ist, ist selten so einfach wie in meinem Beispiel. Es lohnt sich, in Ruhe darüber nachzudenken.

Liebe Grüße,
Arletta

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Egal wie toll man schreibt, es wird sich immer jemand finden, der es furchtbar findet. Menschen sind verschieden, Geschmäcker noch verschiedener und man kann es niemals allen recht machen. Als Autor muss man sich daran gewöhnen, vielleicht hilft es, wenn man sich sagt, dass wir ausnahmslos alle damit klarkommen müssen.

Der Wunsch, sich auf eine Kritik am eigenen Werk zu rechtfertigen, impliziert für mich irgendwie, dass Kritik als Angriff wahrgenommen wird.

Sich zu rechtfertigen ist aber weder nötig noch sinnvoll, man versucht damit lediglich, den Kritiker von seiner Meinung abzubringen, indem man irgendwelche Erklärungen nachreicht.
Schön und gut, aber wenn ich ein Buch lese, habe ich den Autor auch nicht in greifbarer Nähe, der mir mögliche Missverständnisse ausräumen könnte.

Kritik zeigt einem Autor, hey, so kann man die Sache auch sehen. Sehr oft bringt sie Sichtweisen, auf die man selbst nie gekommen wäre, zeigt Fehler auf, die man schlicht übersehen hat. Niemand verlangt, dass man sich der Meinung des Kritikers anschließt

Sehe ich genauso.

Eine ausführlich begründete Kritik ist etwas unheimlich Wertvolles, kaum etwas anderes bringt die eigene Schreibe weiter voran als sie.
Und sie ist etwas, worin jemand unentgeltlich viel Zeit und Mühe investiert hat, um einem ein Stück weiterzuhelfen.

Sieh es bei der nächsten Kritik einfach so, dass da jemand deinen Text interessant und vielversprechend genug fand, um sich näher damit zu beschäftigen und dir alle Punkte aufzuschreiben, die ihm aufgefallen sind.

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Ah, und was Du hier wirklich gewinnst, eröffnet sich erst nach und nach. Die Community ist super hilfsbereit. Hilfsbereiter vielleicht, als Du Dir anfangs vorstellen kannst. Wenn Du eine konkrete Frage hast, zum Programm oder zum Handwerk Schreiben, wirst Du erstaunt sein, wie viel Unterstützung Du wirklich erhältst.

Ich war echt beeindruckt von der Hilfsbereitschaft hier.
Mitglieder haben mir ihre eigenen Exposés als Beispiele zur Verfügung gestellt, inklusive Geschichte dazu, weil ich ein solches nie zuvor gesehen hatte. Du kannst Hilfe bei der Erstellung eines Buchcovers bekommen, beim Klappentext, Testleser finden, die sich im Genre auskennen und so weiter. Wenn Du konkrete Fragen hast und Dich an ein Mitglied wendest, bekommst Du fast immer eine sehr hilfreiche Antwort. Oft über das hinaus, was Du eigentlich gefragt hast. Man hat mir wegen einer stilistischen Frage eigene Rohfassungen von Texten geschickt, und anhand derer meine Frage beantwortet, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Wir versuchen uns wirklich gegenseitig zu helfen. Vielleicht dauert es anfangs etwas, bis einem das bewusst wird. Lass Dich nicht entmutigen.

Edit: Viele lesen hier still mit. Du bekommst bei konkreten Fragen oft Antworten und Hilfsangebote per PN mit denen Du vielleicht gar nicht gerechnet hast.

10 „Gefällt mir“

Du brauchst dir kein dickeres Fell zuzulegen, um mit Kritik leichter umgehen zu können. Wir alle sind unter dem Fell nämlich dünnhäutig. Letztlich hilft nur deine eigene Fähigkeit zur Selbstkritik. Sie leitet dich durch jedweden Kommentar von außen, lernt Dinge anzunehmen, die dir vielleicht selbst schon nicht perfekt zusagten, aber sie lässt dich auch bei ungerechtfertigter negativer Kritik über den Dingen stehen, wenn du es für dich begründen kannst. Dein Text – deine Entscheidung. Manchmal schützt sie dich auch am Ende davor, von der Erde abzuheben, wenn du zu viel hörst von dem, was du hören willst. :wink:

Denk dran: Das Forum meint es in der Regel gut mit dir, doch du willst dein Buch in die anonyme Welt entlassen. Die Windstärke da draußen ist weit größer. Also, nur Mut!

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Ja, ganz genau

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Ich denke, das beschreibt in wenigen Worten worauf es ankommt.

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Ich bin nicht sonderlich kritikfähig. Ich gebe zwar nicht unbedingt hart Kontra, aber es nagt an meiner Selbstsicherheit, wenn jemand meinen Text durch den Kakao ziehen würde. Deshalb werde ich schon nervös bei dem Gedanken, wenn ein Verlagslektor meinen Text auf links drehen würde. Trotzdem habe ich meine „Testleser“ bei denen die Chemie „zwischen uns“ stimmt. Vertraute Leute seit Jahrzehnten. Denen nehme ich Kritik nicht übel - ganz im Gegenteil, ich brauche sie als schmerzhaften Daumen, um die Bücher noch besser zu machen.

Du brauchst ‚Feedback‘, um einen Eindruck zu deinen Schreibfähigkeiten zu gewinnen. Gleichzeitig hat jeder hier ‚seinen eigenen Stil‘. Wenn ich jemanden Tipps gebe, benenne ich ganz klar ’
So wie du das machst, kann es in Ordnung sein → wenn du A-B-C beachtest, wird es vielleicht noch packender’ (Was wiederum nur meine Sicht darstellt.)

Beispiel sind z.b Dialoge. Manche neigen zu Monologen:
„Sollten wir mit den 25 MW Plasmaschneider die Tür auftrennen? Ich habe gehört, der Akku hält nur 15 Minuten bei Dauerlast, sodass er genau in dem Moment versagen könnte, wo wir ihn benötigen!“
„Keine Sorge, fange am besten sofort an! immer schon die Scharniere durchtrennen und denke daran, dass draußen ein Vakuum herrscht, bereite dich also auf die explosive Dekompression vor, du weißt schon …“

Oder:

„Jay, die Tür! Nimm deinen dreckigen Hände aus den Taschen und brenn die Scharniere der Tür weg!“
„Boss?“
„Mit Plasmaschneider! Und wenn du dir deine Finger wegkokelst, gibt es keine Neuen!“

Beides kann ok sein. Wer z.b HardSciFi schreibt liebt es in kleinen Einschüben ‚Infodump mit Salzstreuer über den Text zu verteilen‘, wer auf Aktion schreibt, wird sich eher dynamischer fassen.
Manche schaffen den Spagat von einem dazwischen.

Trotzdem gibt es auch Texte, die sich nicht gut lesen. Da hilft es, sich damit zu beschäftigen, warum das so ist. Meist hat es mit fehlender Spannung zu tun, flachen oder keinen Sprachbildern oder Dialogen, deren Zweck in der Handlung ein Fragezeichen ist.

Fred steuert auf einer geraden Landstraße den Wagen mit niedriger Geschwindigkeit.
"Sag mal, Fred … "
„Ja?“
„Was hast du heute zum Frühstück gegessen?“
„Es gab Toast.“
„Schön!“
„Und sonst so? Was machst du am Wochenende?“
„Hm. Zocken denke ich.“
:wink:
(Geht das jetzt so weiter, verliert man den Leser wahrscheinlich :stuck_out_tongue: Also ab hier ein:)
„Sag mal, Fred …“
„Was denn?“
„Ist das ein rostiger, gelber Truck, der uns da verfolgt?“ (Und hier Einblendung „Duell“ von Steven Spielberg )

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Toller Film! Genau genommen passiert nichts und dennoch habe ich mir (vor Äonen) die Nägel bis zum Fleisch abgekaut vor Spannung. Ob das Feeling heute noch genau so wäre? Man wird so abgebrüht! :thinking:

2 „Gefällt mir“

Waaaaas? :astonished_face: Das ist Horror pur! Unbekannter gnadenloser Verfolger in gruseligem Truck… (Natürlich aus der Feder des brillianten Richard Matheson)

Und nebenbei noch etwas ‘Michels-Horror-Ballastwissen’: Joe Hill & S. King haben eine Story dazu als Hommage geschrieben (“Throttle”), die eine Biker-Bande auf den Trucker treffen lässt.

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Aber es passiert wirklich nichts.

Ich habe nicht gesagt, es sei kein Horror (ganz im Gegenteil!), aber außer genau deiner Beschreibung, geschieht nichts. Die Hill/King-Version kenne ich als Graphic Novel.

Edit: Und wäre es nicht so exorbitant teuer, hätte ich mir vor Jahren beinahe ein Modell des Peterbilt 281 zugelegt. :sweat_smile:

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Reden wir von dem selben Film? 90 Minuten Verfolgung, Bedrohung, Hetzjagd auf dem Highway, Suspense an der Raststätte, Finale an der Klippe?

Ich will da nicht streiten, aber das ist so als würde man sagen bei Moby Dick passiert ja nix. Halt Männer, die fischen gehen.

Alles gut, aber ich fand die Dynamik damals atemberaubend. Vielleicht zeigt es ja auch nur, wie verschieden wir Dinge wahrnehmen /erleben.

Comicadaption (Road rage) ist übrigens mega. Auch stilistisch. Brrrr.

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Ich war maßlos enttäuscht. Von Moby Dick bin ich nach wie vor begeistert.