Dem Leser vertrauen ... aber wie?

In Star Trek stand in den Neunzigern in den Drehbüchern immer wieder das Wort „Tech“. Später kamen dann einige Spezialisten und füllten diese Platzhalter mit Unsinn wie „wir müssen die Delicium-Matrix neu kalibrieren“. Ist aber zugegebenermaßen eine Fernsehserie.

Nehmen wir aber zum Beispiel Hornblower. Da sind jede Menge Segelbegriffe drin. Und … ähem … mein eigenes Buch.

Verstehst du den folgenden Text? Warum er nach Achtern rennt und auf die Fock deutet, weil er eine Wende nach Backbord machen will? Und warum fragt sich Tana, ob er nicht der Skipper ist? Stört es dich, dass du ohne Segelerfahrung einige der Begriffe nicht verstehst? Du könntest sie ja nachschlagen – geht ja heute ganz schnell. Wichtig an diesem Text ist doch: Es geschieht gerade irgendetwas Sonderbares. Und das Segelzeug klingt irgendwie authentisch. So würde es mir auch mit deinem Eishockeyzeug gehen. Eishockey interessiert mich nicht, aber wenns intelligent klingt, kann ich trotzdem eine Eishockeyerfahrung mitnehmen, auch wenn es für mich nur Kauderwelsch ist.

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Ich selbst habe bisher nur Querverweise benutzt, habe aber schon öfter Bücher mit Fußnoten gelesen.
Eine Autorin präpariert ihre Bücher auf die Art mit markigen Sprüchen und Kinkerlitzchen.

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Interessant. Kann ich mir beim E-Book irgendwie nicht vorstellen, aber das ist hier ja auch nicht das Thema. :innocent:
Vielleicht macht sich unser @Nachtfalke zum jetzigen Zeitpunkt einfach zu viele Gedanken.

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Ich mach mir IMMER zuviele Gedanken. Ich höre immer wieder „denk weniger und hab mehr Spaß“ und wahrscheinlich stimmt das auch. Aber ich bin nunmal wie ich bin.

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Wenn ich ein Buch über Eishockey oder Golf oder Fußball lese, dann erwarte ich, dass auch die Fachbegriffe kommen, die oft auch schon einmal gehört habe oder intuitiv verstehe, weil mich das Thema interessiert. So ist das bei deinem Buch auch. Ich schätze, dass 90% deiner Leser sich auch für Eishockey interessieren und dich nur zu gut verstehen werden. Also schreib so wie du es beschreiben würdest und gibt es einigen Testlesern, die sagen dir dann was sie nicht verstehen und das kannst du anpassen. Vereinfache aber keinesfalls Fachberiffe, damit wirst du unglaubwürdig. Nur Mut, das klappt schon.

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Wer ist deine Zielgruppe?

Wenn es um Beteiligte am Sport selbst geht, dann lassen die sich von Fachbegriffen nicht abschrecken, im Gegenteil.

Wenn es um Fans des Sports geht, die schon/noch/nur Probleme mit dem Regelwerk haben, verstehen sie einen Großteil, und sehen entweder über den Rest hinweg, können ihn sich aus dem Zusammenhang erklären oder wissen, wen sie fragen können (und wenn es eine Suchmaschine sei).

Wenn es aber - überspitzt gesagt - einfach die (Möchtegern-)Puckbunnies sind (egal welchen Genders), die alles mit Eishockey lesen, weil HR gerade viral geht, dann interessieren die sich eher weniger für die Fachbegriffe, sondern wollen mehr von allem anderen. (Ich hatte so jemanden beim letzten Heimspiel neben mir sitzen und es war grauenhaft, das reicht für einen Horrorroman.)

Mach es von der Zielgruppe abhängig. Deine Testlesenden sollten die ja wiedergeben, daher passt auch der Hinweis von @_Corinna sehr gut, auf deren Feedback zu warten.