Brokk und der Brunnen - eine unfertige Kurzgeschichte

Längst noch nicht fertig (auch für eine Kurzgeschichte nicht), aber dennoch brauche ich einfach mal Kritik, ich bin totaler Neuling, was das Schreiben angeht…

Einen Schlag nach dem anderen hieb Brokk auf den Fels ein – kein Zögern, kein Warten. Der Schweiß lief ihm in Strömen, obwohl der Atem bereits leicht zu kondensieren begann. Beim Gedanken an draußen überkam ihn ein Frösteln. Es würde nicht mehr lange dauern, bis der Frost sich festbeißt. Und das bedeutet wieder Tote – nicht, weil es sein muss, sondern, weil es bequemer ist, als sich zu kümmern. Morgen würde er wieder nicht dazu kommen – die sechs Tage, die er jede Woche 16 Stunden lang schuften musste für jemanden, der seine Arbeit eh nicht zu schätzen wusste, trieben ihn jetzt schon an, noch härter zuzuschlagen. Den Fels wollte er unbedingt heute noch wegbekommen, deshalb ließ er wieder dem stumpfen Klang der Spitzhacke mehrfache Echos folgen. Er wollte, nein, er würde es schaffen. Schutz für diejenigen, um die sich niemand kümmerte – vielleicht sogar Wasser und ein wenig Nahrung für die Zukunft. Sein Clanchef würde wohl bald das Zeitliche segnen: Axt und Schild standen bereit, lange schaute er sich diesen Irrsinn nicht mehr an. Es war keine Unfähigkeit, der könnte er mit Verständnis, vielleicht mit Hilfe begegnen. Aber was Higge tat, war maximal unzwergisch im Verhalten, und dafür würde er büßen. Nicht heute, nicht morgen, aber bald. Jetzt war erst einmal der Brunnen samt des Schutzwalls dran. Einen Schlag nach dem anderen, in einem Rhythmus, dem keine Trommel, weder groß und dumpf noch klein und hell, folgen konnte. Schlag auf Schlag folgte, keine Pausen, kein Erholen. Wieder einen Zentimeter tiefer gekommen, musste er doch innerhalten: Der Schweiß lief ihm nicht mehr nur in die Augen, er musste bereits Bart zum fünften Mal heute seinen Bart auswringen, damit das Wasser ihn nicht störte. So viel gab es noch zu tun - das Loch war gerade einmal einen Meter tief, sieben weitere sollten noch überwunden werden. Zwei Wochen würde er mindestens beschäftigt sein, wenn er so weitermachte.
Griml, ein Strich in der Landschaft mit immer knurrendem Magen, kam durch das Loch in der Decke, welches den Eingang zur Treppe zeigte, näher. „Was machst du da, wozu so ein blödes Loch? Sollen wir stolpern oder sogar hineinfallen?“ Natürlich sollten sie es nicht, es sollte ihnen die Chance geben, zu überleben. Etwas störte Brokk, und dieses elbische Geschwätz, wie Griml es gerade von sich gab, war es nicht. Er schuftete und war froh, etwas zu schaffen, aber nicht einmal diejenigen, denen er half, wussten es zu schätzen. „Lästere nicht so viel und pack mit an, schaff die Steine nach da oben.“, bekam Griml zur Antwort. Es wäre so einfach, mit einer zweiten oder gar dritten Spitzhacke Hilfe zu erhalten, doch wen sollte er dafür verhungern lassen? Griml? Vielleicht Jumli? Oder seine Schwester, der er verdankte, mit der Spitzhacke effektiv umgehen zu können? Nein, das war alles keine Option, der Stein muss einfach weg. Wenn der Brunnen da ist, die Wand ein wenig von der Kälte schützt, kann es aufwärts gehen. Schlag um Schlag arbeitete er weiter, das Loch fünf Meter breit, damit er eine steinerne Treppe in den Rand hauen konnte, dazu ein paar Löcher, die er mit Erde und Pilzen bewachsen lassen wollte. Wenn das fertig ist, wird Higge sterben. Nur die Wut nicht zu Hass werden lassen, denn Hass hat keine Richtung, kein Ziel außer Zerstörung. Für eine kurze Pause ging er nach oben. Aber eine Pause? Nein, dafür war keine Zeit. Er schaute, wie die hochgebrachten Steine angeordnet waren – so würden sie doch nur zusammenkrachen. Er schnappte sich Griml und fragte, ob er wirklich sterben wolle. Dann zeigte er ihm, dass die Steinstapel den Eingang nicht blockieren, aber verbergen sollten. Durch geschicktes Platzieren und dezente Stabilisierungsstrukturen sah der Stein aus, als wäre der Eingang verschüttet – und mit ein paar kleinen Stabilisierungstechniken würde es ein wunderbarer, versteckter Eingang werden, den niemand, der den Stein nicht zu lesen vermochte, jemals finden könnte.
Dieser Moment ließ Brokk durchatmen. Er sah, dass es gut war, machte aber den Fehler, über den Brunnen hinweg zu schauen. Das, was angehäuft und gehortet war, würde reichen, alle durch zwei Winter zu bringen – und mit Zusammenarbeit könnten die Lagerhöhlen jedes Jahr zum Herbst wieder so gefüllt sein. Das Werkzeuglager war prall gefüllt, aber die Armen konnten nicht arbeiten – nur weil sie nicht die notwendigen Mittel hatten, um sich ein paar Werkzeuge leisten zu können.
Er ging wieder hinunter, denn das konnte – nein durfte nicht alles gewesen sein. Für den ersten Meter brauchte er fast ein Jahr, , aber was würde er schaffen? Einen Zentimeter? Zwei? Einen halben Meter? Egal, jeder Schlag zählt. Und doch krümmte er sich die ganze Zeit fast vor Bauchschmerzen bei dem Gedanken. Wie viele Winter mussten noch kommen, wie viele Zwerge sterben? Das musste enden – nicht wenn der Brunnen fertig ist, sondern jetzt. Er winkte Griml heran. „Ich weiß, dass dein Kommentar vorhin einfach nur Steinschütthumor war. Ich will den Brunnen fertig haben, bevor der Winter kommt – oder alle über den Winter satt wissen. Dafür werde
ich jetzt Higge herausfordern, hilfst du mir? Es gibt genug Arbeit für alle, Werkzeuge haben wir auch – einzig müssen viele erst wieder das lernen, was uns zu Eigen ist.“ Mit dem eifrigen Nicken von Griml, welches sich in den Augen Brokks spiegelte, war es endgültig festgelegt: Higge würde sterben? Verbannt werden? Nein, das wäre zu einfach. Jeder würde seine Doppelmoral, sein Horten gegen den zwergischen Stolz sehen und verstehen müssen. Natürlich konnte Brokk nicht vorschlagen, was eventuell die Aufgabe sein dürfte, doch das machte nichts. Griml würde schon wissen, worauf es ankommt. Keine Stunde später bekam Brokk von allen aus der Niederhöhle einen deftigen Eintopf. Zwiebeln, Knoblauch, sogar ein zerkleinerter, gebratener Hase, Kartoffeln und Mohrrüben ergaben trotz der Verwässerung nicht nur einen tollen Geruch, der sich durch die ganze Höhle zog, sondern der Gesellschaft sei Dank auch eine Sättigung, die er schon lange nicht mehr erlebte. Nicht einmal eine Stunde zog ein ebenfalls halbwegs satter Mob von Zwergen durch die Oberstadt. Brokks kamen die Tränen ob all der moralischen Unterstützung – und das, obwohl Zwerge niemals weinen. Sie gingen nicht still zum Sitz von Higge, sondern skandierten, dass er wegmüsse. Irgendwoher kamen sogar bemalte Holzschilder, deren Inhalt definitiv kein Jungzwerg sehen sollte. Higge versuchte noch, sich herauszureden, schließlich seien sie alle nicht vom richtigen Stand, um ihn herausfordern zu können, doch das wurde von hinten mit einem geworfenen Stein schnell als abgelehnt zu Protokoll gegeben. Es würde kein Kampf auf Leben und Tod werden, das war nicht der Stil der Zwerge. Für solche Fälle war ein Vergleich der Handwerker vorgesehen. Higge wählte die Axt als Werkzeug, davon ausgehend, dass Brokk ja nur mit Stein gearbeitet hat. Doch nicht Higge wählte die Aufgabe, sondern Griml – und er ließ mit dem Auftrag, den Eingang zur Niederhöhle zu stabilisieren, ohne dass Holz zu erkennen wäre, ließ Higges Kopf direkt hängen, während seine Augen ihm fast aus dem Kopfe fielen…

Natürlich war das keine Arbeit, mit der Brokks nicht hätte umgehen können. Seine Arbeit in den Steinminen und als Steinhauer erforderte nunmal auch, seine Gegend abzusichern. Folglich waren seine Baumstämme nicht zu sehen, während Higges Arbeit von jedem Fünfjährigen hätte stammen können.

Hier kommt meine Kritik-Premiere:

Allgemein, ich finde es anstrengend zu lesen. Zu viel tell, zu wenig show.
Ich kann der Logik von Brokk nicht folgen. Was ich verstanden habe:

  • er gräbt einen Brunnen in einen Felsen
  • allein, aber er hätte gerne Hilfe von den Anderen, die er aber nicht fragt
  • er muss einen 10 Meter tiefen Schacht graben, schafft aber nur einen Meter pro Jahr, also wird es noch neun Jahre dauern bis der Brunnen fertig ist
  • es gibt einen Mangel an Nahrung und Wasser
  • der Brunnen würde das Überleben der Anderen sichern, aber sie wissen das nicht und ärgern sich über das Loch im Boden
  • ist Griml ein Elf oder ein Zwerg? das ist mir nicht klar
  • anfangs will er Higge noch nicht herausfordern, sondern irgendwann einmal. Scheinbar ist es ihm damit nicht so eilig, dann aber entscheidet er sich, obwohl die Umstände sich nicht geändert haben, doch dafür sofort aktiv zu werden
  • der (vermeintliche) Höhepunkt der Geschichte, die Beseitigung des Tyrannen (?) Higge wird in einer einzigen erzählerischen Szene abgearbeitet

Ein netter Ansatz, der aber noch ordentlich Potential bietet.
Noch eine kleine Anmerkung: Ich bin kein Zwerg, aber meinen Bart muss ich auch bei der größten sportlichen Anstrengung nie auswringen. :wink:

Zunächst einmal muss ich gestehen, bis zur Hälfte noch konzentriert, dann jedoch nur diagonal gelesen zu haben, weil ich einen nahezu absatzlosen Text entsetzlich ermüdend zu lesen finde (auch ohne meine Sehschwäche). Eingebettet findet sich ein wenig direkte Rede, einige, nicht hervorgehobene Gedanken, aber vor allem, zu viel aufblähendes Beiwerk (ich finde, Brokk denkt zu viel :face_with_hand_over_mouth: ) für eine geplante Kurzgeschichte, deren Hauptmerkmal die Prägnanz in der Kürze sein sollte. Eine Kurzgeschichte ist, nach meinem persönlichen Verständnis, nicht einfach eine in der Länge gestutzte, aber episch erzählte Story.

… und mich mit der Satzkonstruktion gleich aus der Geschichte.

Wenn Brokk etwas macht, kann man das m.E. auch aktiv formulieren. Oder, wenn man weiterhin von den Schlägen ausgehend formulieren möchte, dann in der Art:
„Ein Schlag nach dem anderen krachte auf die Felsen. Ein steter Rhythmus ohne Unterbrechung. Obwohl die Luft bereits so kühl war, dass sein Atem leicht kondensierte, lief Brokk der Schweiß über das Gesicht."

Vor einer Überarbeitung der einzelnen Aspekte würde ich persönlich abere erst einmal eine Skizze/einen Plot erarbeiten:

  1. Was passiert im Hauptstrang?
  2. Warum passiert das? Konkret: Welchen Zweck hat das Loch tatsächlich, das mal Schutz bieten soll, „vielleicht sogar Wasser und ein wenig Nahrung für die Zukunft“?
  3. Welche Figuren treten auf?
  4. Wie treten diese in Erscheinung?
  5. Was passiert sonst noch?
  6. Welche Hintergrund- bzw. ergänzenden Informationen benötigt der Leser, um ein (schrittweise vollständigeres) Bild zu bekommen?

Ich bekomme die Geschichte in der derzeitigen Form (auch mangels einer strukturellen Untergliederung) für mich nicht sortiert. Und da das dann keinen Spaß beim Lesen macht, habe ich aufgehört.

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Bisher gute Anmerkungen und Hinweise.
Schwierig zu lesen @BanditenLord, aber ich kann darunter einen Edelstein erkennen. Ob du ihn mit deiner Spitzhacke freilegen kannst?
Ich würde mich freuen, wenn du es schaffst. Ich sehe darin keine Kurzgeschichte und auch keinen epischen Roman.
Vielleicht beschäftigst du dich mal mit Novellen? Das könnte sehr gut passen.