Irgendwie schon, aber ich habe mehr Freude daran, meine Geschichten selbst umzuschreiben, wenn ich mit einer Stelle nicht zufrieden bin. Oder ich frage liebe Mitmenschen. Das fördert die sozialen Kontakte.
Ich meinte nicht meine eigenen Geschichten. Ich dachte mehr: Wenn etwas für mich nach meinen Vorgaben generiert wurde, kann ich ja auch im Lauf der Geschichte eingreifen und sagen: Das gefällt mir so nicht. Macht ab hier etwas anderes.
Ach so. Wie ein alternatives Ende bei einer DVD?
Haha, das erinnert mich an diese Fortsetzungsbücher (habe ich mal auf der LBM gesehen und eine Freundin von mir hat eines gekauft). Dort hörte man jemanden in der Gasse um Hilfe schreien und konnte dann entscheiden, ob man dort hingeht oder nicht (lese bitte weiter auf Seite. 233)
Es war irgendwie, wie ein Rollenspiel zum Lesen. Einige Entscheidungen endeten mit tragischen Todesarten. Suse hätte ihren Spaß gehabt ![]()
Vielleicht so:
„KI, nimm meine Lebensgeschichte (aka Instagram-Feed) und sag mir, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich vor 13 Jahren statt … entschieden hätte“
KI generiert Story.
User liest und begeht danach umgehend Suizid.
Es geht hier zwar um Youtubler, aber ich finde es sind interresante Gedanken, die auch uns betreffen.
So RPG-Bücher kenn ich noch aus meiner Kindheit ![]()
Zur Überschrift „Bis wohin darf ich eigentlich KI …“ zurück:
Meines Erachtens begrenzt im Bereich der Recherche, Rechtschreibung, Brainstorming oder meinetwegen auch Überarbeitung. Aber der Begriff des Autors definiert sich für mich am Scheiben, so wie der Maler malt und der Musiker musiziert. Ob man jetzt veröffentlicht ist für mich nicht relevant. Wenn man jetzt aber der KI zum Beispiel nur Stichpunkte gibt, und diese erschafft daraus einen Text, wird es aus meiner Sicht schwierig dann sich noch Autor nennen zu dürfen.
Du kannst es mit Mistral machen, alles in der EU.
Da würde ich mich gerne einmal einklinken.
Wenn man Ihrer Aussage folgt, müsste man konsequenterweise auf Programme wie Papyrus verzichten, am besten gleich ganz auf den PC.
Früher haben sich Autorinnen und Autoren tatsächlich auf Kopf, Stift und Papier verlassen. Es gab keine Figurendatenbanken, keine Zeitstrahlen, keine Notizverwaltung und keine digitalen Werkzeuge, die den Schreibprozess strukturieren und erleichtern konnten.
Vieles musste im Kopf behalten oder mühsam auf unzähligen Zetteln festgehalten werden.
Die Zeiten haben sich weiterentwickelt, und mit ihnen auch die Möglichkeiten, kreativ zu arbeiten. Technologien verändern Arbeitsweisen nun einmal, dass gilt selbstverständlich auch für das Schreiben. Wer heute digitale Werkzeuge nutzt, ist deshalb weder weniger kreativ noch ein „unechter“ Autor, sondern arbeitet schlicht mit den Mitteln seiner Zeit.
Dazu gehört inzwischen auch KI.
Früher kam man auch ohne Auto, Internet und Elektrizität aus. Trotzdem käme heute kaum jemand auf die Idee, deren Nutzen zu bestreiten. Genau deshalb wirkt es wenig überzeugend, moderne Hilfsmittel pauschal abzuwerten, als wäre allein die alte Arbeitsweise die moralisch überlegene.
KI ersetzt weder Fantasie noch Stil noch eigene Ideen. Sie ist ein Werkzeug, das unterstützen, inspirieren, strukturieren und an manchen Stellen Arbeit erleichtern kann. Am Ende schreibt immer noch der Mensch den Text, trifft die Entscheidungen und verleiht ihm seine eigene Stimme.
Man kann KI kritisch sehen und über ihren sinnvollen Einsatz diskutieren, dass ist völlig legitim. Aber anderen zu sagen, sie müssten sich Respekt durch „ehrliche Arbeit“ verdienen, während man selbst, ganz selbstverständlich, moderne Technik, wie Papyrus nutzt, wirkt dann doch eher wie ein pathetischer Maßstab für andere als wie ein wirklich durchdachtes Argument
Nicht ganz und nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.
Heute kann mittels KI jeder Depp ein einigermaßen leserliches Buch auf den Markt schmeißen, was es mit der schlechten Hälfte der Autoren durchaus aufnehmen kann. Das ist der Unterschied. Ob ich mit Stift und Papier oder dem Computer schreibe, ist egal. Denn jedes Wort kommt aus meinem Kopf. Es sind meine Erfahrungen, es ist mein Wortschatz, es ist meine Kunst, die Wörter so aneinanderzureihen, dass man sie gerne liest.
Die KI kann nur ANEINANDEREIHERN.
@Klonschaf
Ich stimme dir in einem Punkt zu und im entscheidenden eben nicht.
Es ging hier nie darum, sich ein komplettes Buch von einer KI schreiben zu lassen, den Text ungeprüft zu übernehmen und anschließend so zu tun, als hätte man alles allein erschaffen.
Die eigentliche Frage war doch, in welchem Umfang man KI als Werkzeug nutzen kann, ohne dass einem sofort die Autorschaft abgesprochen wird.
Und genau da wird deine Argumentation aus meiner Sicht ziemlich dünn.
Denn wenn wir es so streng sehen, wie du es darstellst, dann wird es schnell absurd: Sobald jemand die Lektoratsfunktion in Papyrus nutzt, um ein besseres Wort zu finden oder Wortwiederholungen zu vermeiden, ist es dann schon nicht mehr „alles aus dem eigenen Kopf“?
Wenn jemand mit einem Lektor, Korrektor oder Testlesern arbeitet und deren Vorschläge übernimmt, ist das Werk dann auch nicht mehr das eigene?
Nach dieser Logik dürfte man sich überhaupt keine Form von Unterstützung holen.
So arbeitet in der Realität aber kaum jemand.
Ein Text verliert nicht automatisch seinen Wert oder seine Eigenständigkeit, nur weil man sich helfen lässt.
Entscheidend ist doch, wer die Richtung vorgibt, wer auswählt was passt, wer verwirft was nicht passt und wer am Ende die Verantwortung für das Ergebnis trägt.
Und das ist nach wie vor der Autor.
Ich schreibe zum Beispiel sehr gern Fantasy-Geschichten und Bücher, aber Romantik liegt mir persönlich überhaupt nicht. Also hole ich mir an dieser Stelle Unterstützung. Mal von Freunden, mal von KI.
Nicht, damit jemand anderes für mich das Buch schreibt, sondern damit ich eine Schwäche ausgleiche und eine Szene besser ausarbeite. Nach deiner Sichtweise dürfte es in meinen Geschichten also konsequenterweise gar keine romantischen Szenen geben, weil diese dann nicht vollständig „aus meinem Kopf“ kämen. Das ist für mich keine sinnvolle Definition von Autorschaft, sondern eher eine unnötig überhebliche Grenzziehung.
Zumal die Aussage, KI könne „nur aneinanderreihen“, zwar schön abwertend klingt, aber nicht besonders tief geht.
Schreiben besteht am Ende immer daraus, Wörter aneinanderzureihen.
Die Frage ist nur, wie gut, wie gezielt und mit welcher Wirkung. Und genau da wird es interessant: Ich hatte einmal eine romantische Szene, bei der mir die KI zu sehr großen teilen geholfen hat, und diese Szene hat meine Frau zu Tränen gerührt.
Dafür, dass KI angeblich „nur aneinanderreiht“, hat sie mit dieser Szene einen Moment geschaffen, der echte Tränen ausgelöst hat und damit mehr Gefühl ausgelöst als so manches ach so „echte“ Menschenwerk.
Das heißt jetzt aber nicht, dass KI plötzlich ein besserer Autor ist oder dass man jeden KI-Text blind feiern und übernehmen sollte.
Aber es zeigt ziemlich deutlich, dass das pauschale Herunterbrechen auf „nur aneinanderreihen“ mehr Polemik als Argument ist.
Was ich an solchen Aussagen generell schwierig finde, ist dieses Arbeiten mit großen Endgültigkeiten wie „jeder Depp“, „nur“, „immer“ oder sinngemäß „echte Autoren machen das nicht“. Solche Superlative klingen vielleicht schön entschlossen, ersetzen aber keine differenzierte Betrachtung.
Die Realität ist wie so oft deutlich weniger schwarz-weiß.
Am Ende ist für mich nicht entscheidend, ob jemand ein Werkzeug benutzt, sondern wie er es benutzt. Wer blind kopiert und nichts Eigenes einbringt, macht es sich zu leicht. Wer ein Werkzeug gezielt einsetzt, auswählt, überarbeitet und daraus etwas Eigenes formt, ist deshalb nicht weniger Autor.
Mir scheint, hier wird weniger sachlich über Autorschaft gesprochen als vielmehr eine romantisierte Vorstellung von „echter“ Kunst verteidigt. Nämlich die Idee, dass nur das wertvoll sei, was möglichst ohne moderne Hilfsmittel entsteht. Das wirkt allerdings reichlich widersprüchlich, wenn wir gleichzeitig alle Autorenprogramme nutzen und das Internet ganz selbstverständlich für Recherchen heranziehen.
Das klingt vielleicht Erhaben, bei näherem Hinsehen ist es aber eher Nostalgie als ein tragfähiges Argument.
Sehr schön geschrieben dieser Post und trifft genau den Punkt. ![]()
Das stimmt so nicht, denn Papyrus streicht die betreffenden Stellen nur an und ändert nichts. Der Autor muss selbst entscheiden was er mit den markierten Stellen machen will und es entsprechend ändern.
Eben. Ergänzend dazu: Papyrus macht auch keine Vorschläge für Alternativformulierungen.
Ja ein schöner Text. Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen.
Und wie ist es damit?
Ein vernünftiger Autor gibt Lektor und Korrektor in seinem Buch an und ein Testleser muss keine Verbesserungsvorschläge liefern.
Meine wohl. Sie sollen nach Fehlern schauen, die Logik prüfen und wenn ihnen irgendwas komisch vorkommt und mir nicht, machen sie von ganz allein Vorschläge, die ich entweder akzeptiere oder ablehne. Sie machen das schon seit Jahren so.
Im Übrigen handhabe ich es genauso, wenn ich Testleser bin.
Ja schon, die Frage war aber doch, inwieweit das Werk dann noch ‚aus dem eigenen Kopf‘ ist.