Ich habe mir als Marketingexperte für digitale Medien einmal die Zahlen hinter bezahlter Buchwerbung angesehen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Ein paar Punkte, die ich für relevant halte:
- Bei E-Books bleiben nach KDP-Gebühren und Steuern 2,00 bis 3,44 € Tantieme. Werbung darf dann maximal 30–35 % des Umsatzes kosten, sonst ist jeder Verkauf ein Verlustgeschäft.
- Amazon-Klickpreise liegen je nach Genre bei 0,30 bis 1,20 €. Bei 10 % Conversion-Rate zahlt man bis zu 12 € für einen 3,44-€-Verkauf.
- Verlage können sich Werbung leisten, weil sie 85–90 % des Ladenpreises behalten und ihre Backlist als stille Quersubvention nutzen. Diese Struktur fehlt Selfpublishern komplett.
- Community-Plattformen wie LovelyBooks oder NetGalley kosten 400 bis 790 € Fixkosten, bevor der erste Klick auf eine Verkaufsseite erfolgt.
- Influencer Gifting (15–30 € pro Exemplar an Micro-Influencer auf BookTok) hat das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis unter allen Sichtbarkeitsstrategien.
- Ad Fraud ist kein Konzernproblem: Branchenschätzungen zufolge versickern 10 bis 30 % jedes Werbebudgets in Bot-Traffic und gefälschten Impressionen, ohne dass ein einziger Mensch die Anzeige je gesehen hat.
Den vollständigen Artikel mit Kanalvergleich, Risikobewertung und einer konkreten Übersicht, wann sich Werbung für Selfpublisher trotzdem rechnen kann, gibt es hier:
Wer zahlt, verliert. Warum bezahlte Werbung für Selfpublisher ein Strukturproblem ist
meiersworld.de/wer-zahlt-verliert-warum-bezahlte-werbung-fuer-selfpublisher-ein-strukturproblem-ist