3200 Wörter am Tag genügen mir nicht! (Crash-out Post)

Ich schaffe 800 Wörter in der Stunde, und wenn ich vier Stunden schreibe, komme ich auf 3200.
Das habe ich vorgestern geschafft. Gestern knapp 2000, heute 1000.
Das Anstrengendste am Schreiben ist für mich gar nicht mehr das Planen oder das Recherchieren. Ich weiß genau, was ich schreiben will, und meine Finger halten mit dem Kopf nicht mit.

Meine Finger tun mir weh, weil ich vier Stunden lang unaufhörlich in die Tastatur einhaue!

Aber unter der Annahme, dass ich zehn Stunden am Tag schlafe, sollte ich nach diesen vier Stunden immer noch zehn Stunden haben, in denen ich produktiv sein kann. Ich weiß nicht, warum ich ZEHN Stunden zum Einkaufen, Kochen, Essen, Abwaschen, Zähneputzen, Duschen und Putzen brauche. Ich höre Hörbücher in dieser Zeit, um wenigstens in der “Muße” meine sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern.

Aber beim Schlafengehen (wie jetzt gerade) fühle ich mich bei nur 1000 Wörtern wie die untätigste Versagerin. Der KI Zusammenfassung von Google (die derart unzuverlässig ist, dass ich für Dinge wie Definitionssuchen wieder daran vorbeiscrollen und extra den Duden aufrufen muss) zufolge “peilen Romanautoren 500 bis 1000 Wörter am Tag an”. Steven King schreibe 2000 täglich.

Schön für ihn! Könnte ich vielleicht auch, wenn ich keine Zeit an den Haushalt verschwenden müsste. Das ist schon so ein Shitpost, es tut mir leid.

Ein Buch zu schreiben ist schon so anstrengend. Warum schreibe ich fünf auf einmal!? :sob:

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Was für ein Ausbruch zu später Stunde :smiley: darf man Dazuposten?

Mein Grund ist ganz leicht : ich muss tagsüber Arbeiten, und Wochenenden kann ich nicht uneingeschränkt verfügen
(Familie)

:sweat_smile:

1000 Wörter ist gar nicht schlecht. Stell dir vor … 7ben Tagen, 7000 Wörter, 10 Wochen 70k Wörter Buch fertig. (Rohshrift) 52 Wochen im Jahr (5 Bücher)

Bücherschreiben ist mehr Ausdauerlauf statt ein Sprint.
Mein höchster Output an einem Tag waren 7k Wörter. Schreibe ich deshalb in 10 Tagen ein Buch? Nein.

Denn dauerhaft hohen Output schafft man meist nicht. Kontinuität muss man trainieren. Man kann seinen Kopf tatsächlich „leer“ schreiben und braucht dann einen Moment, um sich und seine Geschichte zu sammeln.

Was mir hilft ist Tracking. Wochenziele, evtl. Tägliche Ziele, evtl Stundenziele, evtl 10 Minuten Ziele.

Wegen Schmerzen in der Hand gibt es Lösungen: meine ist ein ergonomisches „Alice“ Keyboard zu benutzen und blindes zehn Fingerschreiben nach dem Neo Layout einzusetzen.

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Ja, natürlich kannst du dazuposten.

7000 ist Wahnsinn, so viel habe ich, glaube ich, überhaupt noch nie geschafft :sweat_smile:

Und ja … mir ist eh bewusst, dass 1000 Wörter ein Buch in drei Monaten sind. Aber ich habe momentan nur zwei zur Verfügung und aus irgendeinem Grund bin ich der Ansicht, dass ich mein Projekt in dieser Zeitspanne beenden muss. Dabei arbeite ich schon seit zehn Jahren daran :melting_face:

Außerdem schreibe ich erst die ersten Entwürfe, da gilt Quantität vor Qualität.

Ein “Alice” Keyboard wäre vielleicht tatsächlich eine sinnvolle Investition. Ich sag dir, meine Finger tun weh, während ich das hier schreibe haha

Danke für deine Antwort :slight_smile:

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Jeder so wie er will (oder kann), ich verstehe nicht, weshalb ich mir ein Ziel dieser Art setzen soll. Wenn es läuft, läuft es - wenn nicht, dann eben nicht,

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Ich habe nur ein einziges Ziel: Fertig werden. Als Selfpublisher habe ich keine Deadline.

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Ja, aber fertig bin ich, wenn ich fertig bin.

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Manche Menschen brauchen aber eine Deadline, um fertig zu werden, egal worum es geht. Manch einem reicht ein vages Ziel einfach nicht aus, weil Menschen nunmal verschieden sind.

Mir helfen Deadlines bei unkreativen Aufgaben, weil sie ein Limit setzen. Meine Kreativität allerdings schränken sie zu sehr ein, weswegen ich das dort vermeide, solang es geht.

3.200 Wörter pro Tag ist nicht wenig, wenn man noch ein volles Leben nebenher hat. Klar, je schneller man zu tippen vermag und je leichter einem der Text von den Fingern gleitet, umso schneller kann man noch werden. Aber muss man das?

Ich schreibe weitaus schneller, bringt mich aber nicht weiter, weil ich nichts beende seit einer Ewigkeit (zumindest nichts Größeres).

Würde also Geschwindigkeit gegen Vollendungskompetenz tauschen, wenn jemand will.

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Nein, muss man nicht, das war mein Punkt
Nochmals nein, weder Geschwindigkeit noch Vollendungskompetenz (interessantes Wort) sind, isoliert betrachtet, das was ich will. Manchmal kann ich 5 Kapitel an einem Nachmittag schreiben, und 90% davon am nächsten Tag wieder löschen, ein anderes Mal produziere ich eine Seite, von der ich aber dann kein Wort streiche.

Wenn Du technik- und KI-offen bist, versuche es mal mit Wispr Flow.

Funktioniert sehr gut, natürlich muss man nochmal drüberschauen, für Dein Outputvolumen allerdings nicht kostenfrei. Man kann es auch lokal nutzen.

Anfangs ungewohnt ist allerdings das Sprechen “wie gedruckt” :wink:

Kann es sein, dass du ein bisschen zu ehrgeizig bist? Ich frage das ohne Vorwurf oder Häme, weil ich denke, die Frage ist ein nachdenken wert.

Ich bin seit über 30 Jahren selbstständig mit zwanzig bis zeitweise 40 Mitarbeitern. Die ganze Zeit über hatte ich immer mehr zu tun, als ich je hätte schaffen können. Immer! Ich musste also lernen radikal zu priorisieren und auch dann haben die Dinge, die ich gemacht habe immer länger gedauert, als geplant. Es kommt halt immer was dazwischen.

Ich musste viele Ideen vorbeiziehen lassen, weil wusste, dass ich sie nur um den Preis des eigenen, privaten Lebens hätte auch noch machen können. Ich habe mich dagegen entschieden.

Der wichtigste Aspekt dabei ist aber, diesen „verpassten Gelegenheiten“ keine Träne nachzuweinen. Wer immer nur auf das guckt, was er nicht erreichen konnte, wird nie auch nur ansatzweise glücklich, wahrscheinlich nicht mal zufrieden sein.

Mein eigenes zweites Buch liegt zum Beispiel seit zwei Jahren auf Halde. Ich habe vielleicht 30 Seiten in der Zeit zustande gebracht. Trotzdem sitze ich gerade entspannt beim Italiener, trinke ein Gläschen Wein und mache mir keinen Kopf. Es ist keine Schreibblockade. Mein Leben gibt es nur im Moment nicht her. Aber die Zeit wird kommen, dann schreibe ich auch wieder 2000 bis 3000 Wörter in einem Rutsch. Und wenn nicht dann hatte ich offenbar besseres zu tun. :wink:

Ich will damit sagen, wenn du es schaffst, jeden Tag zwischen 1000 und 3000 Wörter zu schreiben, ohne später 90% davon wieder in die Tonne zu kloppen, dann nimm das als Geschenk. Das ergibt 5-6 Bücher zu je 600 Seiten pro Jahr. Mehr wird kaum gehen, egal, was du machst.

Und wenn du noch Zeit übrig hast, bevor der Tag zuende geht, dann ruf ein paar gute Freunde an und genieße das Leben. Es ist es wert.

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Du hast doch 3 sehr schöne Romane veröffentlicht.

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:heart: Lass es mich spezifizieren: Ich beende nichts mehr.

Ja, ich hab im April Ende unter ein Projekt gesetzt, aber beim ersten Durchlesen nach einigen Wochen gedacht, dass so ein Mist komplett umgeschrieben gehört. Und beim Beenden war ich noch voll überzeugt von der Story.

Ich will Buch vier veröffentlichen, aber ich komme nicht dahin

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Du weißt schon, dass hier ein Fan auf dein zweites Buch wartet? :smiley:

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Die Frage ist, ist es wirklich murks … oder hast du nur das Gefühl. Mir fällt es schwer, meine eigene Texte auf Wirkung einzuschätzen. Ich kenne nur die Wirkung auf mich und selbst die ist nicht unbedingt ein zuverlässiger Indikator. Kannst du es jemanden Testlesen lassen, ehe du es wirklich umschreibst? Weil umschreiben ist manchmal neuschreiben und dann wird es nur … anders.

Ich sichte gerade meine Rohschrift zu Baltic Biker. Ein Baltic Noir Cozy Crime oder anders, ein gemütlicher Küstenkrimi :wink: in meiner Erinnerung machte ich mir Sorgen, ob er „zu langsam ist“. Jetzt lese ich es gerade und denke … „man, die Handlung fliegt aber. Muss ich es erweitern?“

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Derzeit lasse ich es einfach nur auf der Festplatte rosten. Aber ja, ich sollte vielleicht mal Testleser suchen dafür, was sie zu dem Richtungswechsel von Genre und Inhalt sagen.

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Danke. Das ist mir ein Ansporn, mich wieder mehr dranzusetzen. :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Ich habe Zeiten, in denen ich überhaupt keine Zeit oder auch keine Kraft zum Schreiben habe. Gerade während der letzten heißen Tage habe ich mir besonders schwergetan, etwas zu schreiben.

Ja, es gibt Autoren, die sich das Ziel setzen, jeden Tag etwas zu schreiben. Viele von ihnen haben allerdings einen Verlag im Hintergrund, arbeiten mit Deadlines und können von ihren Büchern leben. Ob dabei am Ende eher Qualität oder Quantität zählt, hängt oft auch davon ab, wie etabliert ein Autor bereits in der Buchwelt ist.

Ich persönlich setze mich da nicht unter Druck, obwohl ich schon jede Menge fertiger Geschichten im Kopf habe. Aber wie ich schon geschrieben habe: Man hat ja auch noch andere Dinge zu tun.

Unter anderem schreibe ich regelmäßig für meinen Blog. Dafür muss ich zuerst Bücher lesen, um anschließend darüber schreiben zu können – und auch das kostet Zeit. Dazu kommen noch die wissenschaftlichen und anderen Artikel auf meiner Homepage, für die ich ebenfalls viel recherchieren muss.

Mein Tipp ist deshalb: Sei einfach mit dem zufrieden, was du an einem Tag geschafft hast. Das nimmt viel Druck heraus und erhält die Freude am Schreiben.

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