La Belle Dame sans Merci

Liebe Kollegen,

anbei für ein paar Tage etwas kurzes zum schaudern- na ja, so richtiger Horror ist es nicht. Es war eine Schreibaufgabe, die mir Spaß gemacht hat. Da in dem Forum aktuell aber wenig Teilnehmer sind, stelle ich den Text hier auch vor.

Ich hoffe es unterhält Euch ein wenig.

Liebe Grüße,

michel

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Eine typische michel-Story - gut gemacht, wird mich ein wenig verfolgen …

Ich frage mich nur, warum französisch, hätte mit dem Setting eher einen englischen Titel erwartet (Lady without Mercy, vielleicht) …

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Anlehnung an John Keats gleichnamige Ballade. :fairy:

Atmosphärisch sehr dicht und intensiv geschreiben, man steckt sofort im Pub mit den Leuten drin und mag sie. Und dann der sich langsam anbahnende Grusel mit der Aussicht auf mehr am Ende … Die “schöne Dame ohne Gnade” würde man/ich schon gerne kennenlernen, aber nicht so …
Sehr schön geschrieben, in der Geschichte steckt noch mehr Potential! Bitte weiter!

P.S.
Zwei Kleinigkeiten:
Die Vergangenheitsform von flechten ist “flocht” (… und flechtete an einem (…)

Vorschläg für Änderung “Silas fixierte Finch mit dem sehenden Auge”

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Ja, hat mich hübsch gruselig unterhalten! Zu Beginn waren mir für eine Kurzgeschichte zu viele Namen (Vor-, Nach- und Nicknamen von Personen, Pub, Orte, Markennamen (englisch, französisch …) , die hier nicht alle einen ‘Mehrwert’ bieten. Ja, ich bin auch Team “flocht”, und im selben Satz war zuvor ein kleiner Wortdreher. :sweat_smile:

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Stimmt! Danke.

Ich im Grunde auch. Der junge Mann nur nicht. Ich hatte wirklich überlegt, weil ich da entscheiden müsste zwsichen a) korrekt und b) so sprechen die Mädels bei uns im Stall. Daher entschied ich mich für die falsche, aber häufiger gesprochene Variante. Vielleicht ändere ich es noch…

Hintergrund zu der Story ist übrigens ein Vorwort zu einer Vorlesung von J. Twitchell, der erzählte, dass eine Studentin von ihm das Werk von John Keats als Vampirgeschichte interpretierte, was er so noch nie gesehen hatte. Das holte mich ab und ich wollte das ganze mal nutzen. Die Schreibaufgabe war da ein willkommener Anlass. Daher auch der französische Titel - Keats Referenz geht auf das Jahr 1424 zurück, wo englischer und französischer Einfluss in der Kunst und Politik nicht trennbar war. Das konnte ich heute nicht transportieren, ohne vom französischen abzurücken. Daher hab ich die fiktive französisch-kanadische Region genutzt..

Nur so viel zu der Story hinter der Story. (Ja, ich bin kompliziert.)

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Ich wohne am Stadtrand von Berlin und da gilt Deutsch noch fast als Fremdsprache. Aber “flechteten” täte selbst dem Berliner Urgestein im Innenohr weh. “It’s up to you”, wie man hier sagen würde. :wink:

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Wir ham ooch suhause jeflochten, wa. (Born in Brandenburg :sweat_smile:. )

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Dafür drückt sich der Typ dann wiederum allgemein zu ‘gut’ aus, um sich solchen Fehler zu erlauben. Ist doch aber bloß eine Kleinigkeit!

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Ich hab es jetzt geändert. Grundsätzlich bin ich immer bei King: wenn die Mehrheit der Leser der Meinung ist, dass etwas nicht gut ist, ist es nicht gut.

(Manno! Da will man nur einmal seine literarische 15.-Jahrhundert-Sukkubus-Pornofantasie ausleben, und es ist wichtig, wie die Olle ihre Blumen steckt…)

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Hoho! Die Geschichte driftet also ab ins Dark-Romance-Milieu. Lecker.
Bitte weiter! Und die Trigger-Warnung für die Minder- und über 60-jährigen (icke) nicht vergessen!

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Auch von mir einen Dank für eine stimmungsvolle Geschichte.

Da es nun schon sprachliche Kommentare gab, wage ich auch, einige solche zu ergänzen, obwohl ungefragt.

(1) Der interessanteste Fall ist folgender.

"Er lehnte sich kurz an, bevor er sich wieder löste und mehr herein wankte, als er wirklich aufrecht ging. "

Ich stoße mich an der Syntax des Nebensatzes. M.E. ist korrekt entweder „als dass er wirklich aufrecht ging“ oder „als wirklich aufrecht zu gehen“.

(2) M.E. gibt es eine Tendenz, bei Vergleichskonstruktionen mit als und wie zu oft ein Komma zu setzen (Thema für eine allgemeine Diskussion). Ein zwingender Grund für ein Komma besteht nur bei Nebensätzen (wie gerade eben), ein guter Grund ferner z.B. bei verkappten, d.h. verkürzten, elliptischen Nebensätzen. Ob ein solcher vorliegt, ist oft Ermessenssache. Im folgenden Satz

„Sein Blick spiegelte gleichermaßen Erschöpfung, wie Verwirrung“

finde ich die Annahme eines verkappten Nebensatzes jedenfalls überflüssig und daher auch das Komma.

(3) „Er war jung, vielleicht Ende zwanzig und trug silbergraue Sportkleidung von ‚Knights of nature‘ einer ebenso populären, wie teueren Firma für Mountainbiker.“

Auch hier stolpere ich über das Komma. Besser wäre ein Komma hinter „zwanzig“ und eines hinter „nature“.

(4) „Dann wischte er die überlaufende Schaumkrone mit einem Tuch ab, das schon bessere Zeiten gesehen hatte und stellte es mit einem anerkennenden Nicken Finch hin.“

Ein „beliebtes“ Versehen, hier hinter „hatte“ kein Komma zu setzen (der eingeschobene Relativsatz ist da zu Ende).

(5) „Sie trug ein Kleid, das so rot war, wie ihre langen Haare und flocht an einem Blumenkranz“

Im Sinne des „Dudens“ bitte das Komma vor „wie“ wegnehmen und hinter die „Haare“ setzen (Gründe siehe oben).

(6) Weiter unten ist die Sea Siren nicht kursiv geschrieben.

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Danke. Ich werde mir die entsprechenden Stellen und die Duden-Regeln noch einmal ansehen und abgleichen.

Sehr gut, ich bin gespannt auf die Fortsetzung :slight_smile:

Ich bin nur über eine Sache gestolpert:

Finchs Finger krallen sich zu Fäusten.

Das liest sich für mich seltsam. Etwas krallen ist eine andere Fingerstellung als eine Faust, das müsste eher klassisch “ballen” sein. Oder ist das ein regionaler Ausdruck, den ich einfach (noch) nicht kenne?

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Danke, Nein, das ist dann ggf nachlässig formuliert. Mein Bild war ein Prozess: Hand flach. Finger krallen in den Tisch. Am Ende eine Faust mit Fingernägeln in die Haut pressend. (Fester und schmerzhafter, als nur die Ballung).

Wenn der Satz nicht so ganz funktioniert, ist es schlecht formuliert.

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Schön geschrieben :grinning_face: ich war anfangs auch verwirrt, wegen der französischen Überschrift…..und dann kam der Pint und der Pub :grin: und wie geht es nun weiter?….was für ein Geheimnis hat die rote Schöne?:wink:

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Tja @michel, jetzt hast Du den Salat: Deine Fans wollen unbedingt wissen, wie es weitergeht. Wir hoffen inbrünstig auf eine kongeniale Fortsetzung. :+1:

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:+1:

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So, ich habe noch einmal Fehler in meinem Entwurf überprüft und nochmals einen Ausflug in die Grammatikwelt des Duden gemacht. @Waldfried Danke für die Hinweise. Es war ein willkommener, sanfter Tritt mich mal wieder mit Regeln der Zeichensetzung auseinander zu setzen, was ansonsten eher (falsch) intuitiv geschieht.

Was die netten Wünsche nach der “Weitererzählung” angeht. Leider ist das nicht geplant, denn im Grunde erzähle ich nur die gleichnamige Ballade von John Keats nach. Die endet mit dem verlassenen Ritter, der sich auf einem kalten verlassenen Abhang wiederfindet. Der Erlkönig geht ja auch nicht weiter damit, dass der Vater das tote Kind auf einem verfluchten Tierfriedhof vergräbt… Was durchaus ein Projekt wert wäre… :thinking:

Aber es freut mich, wenn sie doch einigen gefallen hat und unterhaltsam war. Mehr Anspruch hab ich nicht. Ich werde sie noch ein paar Tage online lassen, dann verschwindet sie im meinem Ordner für eine Kurzgeschichtensammlung, wo sie dann nochmal überarbeitet wird.

Danke Euch! :heart_suit:

(PS Den größten Spaß hatte ich tatsächlich an dem Pub. Vielleicht taucht der kleine Ort doch noch einmal irgendwo auf…)

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Okay. Zähneknirschend akzeptieren wir die Entscheidung des Autors, die Geschichte nicht weiterzuspinnen. Aber die Neubearbeitung von “Friedhof der Kuscheltiere 2.0” klingt auch vielversprechend! Wir sind gespannt.

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