Korrektur Rohtext

Hallo Gleichgesinnte, das Thema der Korrektur ist sicherlich schon mal erwähnt worden, aber dennoch möchte ich mal in die Runde fragen wie Ihr eure Korrekturen vornimmt.

  1. Macht ihr es während dem Schreiben in Papyrus?
  2. Schreibt ihr die Rohfassung fertig und korrigiert danach in Papyrus?
  3. Druckt ihr alles aus und kritzelt die Korrekturen auf das Papier und tippt es anschliessend in Papyrus ab?
  4. Benutzt ihr Normseiten-Ausdrucke oder den Standard-A4-Format (volle Textseite)?
  5. Schreibt ihr die Korrekturen auf einen Block separat?

Wie macht ihr das grundsätzlich in technischer Umsetzung in erster Linie?

Mein Problem ist, dass die Normseite (meiner Meinung nach) ungeeignet ist für handschriftliche Korrekturen auf dem Ausdruck, da einfach zu wenig Platz vorhanden und die Zeilen und Spalten Zeichen stören. Und ein volles Blatt mit Text lässt kaum Platz für neue Gedanken. Zweizeiliger Ausdruck (1 Zeile Text, eine Zeile leer) ist verdammt unleserlich und verbraucht Unmengen Papier.

Die kleinen Korrekturen, mal hier und da Komma vergessen oder ein Wort ist falsch getippt - sind ok, aber sobald neuer Gedankenganz hinzu kommt, neuer Satz oder gar Absatz, dann beginnt das Rattern im Kopf, wo kritzle ich alles hin, um später es noch lesen zu können.

Danke für Eure Erfahrungen bereits jetzt.

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Hi Igor
gar keine Ausdrucke.

  1. Ein paar Kapitel schreiben, ruhen lassen, lesen und offensichtliche Fehler korrigieren.
    Danach neu lesen und sich die Formulierungen vornehmen und ggf. ändern.
  2. Das so oft wiederholen, bis man mit dem Text zufrieden ist
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Ich drucke nichts aus, sondern überarbeitete direkt im Programm. Mehrfach, irgendwann lasse ich mir das Ganze dann in Word vorlesen. Dann lasse ich dort die RS-Prüfung drüberlaufen, die andere Fehler findet.
Und ganz zum Schluss lese ich das E-Book noch einmal auf dem Reader Korrektur.

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Oh mein Lieblingsthema die Tage :stuck_out_tongue: Da ich gerade 3 Manusscripte (natürlich nacheinander) korrigiere. Zuerst, den idealen Weg habe ich noch nicht gefunden. Aber was aktuell gut funktioniert:

  1. Rohschrift ohne jegliche Korrektur runterschreiben. Dazu nutze ich eine eigens programmierte Software, der Papyrus Schreibfokus ähnelt dem aber. (keine A4 Seiten, eher Fließtext in beliebiger Schriftgröße)
  2. Ich sichte meine Rohschriftdatei. Dazu habe ich wiederum eine eigen programmierte Software (keine A4 Seite, eher Textband) , die im wesentlichen Folgendes macht. 6 Textmarker Farben und Notizen (word kompatibel) anbieten. Bei mir haben die Farben Bedeutungen - gelb, formulierungen stimmen nicht - grün, erweitern - rosa, emotion vertiefen, blau - fakten checken. (plotfehler?) usw. außerdem kann ich Notizen setzen für Details. Warum nicht papyrus? Weil die Software für ein Touchscreenwindows (Surface ) optimiert ist, und ich so gemütlich in der Ecke lümmeln kann, um den Roman zu sichten.
  3. Ich importiere die docx in Papyrus. Farbige Makierungen und Kommentare sind noch da. Lese ich den Text erneut, bin aber eher auf die farbigen Stellen fokussiert. Ich nutze nun farbige Karteikarten von Papyrus, um bestimmte (nicht sofort lösbare) Problemfälle näher zu beschreiben. Sie sind blau, mit Seitenzahl. Grün heißt abgearbeitet. Manche Tage arbeite ich nur an 3 Karteikarten (und ihre Problemfälle).
  4. Ich gehe den Text erneut durch mit der Papyrusfunktion „nur Dialoge einblenden“ hier geht es nur darum, ob die Dialoge „etwas prägnanter“ formuliert werden können, und ob sie im Wechsel der Gesprächspartner auch passen.
  5. Diese Version (a4 Seiten, ohne besondere Formatierung) geht an Testleser. (davor noch interne Hinweise in Geistertext verwandelt z.b habe ich Kapitel in Geistertext die den Inhalt spoilern, aber der Leser liest nur „Kapitel 2“
    Ich arbeite dann das Testleserfeedback ein - sofern er nicht sagt: „Stopp! Das geht so nicht!“
  6. Ich formatiere den fertigen Text ins Buchformat, und mache so viel wie nötig „Buchsatz“.
  7. Diese Version lese ich mindestens 1 Mal, bis ich zufrieden bin und veröffentlicht diese (bzw. biete sie jemanden an)

Ich bin auf dem Weg zur Arbeit im ÖPNV unterwegs und nutze die Zeit zum Korrigieren.

Als PDF Export und dann am Reader lesen. Bei Auffälligkeiten markiere ich die Stelle und Abends daheim übertrage ich die Änderungen in den Text.

Passiert also schon beim Schreiben, da habe ich final nicht mehr so viel Arbeit vor mir.

Wenn ich daheim Korrekturlese, dann am iPad auch als PDF und in Goodnotes mit dem Pencil. Da kann ich beliebig im PDF rumschreiben und meine Anmerkungen reinhauen. So klassisch in rot, da sehe ich beim Einarbeiten in Papyrus das besser. Ein Fenster mit PDF und das andere mit PA.

Ich schreibe meinen Text sehr nah am Endformat, d. h. Im BoD Format 12x19 und schon mit den Formatvorlagen, die ich auch im Satz nutze. Bei meinem Setting ist eine Seite bei mir auch ca. eine Normseite. Korrigieren tu ich trotzdem in dem Format meines Manuskripts, mein innerer Monk sträubt sich bei Normseiten.

So sieht das dann aus, ich habe gerade kein gutes Beispiel am Handy.

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Als ich mit Papyrus gekauft habe, hatte ich den Anspruch an mich, möglichst alle Rechtschreibregeln zu verstehen. Darum habe ich immer alles möglichst beim Schreiben oder kurz danach aufgearbeitet, was mir Papyrus empfohlen hat. Meine Texte sind also immer rechtschreibtechnisch relativ fehlerfrei.

Ich schaue mir ohnehin meine Texte nach dem Schreiben an. Dabei auffallende Rechtschreibfehler, die ich noch nicht gefunden habe, korrigiere ich dann auch.

Überarbeitungen mache ich auf möglichst vielen Medien. Dazu haben auch schon Ausdrucke gehört und ich kriege bspw. heute zwei Testdrucke über Amazon, die ich auch nochmal als Buch durchgehe.

Ich schreibe so, wie es auch später aussehen soll. Da bieten mir Normseiten nicht alle Möglichkeiten.

Ich markiere mir meistens nur Stellen und mache einen kurzen Hinweis, was ich dort gern hätte. Die Denkarbeit kommt in einem späteren Arbeitsgang. Ich kenne es aber auch, dass manchmal der Platz für Anmerkungen knapp ist. Man geht halt immer irgendwo Kompromisse ein.

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Das mache ich auch so. Die Rechtschreibprüfung in Word ist längst nicht so gut wie in Papyrus. Ich korrigiere auch nach jedem Überarbeiten, erhebe dann aber noch nicht den Anspruch auf 100%ige Richtigkeit. Erst wenn das Lektorat zu 110% beendet ist, gehe ich mit Papyrus die Rechtschreibung, Interpunktion und Grammatik durch. Erst dann wird das Korrektorat durch NI (ein menschliches Wesen) durchgeführt. Meine Korrektorin holt noch einmal (un)endlich viel an Fehler aus dem Text, vor allem bei Grenzfällen.
Wenn dann noch etwas am Text verändert wird, ist das wie eine Operation am offenen Herzen: kann eben auch schief gehen.

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Ich überarbeite im ersten Schritt auch direkt in Papyrus. Tippfehler und kleinere Änderungen mache ich während des Lesens, für größere Themen setze ich mir einen Reminder per Kommentar oder Szenenübersicht. Das wiederhole ich dann so lange, bis ich zufrieden bin.
Danach gebe ich mir das als leidlich formatiertes Epub aus und lese es einmal flüssig auf dem Reader durch. Dabei mache ich mir dann pro Kapitel handschriftliche Notizen und arbeite die anschließend wieder in Papyrus ein.
Sobald die Lektorin involviert ist, geht es zu meinem Leidwesen in Word weiter, per Änderungsverfolgung und Kommentaren.
Einen Ausdruck hatte ich nur für die abschließende Fahnenkorrektur gemacht, aber auch da war es mir zu umständlich, weil die Korrekturen ja dann auch wieder in ein PDF kommentiert werden müssen. Deshalb würde ich das künftig rein digital machen. Um den Text anders zu erfassen, reicht mir die Formatierung in einer anderen Schriftart oder eben die Darstellung auf dem Reader.

Änderung 11.07.26

Am Anfang habe ich auch alles beim Schreiben oder direkt danach korrigiert. Schreibfehler, schwache Verben etc. War sicher ganz lehrreich. Aber dann wurde mir klar, dass das Zeitverschwendung ist. Der Text wird sich beim Überarbeiten sowieso drastisch ändern.

Ich gehe folgendermaßen vor (bin zurzeit in den letzten 10% von 1).
1.) Schnell und schmutzig runterschreiben. Hier geht es um die Story und darum, überhaupt ein Buch zu haben, das man bearbeiten kann. Selbst wenn man Fehler oder Lücken im Text vorher hat, gehe ich nicht zurück, sondern setze einfach nur Kommentare. Wenn man eine Szene fertig hat, noch einmal Texte durch die KI jagen, damit das Schlimmste an Schreibfehler behoben wird.
2.) Die Kommentare abarbeiten.
3.) Plotlöcher finden (habe schon ein Großes gefunden) und schlechte Charakterbögen verbessern.
4.) Szenen, Figuren und Handlungsfäden finden, die raus können da sie nichts zur Geschichte beitragen (Kill the Darlings).
5.) Szenen inhaltlich verbessern. Beschreibungsfehler (grüne, statt blaue Augen) finden und ausmerzen.
6.) Texte kürzen und komprimieren.
7.) Stilistische Überarbeitung der einzelnen Sätze.
8.) Hier fange ich erst an, nach Leerzeichen, zwei Punkten oder Ähnlichem zu suchen und zu verbessern.

Ich sehe das ganz anders. Wenn ich fertig bin, habe ich viel weniger Arbeit mit den Restkorrekturen. Außerdem schreibe ich bewusster, wenn ich immer wieder zwischendurch korrigiere und überarbeite.
Letztendlich führt das bei mir sogar zu einer Zeitersparnis.

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